Gut eine Woche verbringen wir auf Pangkor. All zu viel gibt es da allerdings nicht zu sagen. Unser tägliches Strandbild schicken wir nach Hause, um die daheimgebliebenen ein bisschen zu ärgern. Von den wenigen Sehenswürdigkeiten sehen wir uns nichts an. Ausruhen am Stand ist angesagt.

In Nipah Bay gibt es von den Stränden zwei. Jeder davon ist ungefähr 600 Meter lang. Der südlichere ist der überlaufenere und ungepflegtere, an dem auch viele versuchen, ihre Wasseraktivitäten zu verkaufen. Der nördliche, Coral Beach, wird täglich gereinigt. Hier ist es auch viel ruhiger. Natürlich halten wir uns hier unter den Schattenbäumen auf, die am südlichen Strand komplett fehlen und durch Verkaufsbutzen ersetzt sind.

Zwischen den beiden Stränden liegt das Anjungan Beach Resort & Spa, in dem wir unsere Basis eingerichtet haben. Die Zimmer sind ganz ok, auch wenn man Renovierungsspuren sieht. Dafür ist der schiffsförmige Pool schön gestaltet. Den allerdings nutzen wir nicht, denn der ist, zumindest am Wochenende, vor lauter Kindern nicht zu sehen. Dazu kommen noch die vollbekleideten Malaien, die, wenn es nicht zu warm wäre, sogar noch langärmlig in den Pool springen würden. Lange Trainingshosen haben sie ja an. Und zumindest das Kopftuch.

Bei Regen macht der Pool allerdings eine gute Figur für ein Video.

Am nördlichen Ende von Coral Beach gibt es noch einen kleinen Tempel, den Comicfiguren zieren.

Da wir von Dienstag auf Dienstag auf der Insel sind, bekommen wir ein volles malayisches Wochenende mit. Pangkor scheint nur am Wochenende richtig bevölkert zu sein. Freitag Nachmittag fallen die Horden ein, ein kleiner Rest kommt noch Samstag früh. Für Kurzurlaube aus Kuala Lumpur scheint die Insel besonders beliebt zu sein. Sonntag Nachmittag ist dann wieder Totenstille, fast alle sind wieder weg und wir haben den Strand praktisch für uns alleine.

Entsprechend ist auch die kulinarische Ausrichtung der Insel. Die Woche über fällt es uns schwer, etwas brauchbares zu Essen zu finden. Das einzige ernst zu nehmende Restaurant (Daddy’s Cafe) am nördlichen Coral Beach ist im Vergleich zu den anderen teuer. Am Wochenende hat fast alles auf, die Auswahl ist zwar auch noch nicht groß, aber es gibt einfach mehr Möglichkeiten. Die Woche über heizen die vereinzelten Seafood-Restaurants erst spät den Grill an. Erst am vorletzten Tag entdecken wir zwischen den Seafood-Grills eine Art Strassenstand, auch das wird hier „Restoran“ genannt, mit unauffällig grünem Schild. Hier gibt es leckere Nasi Goreng-Varianten, allen vorweg eins mit dem Namen Paprik.

Am Wochenende zeigt sich hier im Meer das gleiche Bild, das sich auch am Pool zeigte. Horden, wirklich Horden, von größtenteils muslimischen Malaien bevölkern das Wasser, komplett bekleidet. Der Anblick ist zuerst ungewohnt, doch man gewöhnt sich dran. Dazu der Kontrast, die chinesischen und westlichen Urlauber in teils knappen Bikinis. Es wirkt alles etwas komisch. Dennoch scheint es auf dieser Seite Malaysias eine große Toleranz zu geben, denn jeder kann hier einfach seinen Glauben leben. Auf der Ostseite des Landes hatten wir da ein ganz anderes Gefühl.

Insgesamt scheint auch der Nicht-Restaurant-Bereich von Nipah Bay auf genau diese Kundschaft ausgelegt zu sein. Es gibt einige Guesthouses und Resorts mit Familienzimmern. Dazu kommt noch eine ganze Reihe von Strandbutzen, die sich vor allem auf den Wassersportbereich (Wasserspielzeug für Kinder) und dem Bekleidungssektor (T-Shirts mit diversen Pangkor-Aufdrucken, Trainingshosen) spezialisiert haben. Von letzteren gibt es dann aber auch gleich reihenweise nebeneinander, die alle das gleiche verkaufen und von denen wir nicht mal annähernd wissen, wie sie hier überleben können. Das Ende der Reihe von Butzen ziert eine öffentliche Toilette, die in der Regel von einem Jugendlichen mit Laptop und Kasse bewacht wird. Wenn sie denn auf hat, was vor allem am Wochenende der Fall ist.

Doch nicht ganz. Die Hornbills leisten uns Gesellschaft. Es sind lustige Vögel, die nicht ohne Grund bei uns Nashornvogel genannt werden. Ein Horn ziert ihren Schnabel. Dazu kommen noch Makaken, kleine Affen, die bevorzugt die oben verspannten Stromleitungen als Schnellstrasse benutzen.

Ab und zu kreist ein Seeadler über dem Strand. Nach einem starken Regenschauer dröhnt ein Konzert von Fröschen aus dem Dschungel neben dem Resort. Der Dschungel ist es auch, der uns mit all seinen Tiergeräuschen abends in den Schlaf singt.