Der verbitterte Brigadegeneral Hummel verschanzt sich mit einer Handvoll Elitesodaten auf der legendären Gefängnisinsel Alcatraz. In seiner Hand sind 81 Touristen und eine hochexplosive biochemische Waffe. Er droht, die gesamte Bevölkerung San Franciscos auszulöschen, sollte die US Regierung seine Forderung von 100 Mio. Dollar nicht erfüllen. Nur zwei Männer können den Wahnsinn beenden. Der junge FBI Agent Goodspeed, ein Experte für chemische Waffen, und der einzige Mann, der es je geschaft hatte, aus Alcatraz zu fliehen: der charismatische Sträfling Mason. Ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit beginnt… – imdb

So dramatisch, dass wir noch nicht ein mal gefrühstückt hatten, als wir an der Pier des Hafens von San Francisco ankamen. Im Voraus Buchen wird immer empfohlen: Kauft eure Tickets bis zu eine Woche vorher. Sicher gilt das in der Hauptsaison oder für Langschläfer. Doch wer früh, und damit meine ich so um acht Uhr, am Pier ist, und an den Ticket-Schaltern keine Schlangen vorfindet, der kann Glück haben. Wir waren Mittwoch früh, kurz vor acht Uhr, am Pier und standen vor dem Schild: „Tickets verfügbar, nächste Abfahrt Donnerstag“. Dabei freuten wir uns noch, dass wir Tickets für den nächsten Tag bekommen würden. Also nichts wie hin und dumm nach Tickets gefragt. Die Kassiererin fragte dann für wann, und im Nebensatz kam „gleich die erste Fahrt heute?“. Wir freuten uns ein Loch in den Bauch und zuckten nicht mal bei den 28 Dollar pro Person.

28 Dollar pro Person? Wieso das dann, wenn der Eintritt zu Alcatraz doch frei ist? Nun, Alcatraz wird vom National Park Service verwaltet, man muss aber irgendwie hin kommen. Der National Park Service hat dafür eine Lizenz an Alcatraz Cruises vergeben, die den Transport per Fähre organisieren. Das kostet dann eben pro erwachsener Person 28 Dollar. Auf der Insel sind dann wieder die netten Ranger anzutreffen.

Doch was macht einen 500 Meter langen und 41 Meter hohen Sandsteinbrocken so interessant? Sicher doch nur die Vorgeschichte. 1846 kaufte John Charles Fremont, der militärische Gouverneur Kaliforniens, Alcatraz der mexikanischen Regierung vom vorigen Besitzer Francis Temple zum Preis von 5.000 Dollar für die Vereinigten Staaten ab. Damals herrschte noch Krieg zwischen den USA und Mexiko, es gab so einiges Durcheinander, Verpflichtungen wurden nicht erfüllt und noch so einiges anderes war auch noch unklar, kurz gesagt, der Handel wurde nach Kriegsende für ungültig erklärt. Mexiko hatte kein Interesse an dem Brocken und so fiel er den USA zu.

Aufgrund vieler Schiffsunglücke im Nebel, der hier draussen öfters auftritt, so auch während unseres Besuches, wurde 1852 ein Leuchtturm errichtet. Das heisst jetzt natürlich nicht, dass sich die Situation besserte. Aufgrund des Goldrauschs war nun mal viel Andrang und ein Leuchtturm macht noch lange kein Licht, denn die Linse dafür, die kam erst ein Jahr später aus Frankreich. Doch auch damit war noch nicht genug getan, einige Dilettanten gab’s immer noch und so fand sich erst ein weiteres Jahr später jemand, der sie auch einbauen konnte. Am 1. Juni 1854 ging der Leuchtturm schließlich in Betrieb. Damit ist er noch heute der älteste aktive Leuchtturm der US-Westküste.

Bis 1859 wurde ein Fort gebaut, welches ab 1861 auch als Gefängnis für Kriegsgefangene benutzt wurde. 1903 war alles so verfallen, dass es geschlossen wurde. Trotzdem – oder vielleicht auch wegen der Unwägbarkeiten auf dem Felsbrocken da draussen – machte man sich an einen Plan für den Neubau. 1906 war man dann so weit, dass man beginnen konnte, wäre da nicht das große Erdbeben gewesen. Somit wurde es 1911, bis der Gefängnisneubau fertig war. 1933 wurde das Fort dann aufgegeben.

Doch die Nutzung von Alcatraz war damit nicht zu Ende. Der Teil, der dieses Stückchen Sandstein berühmt machte, begann erst. Aufgrund der Lage in der Bucht, des kalten Wassers und der tückischen Strömungen galt das Gefängnis als absolut ausbruchsicher. 1934 eröffnete es neu – als Bundesgefängnis. Damit begann die Legende von Alcatraz. Bis 1963 waren hier unter anderem bekannte Gangster wie Al Capone (1934–1939), Robert Franklin Stroud (1942–1959), Machine Gun Kelly (1934–1951), Alvin „Creepy“ Karpis (1936–1962) oder der deutsche Spion Erich Gimpel (1945 -1955) untergebracht. In den gut 30 Jahren waren 1576 Häftlinge auf Alcatraz inhaftiert, davon nie mehr als 302 gleichzeitig. Die Gefängniswachen lebten mit ihren Familien auf der Insel; insgesamt rund 300 Zivilisten, darunter 80 Kinder. In den 29 Jahren gab es 14 Fluchtversuche durch insgesamt 34 Gefangene (davon zwei bei jeweils zwei Versuchen beteiligte), aber keinen bekannten erfolgreichen Ausbruch. Lediglich fünf Flüchtlinge gelten als vermisst. Sie wurden nie wieder gefunden, und man geht davon aus, dass sie in der Bucht ertrunken sind. Dabei half auch die Annehmlichkeit warmem Wassers. Alcatraz war das einzige Gefängnis der USA, in dem es warmes Wasser zum Duschen gab. Die Häftlinge sollten sich nicht an kaltes Wasser gewöhnen.

1963, nach der Schließung des Gefängnisses, fuhren etwa 40 Indianer, darunter der 26-jährige Russell Means, nach Alcatraz, und unterbreiteten das Angebot, die Insel für 47 Cent pro Acre zu kaufen. Das war der Preis, den Kalifornien zu dieser Zeit Indianern als Ausgleich für unrechtmäßige Landnahme im vorhergehenden Jahrhundert bot. Die Indianer beriefen sich auf einen Vertrag aus dem Jahre 1868, der jedem Indianer die Nutzung von ehemaligem Bundesgebiet zusagte, falls dieses nicht mehr gebraucht würde. Natürlich wurde das Angebot nicht angenommen.

Die Indians of All Tribes (englisch für Indianer aller Stämme), eine Gruppe junger Indianer, besetzte ab dem 20. November 1969 die Insel auf der gleichen Grundlage. In den folgenden Monaten gab es ein großes Presse-Echo und regen Zulauf von Leuten, die zur Unterstützung einige Tage bis Monate nach Alcatraz kamen. Ideelle und materielle Unterstützung gab es u. a. von den Musikern der Rockband Creedence Clearwater Revival. Im Frühsommer 1971 beschloss die US-amerikanische Regierung, die Insel gewaltsam zu räumen. Der Zeitpunkt schien günstig, weil laut Berichten zur Zeit nur 11 bis 15 Indianer auf der Insel ausharrten, aber vermutlich mit dem Einsetzen der Ferien wieder Zulauf von Studenten bekommen würden. Regierungsbeamte machten außerdem geltend, dass der Zeitraum von jetzt bis zur nächsten Wahl lang sei, so dass die Öffentlichkeit die Angelegenheit wieder vergessen würde, selbst wenn es zu unschönen Szenen dabei käme. Am 11. Juni 1971 riegelte die Küstenwache die Insel ab und etwa 30 FBI-Agenten brachten die verbliebenen indianischen Aktivisten, ohne auf Widerstand zu stoßen, aufs Festland. (Quelle: Wikipedia)

Seit 1972 gehört die Insel zur Golden Gate National Recreation Area und ist damit der Öffentlichkeit zugänglich. Seit 1986 ist die Insel National Historic Landmark. Das Standard-Touristen-Programm besteht wohl aus ankommen, nach oben laufen, Audio-Tour durch den Gefängnis-Trakt, wegfahren. Dabei hat Alcatraz noch viel mehr zu bieten. Anstatt der Versorgungsstrasse auf die Spitze gibt es einen Trail an der Seite, der zwar etwas länger ist, aber viel schönere Ausblicke bietet. Hinter dem Gefängnistrakt haben Ranger und Freiwillige alte Gärten wieder hergestellt, die schön anzusehen sind. Und ein Vogelschutzgebiet, wer diese gerne beobachtet, gibt es auch noch.

Und woher kommt der Name Alcatraz? Die Isla de los Alcatraces („Tölpel-Insel“) wurde von ihrem Entdecker 1775 wegen der vielen Tölpel – auch heute noch ist Alcatraz ein Vogelschutzgebiet – so benannt.