Von Hamburg bis Hawaii

Unterwegs in aller Welt

Asien2013 – Tag 24 – 25 – Über Kuala Lumpur nach Siam Reap

Im Anjungan Beach Resort haben wir uns um Vorabend für einen frühen Check-Out angekündigt. Da es erst ab 8:30 Frühstück gegen Bezahlung gibt, wollen wir sicherheitshalber Bescheid sagen. Gleichzeitig bestellen wir ein Taxi für 7 Uhr. Ein Angestellter, der vom Eindruck her auch ein Jugendlicher sein könnte, nimmt den Wunsch mündlich an. Scherzhaft sage ich noch, dass das wohl nix werden würde.

Wie ich es geahnt hatte, stehen wir am Morgen um 7 Uhr in der dunklen Lobby. Natürlich ist keiner da. Wie legen den Zimmerschlüssel auf den Tisch und wollen gehen. Doch alle Tore, es gibt drei davon, sind abgeschlossen und wir überlegen, ob wir jetzt über den Zaun klettern müssen. Dann finden wir doch noch eines, an dem die Kette nur über die Sprossen des Zauns  gelegt ist. An der Strasse warten wir fünf Minuten und kein Taxi erscheint. Perfekter Service wird hier also geboten.

Wir laufen die wenigen hundert Meter die Strasse hinauf zum Taxistand. Wir sind noch hundert Meter weg, da wendet einer der Fahrer seinen Minibus und kommt auf uns zu. Er fragt, ob wir zur Fähre wollen und wir stimmen zu. Damit sind wir dann also doch noch unterwegs.

Wir wollten die 8:30 Uhr Fähre bekommen, doch am Jetty liegt noch die 7:45 Uhr Fähre. Wir springen noch schnell an Bord. Die Rückfahrt ist im Preis der Fahrt auf die Insel mit drin. Somit sind wir zu früh auf der anderen Seite in Lumut. Um 10:00 und um 10:30 fahren Busse von Sri Maju und von Transnasional. Mit Sri Maju sind wir angekommen, waren zufrieden und sie sind billiger. Also kaufen wir an der Butze zwei Tickets für je 16,40 Ringit, also gut 4,10 Euro, nach Kuala Lumpur. Da wir so früh sind besorgen wir uns erst ein mal Frühstück. Es hat nur einer der vielen Stände so früh auf. Neben Reis mit vielen Curries gibt es so einiges Ausgebackenes. Wir machen uns zwei Teller mit Teigstangen, Sesamkugeln und Kuchenstückchen voll. Dazu gibt es zwei Kaffee. Wir zahlen 5 Ringit – 1,25 Euro.

Die Fahrt nach Kuala Lumpur führt zur Hälfte über Land, zur Hälfte über die Autobahn und dauert etwas über vier Stunden. Unterwegs fallen besonders die vielen alten Mercedes-Benz-LKWs mit der Rundhaube auf. Mitten in einem Ort hält der Bus an der Strasse und lädt drei schwere Styropor-Kisten in den Laderaum, die er kurz vor Kuala Lumpur an einer Raststätte wieder in einem Transporter entlädt. Fracht wird also auch gerne mitgenommen.

In Kuala Lumpur kommen wir an der Puduraja Busstation an. Die ist komplett verbaut und so eng, dass die Busse hier im Gebäude mehrfach hin und her rangieren müssen, um in ihre Parkbuchten zu kommen. Zu Fuß gehen wir quer durch Chinatown bis zur Station Pasar Seni der LRT. Von hier aus fahren wir mit der Bahn eine Station bis zum KL Sentral, der Hauptbahnhof der Stadt. Die Kosten: 1 Ringgit oder 0,25 Euro.

In KL Sentral vertue ich mich. Zum Internationalen Flughafen KLIA gibt es zwei Züge: KLIA transit und KLIA express. Von ersterem habe ich die Werbung gesehen, 12,50 Ringgit sollte die Fahrt kosten. Von letzteren kaufe ich Tickets für 35 Ringgit und denke mir, dass ich mich verlesen habe oder es teurer wurde. Wurde es nicht, wir haben den falschen Zug, der uns aber trotzdem da hin bringt, wo wir hin wollen. Allerdings wirbt er auch damit, der schnellste Zug Südostasiens zu sein. Unterwegs messen wir mit dem GPS. 160 km/h macht er nur. Da kennen wir was anderes in Deutschland. Immerhin hat der gesamte Zug kostenloses WLAN.

Wir wollen nicht direkt zum Flughafen sondern in das nahegelegene Concorde Inn. Hier haben wir uns eine Nacht reserviert, weil es am nächsten Tag früh weiter nach Kambodscha geht. Auf der Karte sah es so aus, als wäre das Hotel direkt am Flughafen und quer über die Strasse zu Fuß erreichbar. Am Flughafen stellen wir fest, dass das Hotel dann doch drei Kilometer über eine Art Autobahn weg ist. Wir versuchen ein Taxi zu bekommen, doch denen scheint die Fahrt zu kurz und sie schicken uns zur Busstation. Die wollen uns aber auch nicht und sagen uns, es gäbe einen Shuttle Bus. Der fährt allerdings nicht an der Busstation, sondern an der anderen Busstation, die nicht ausgeschildert ist. Nach einigem hin und her finden wir dann doch noch den Shuttle Bus an Gate 3 der nicht ausgeschilderten Busebene. Immerhin ist er kostenlos.

Im Hotel angekommen wundern wir uns etwas. Es hat den Charme einer Kaserne. Viele andere schrieben das auch schon auf Tripadvisor, wir finden aber keinen Hinweis auf die frühere Nutzung. Immerhin ist man hier bemüht und freundlich. Wir bekommen unser Zimmer zugewiesen, und zwei Leute zeigen uns nacheinander den Weg. Gleichzeitig buchen wir den Shuttle-Bus (25 Ringit) für 4:30 Uhr am Morgen zum LCCT, dem Low Cost Carrier Terminal, das Luftlinie nur wenige hundert Meter vom normalen Terminal weg ist, aber nur über gut 20 Kilometer Strasse ein mal um den Flughafen rum erreichbar ist. Die Frage nach einem Weckruf verneinen wir, wir haben ja unser Smartphone als Wecker.

Das Hotel ist nicht nur wie eine Kaserne aufgebaut, es liegt auch so abgelegen. Also haben wir keine andere Wahl, als im Hotelrestaurant unser Abendessen zu suchen. Es gibt die Wahl zwischen einem Buffet für 50 Ringgit, 12,50 Euro, oder a la Carte. Nach einem Blick auf die Karte entscheiden wir uns für das Buffet. Vieles davon ist ganz lecker, und wir fressen uns durch. Die Auswahl ist groß, und alleine an der Dessertecke könnte man sich satt fressen.

Um 4:03 Uhr, also 3 Minuten nach unserem Wecker, klingelt das Telefon im Zimmer. Wir werden an den Shuttle-Bus erinnert. Eine wohl verwöhnte Chinesin will erst nicht in den Minibus einsteigen. Sie hatte ein Taxi erwartet, doch am Counter stand nun mal deutlich „Shuttle Bus“. Am LCCT sind so früh um 5 Uhr schon Menschenmassen unterwegs, mit denen wir nicht gerechnet hatten. Trotzdem geht es recht schnell, weil die meisten zu Inlandsflügen wollen.

Der Flug mit Air Asia nach Siam Reap dauert zwei Stunden und bringt uns auf einen hübschen kleinen Flughafen. Wir steigen auf dem Vorfeld aus dem Flugzeug und dürfen ein ganzes Stück über das Vorfeld laufen, bis wir am Terminal sind. Man stelle sich ein mal vor, hier in Deutschland würde das Flugzeug einfach so vor dem Terminal geparkt, Treppen ran geschoben und die Passagiere laufen dann quer über die Fläche zum Gebäude.

Im Terminal sind wir erst etwas verwirrt, denn wir müssen ein Visum machen. Das war uns klar, doch wir hatten erwartet, dass es wie in anderen Ländern auch ein Stempel im Pass ist. Hier nicht. Wir füllen ein Formular aus, auf das ein Foto muss. Ich habe keines dabei, Foodfreak schon. Dann stehen wir vor einem gebogenen Pult, an dem dreizehn Leute sitzen. Der ersten nimmt den Reisepass entgegen, der zweite kassiert. 20 Dollar kostet das Touristenvisum für dreißig Tage. Ich sage, ich hätte kein Foto dabei. Kein Problem, jetzt kostet es 21 Dollar. Damit ist alles gut. Der Pass wandert die dreizehn Leute durch, jeder macht etwas damit, ob Bild mit Person abgleichen, Visum einkleben oder hier und da einen Stempel oder eine Unterschrift setzen. Der letzt gibt den Pass dann wieder raus. Leider haben ich kein Bild von der Bande.

Am Ausgang kaufen wir noch schnell unsere SIM-Karten für 5 Dollar mit 1 GB Internet. Dann werden wir auch schon von unserem Fahrer empfangen. Mit seinem Tuk Tuk, in Siam Reap ist das ein Moped mit Anhänger, bringt er uns in die Stadt. Was wir auf der Fahrt sehen, gefällt uns. Optisch ist Siam Reap gepflegt. Es ist an der Hauptstrassen ausgefächert, nur eine kleiner Kern in der Mitte, das Old French Quarter, ist eng bebaut.

Wir haben schon gelernt, dass Kambodscha ein Polizeistaat ist. Nach der Stadtgrenze werden wir von der Polizei heraus gewunken, der Fahrer muss absteigen. Er geht um die Ecke und gibt dem Polizisten einen Dollar. Dann fährt er ein Stück weiter. Wir denken uns „Du da, Du hast Fahrgäste, gib uns mal einen Teil“. Doch es stellt sich heraus, dass er seine Weste, seine Uniform, wie er erklärt, nicht an hat und deswegen Strafe zahlen musste. Er zieht sie schnell an und bringt uns zum Golden Takeo Guest House. Hier werden wir von Prom, dem Besitzer, nett empfangen.

Wir haben es uns gerade gemütlich gemacht, da fällt der Strom aus. Ohne Klimaanlage können wir auch raus gehen. Es ist heiss. Unser Fahrer wartet und fragt, ob er uns irgendwo hin bringen soll. Wir danken, aber wir wollen zu Fuß durch die Stadt. Als es schon dunkel ist, kommen wir zurück. Der Strom ist immer noch weg, also gehen wir um die Ecke zum 2 Dragons Guest House. Es ist das einzige hier mit Strom, denn vor dem Haus brummt ein Generator. Das von einem Briten geführte Haus hat ein Restaurant mit westlicher, Thai- und Khmer-Küche. Wir essen lecker, trinken billiges Bier, und als wir uns endlich durchringen, im Dunkeln unser Guesthouse zu suchen, ist plötzlich auch wieder der Strom da.

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1 Comment

  1. Ein schöner Bericht – ich könnte jetzt ewig weiterlesen und mich nach Asien träumen!

    Das mit dem kambodschanischen Visum und dem Passfoto bei der Einreise hätte ich Euch sagen können, das fand ich auch lustig. Ein Passfoto ist viel teurer als die „Strafe“. Ein Mitreisender hat übrigens 2 US$ mehr gezahlt, das hängt wohl davon ab. Und eine Mitreisende hatte aus Versehen 25 US$ in den Pass gelegt, also 5 mehr als gefordert, die wurden dann auch genommen. 😉

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