Tag 4 – Odenwald – Rheinfall – Bodensee

Vor allem eins wollen wir heute: Strecke machen. Auf der A81 rechnen wir mit heftigem Verkehr, und wir wollen zu einer halbwegs zivilen Zeit in Friedrichshafen ankommen, um uns noch ein Zimmer zu suchen und etwas umzuschauen. Aber die Zeit für einen am Weg liegenden EarthCache nehmen wir uns trotzdem.

Die Tropfsteinhöhle Eberstadt ist so früh am Morgen noch nicht zugänglich – die müssen wir uns für einen anderen Besuch aufheben, aber die Runde um den geologischen Lehrpfad machen wir in der Morgenfrische gern.

Ein paar Tradis am Weg verhaften wir ebenfalls, dann geht es gen Süden.

Viel schneller als erwartet erreichen wir den Abzweig der A98 und lesen, dass es bis Schaffhausen noch 58 km sind. Eigentlich stand Schaffhausen erst in einigen Tagen auf dem Plan, aber wo wir schon mal hier sind… wir schauen auf die Uhr, entscheiden spontan um, und nehmen den Weg in die Schweiz, wo wir uns mitten in Schaffhausen dank beschlagender Scheiben und einer Autobahnausfahrt im Tunnel prompt verfranzen.

Wir fahren die nächste Ausfahrt ab, an der es theoretisch auch zum Rheinfall ginge, praktisch aber gebaut wird und auch das Wiederauffahren in die Gegenrichtung unmöglich ist, und befragen daher unser Garmin nach einer Route. Wir gurken bergauf und bergab und queren schliesslich an einem allerliebsten winzigen einspurigen Brückchen in Neuhausen am Rhein ebendiesen, ehe wir wieder zielstrebig auf unser Ziel zusteuern.

Am Rheinfall ist – es ist mittlerweile 13 Uhr – viel los, wenn ich mir auch denke dass am Wochenende und in der Hochsaison hier deutlich mehr der Bär tobt. Eine Hochzeitsgesellschaft macht sich auf den Weg zum Beweisfoto vor dem Rheinfall und Mittagessen in einem der Restaurants, beim Stopp an der Toilette unter dem Busparkplatz gerate ich in eine Gruppe Inderinnen, die mir, von den Temperaturen abgesehen, Reminiszenzen an das LowCostCarrierTerminal von Kuala Lumpur und an Penang bescheren – einschliesslich einer im traditionellen Sari gewandeten älteren Frau, die sich von jüngeren die Bedienung der Toiletten zeigen lässt.

Schliesslich – die Parkgebühr kann man per Fränkli oder Euro entrichten – starten wir unsere Beinahe-Runde rund um den Rheinfall, um die Stationen für den zweiten EarthCache des Tages, Voll der Rheinfall, zu erledigen.

Die letzte Station ist wegen Baustelle geschlossen, aber eine Mail an den Owner klärt auch diesen Umstand später und wir dürfen loggen.

Obwohl die Fallhöhe von 23 Metern nicht eben atemberaubend ist, ist der Rheinfall ein wirklich faszinierendes Stück Natur, und wir bereuen nicht, dass wir uns, trotz durchwachsenen Wetters, schon heute auf den Weg hierher gemacht haben. Auch Charlie ist begeistert.

Langsam fahren wir zurück gen Deutschland, schliesslich müssen wir uns noch irgendwo am Bodensee, hoffentlich in Friedrichshafen, ein Zimmer organisieren. Aber erst mal wird noch auf der Schweizer Seite für 99 cent pro Liter Super vollgetankt!

Das Wetter klart auf und unter bedecktem Himmel aber mit aufblitzender Sonne fahren wir das Nordufer des Bodensees entlang. Der Verkehr hält sich in Grenzen. Immer wieder sehen wir schöne Weingüter, malerische Campingplätze, tolle Aussichten auf den See, und kommen schliesslich am späten Nachmittag an unserem Ziel an. Wir wollen vor der Tourist Information halten und peilen ein Parkhaus dahinter an, doch die Einfahrt ist „wegen Explosionsgefahr und Gasentwicklung“ nicht möglich – tatsächlich sind gerade in FN alle Ampeln ausgefallen und der Strom weg. Der Verkehr fliesst hervorragend – als 15 Minuten später dagegen die Ampeln ihren Betrieb wieder aufnehmen stockt sofort alles…

Wir bekommen einen Parkplatz genau vor der Tür der Tourist Info und sehen einen Hinweis auf ein Hotel, das gut klingt, und statt reinzugehen fahren wir es direkt an. Nunja, was man so direkt nennt – dass man in die Fussgängerzone als Hotelgast einfahren darf muss man erst mal wissen.

Unser Ziel ist das Hotel Goldenes Rad, nur einen Steinwurf vom Zeppelinmuseum und Fähranleger gelegen, und wir parken erst mal bis zur weiteren Klärung vor der Tür.

Vor uns diskutiert ein offenbar sehr anspruchsvoller – ich würde sagen schwieriger – Gast mit der Dame an der Rezeption, er hat mittlerweile schon 3 verschiedene Zimmer(kategorien) besichtigt und keine sagt ihm zu. Als er nach gefühlten Stunden endlich abzieht um sich auch Kategorie 4 und 5 noch anzuschauen, nehmen wir kurzerhand das Zimmer das er zuletzt nicht wollte – ein mit modernem schwarzem Möbiliar und einem ebensolchen Sofa versehenes Zimmer im Annex an der nächsten Strasse.

Das Zimmer ist tiptop, und ich freue mich beim Anblick der (Sitz-) Badewanne schon drauf meine Knochen einzuweichen, aber zuerst muss noch das Auto ins nahegelegene Parkhaus befördert werden. Das verbinden wir mit einem Blick auf die Speisekarte des Restaurants (das mit 14 Punkten im Gault Millau eine gleich hohe Wertung wie Poletto in Hamburg hat), beschliessen angesichts des gelisteten „Ibericoschweins“ dort zu Abend zu essen, und machen dann eine Runde am Seeufer und durch die Innenstadt, wo wir noch einen Cache heben.

Frisch gebadet, mit einem Blick auf das Finale der Snooker-WM und ein paar Worten im Chat mit Freunden, gehen wir im Hotelrestaurant essen – und das entpuppt sich als eine hervorragende Idee – super Essen, guter Service, klasse regionaler Wein, und das alles ohne auch nur eine Jacke anziehen und das Haus verlassen zu müssen. Urlaub kann so schön sein.

Zufrieden fallen wir ins Bett. Morgen gehen wir Zeppeline guggen.

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5 Kommentare zu “Tag 4 – Odenwald – Rheinfall – Bodensee

  1. Barbara

    Eine schöne Tour macht Ihr da!

    Den Rheinfall finde ich auch schön. Gestern hatte ich schon Angst, Ihr hättet das alles Charlie vorenthalten – ist ja aber zum Glück nicht so. 🙂

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