Von Hamburg bis Hawaii

Unterwegs in aller Welt

Alsterwanderweg


56 Kilometer erstreckt sich die Alster von der Quelle in Henstedt-Rhen in der Gemeinde Henstedt-Ulzburg bis zur Mündung in die Elbe am Hamburger Hafen. Vom ursprünglich belassenen Fluss geht die Alster über begradigte Teile im Hamburgs Norden in die Aussen- und schliesslich die Binnenalster über, die mitten in der Hamburger Innenstadt als zwei Seen nicht nur Touristen sondern auch viele Jogger anlocken. Noch ein kleines Stück fliesst durch eine Schleuse und schmale Kanäle in die Elbe.

Der Alsterwanderweg, an den meisten Stellen sehr gut markiert mit gelben Pfeilen vom Hamburger Wanderverein e.V., hat eine Gesamtlänge von 37 Kilometern. Er führt von Kayhude bis an die Elbe. Motiviert von einem Multi-Cache haben wir uns die entgegengesetzte Richtung, also von der Elbe in Richtung Quelle, vorgenommen.

Los ging es an der U-Bahn-Station Baumwall. Verlässt man hier die Bahn, kann man schon von der Brücke die Fleete sehen. Man muss ihnen hier nur Richtung Innenstadt folgen, um an der Binnenalster und dem Jungfernstieg anzukommen. In Gehrichtung links, also an der westlichen Seite geht es weiter, erst an der Binnenalster und dann der Aussenalster vorbei. War es zwischen der Häusern vom Hafen her am Sonntag früh noch wie ausgestorben und schön ruhig, tobte hier der Joggerbär. Teilweise mussten wir sogar aufpassen, dass wir nicht über den Haufen gerannt wurden. Leute in Wandergeschwindigkeit scheinen eine Seltenheit hier zu sein.

Nachdem wir die Aussenalster passiert hatten, ging es wieder etwas ruhiger weiter durch das feine Eppendorf. Am Eichenpark verlässt der Wanderweg die Alster und führt durch Wohnstrassen. Nicht selten stehen hier noble Karossen auf den Bürgersteigen. Das etwas andere zum Gucken eben. An der Hudtwalkerstrasse geht es wieder zurück ans Wasser und kurz darauf, hinter Hayns Park, wechselt der Wanderweg auf die östliche Seite der Alster. Immer am Wasser entlang geht es dann bin nach Ohlsdorf.

Die ersten 12 Kilometer sind geschafft. Wem das genug ist, der kann hier gut in der Bahn verschwinden und zurückfahren. Bis hier her gab es an vielen Stellen die Möglichkeit die Tour zu unterbrechen. Doch wir fühlten uns noch fit und gingen natürlich weiter. Kurz geht es wieder auf die westliche Seite, und im Alster Park queren wir erneut auf die östliche Seite. In einem Waldstück mitten in der Stadt schlängelt sich die Alster, und als wir Kilometer 17 erreicht haben, machen wir eine längere Pause. Danach wollen wir nicht mehr aufstehen. Doch der Ehrgeiz treibt uns weiter.

Quer durch Wellingsbüttel und an Poppenbüttel vorbei wandern wir immer schön im Grünen. Auch hier gibt es noch Möglichkeiten, auszusteigen, doch der Weg zur Bahn ist weiter und nicht mehr auf den ersten Blick ausgeschildert. Die Alster wird langsam wilder und natürlicher. Nach der Mellingburger Schleuse machen wir eine weitere längere Pause. Jetzt ist es nicht mehr weit, denken wir. Neun Kilometer noch. Quer durch das naturbelassene Rodenbeker Quellental führt uns der Weg. Hier gibt es dann zwei Möglichkeiten. Weiter in Richtung Alsterquelle oder dem Wanderweg in Richtung Kayhude folgen. Wir machen letzteres, steigen aber an der letzten Bahnstation in Ohlstedt aus und in die Bahn ein. Mit 30,5 Kilometer sind wir auch schon eine für uns ungewöhnlich lange Strecke gelaufen.

Stadtleben, wilde Natur, hübsche Ansichten, Trubel und Ruhe. All das hat die Alster zu bieten. Und wer sich traut, den Weg auf sich zu nehmen, geniesst es von der hektischen Stadt in die entspannende Natur zu laufen. Hier kann man abschalten. Ich kann die Tour nur empfehlen.

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4 Comments

  1. Uha, das Ding klingt ja wirklich abenteuerlich, da bin ich jetzt schon auf den Reisebericht gespannt… 🙂

  2. Respekt, ich habe die Strecke vor kurzem mit dem Rad erledigt, das war keine so große Herausforderung. Zu dem Zeitpunkt waren die Tage allerdings auch noch deutlich kürzer, mich hätte aber durchaus interessiert wie ich die 30km zu Fuß empfunden hätte.

    Seit Jahren habe ich „Riverside Scenery – The Challenge“ auf der Watchlist, eine ähnliche Strecke nur in noch schönerer Landschaft. Vielleicht traue ich mich da dieses Jahr mal ran…

  3. Knutsen

    Das kann ich nur unterschreiben. Der Weg ist erstaunlich natürlich, dafür daß man sich praktisch dauernd in der Stadt aufhält. Wenn man die Außenalster hinter sich gelassen hat, fühlt man sich (bis auf das Nobelviertel) wie aus Hamburg raus. 🙂 Danke für den Bericht!

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