Nein, nach Kuala Lumpur wollten wir wirklich nicht mehr. Nicht mehr nach der Erfahrung von vor viereinhalb Jahren. Das Hotel war schlecht, laut und dreckig, die Stadt laut und die Bahn einfach nur zu voll. Aus der Monorail auszusteigen war ein Abenteuer. Zudem war es heiss und überall kam man als Fußgänger nur kompliziert bis gar nicht hin.

Doch, als wir früh in Siam Reap starten, mit vorgefertigtem Frühstück zum Mitnehmen vom Guesthouse und natürlich unserem Fahrer, wissen wir schon, dass wir den Rest des Tages und einen weiteren vollen Tag in Kuala Lumpur verbringen werden. Wir haben nicht viel Hoffnung, dass es besser werden wird.

Pünktlich bringt uns der Airbus von Air Asia zum Low Cost Carrier Terminal von KLIA, dem Internationalen Flughafens ausserhalb Kuala Lumpurs. Von hier aus fahren wir mit dem SkyBus – dem roten – in die Innenstadt von Kuala Lumpur. Neun Ringit (knapp über 2 Euro) kostet die etwas über einstündige Fahrt. Die Roten, das ist der offizielle Bus, der zu Air Asia gehört. Dann gibt es noch gelbe, zu denen wir vor viereinhalb Jahren nur Warnungen gelesen haben.

Eine Station mit der Bahn von KL Sentral, dem Hauptbahnhof, weg, steigen wir am Pasar Seni aus. Wir sind noch zu früh und wir können in unserem Hotel, dem Geo Hotel, direkt an der Haltestelle, noch nicht einchecken. Wir lagern unser Gepäck im Hotel. Auf der Suche nach einem Mittagessen laufen wir durch das direkt angrenzende Chinatown. Doch fast alles hat zu. Es war Chinese New Year und die meisten Läden machen erst wieder zwei Tage wieder später auf. Mit Mühe und Not finden wir noch einen Strassenstand, der voll besetzt ist. Nach einer Weile können wir uns setzen und bekommen etwas zu essen.

Jetzt ist auch das Hotel so weit und wir können in unser Zimmer. Das nur ein Jahr alte Hotel, vor viereinhalb Jahren war hier nur eine offene Sandfläche, macht einen guten Eindruck. Es ist günstig, die Zimmer sind geräumig und sauber, das Personal freundlich und wir bekommen sogar unsere Boarding Passes für den nächsten Flug kostenfrei ausgedruckt.

Nach einer Weile des ansruhens fahren wir mit der Bahn zum KLCC. Es ist Sonntag, zudem noch der Neujahrstag der Chinesen. Das Center ist überlaufen. Wir brauchen eine Weile, um uns umzusehen und etwas zu essen. Inzwischen ist es draußen dunkel geworden. Wir gehen in den Park hinter dem Center, wo gerade illuminierte Wasserspiele laufen. Es ist einfach schick. Dazu die beleuchteten Petronas Towers – sehr beeindruckend. Trotz der sicher über 1000 Menschen hier draussen im Park am Teich herrscht eine gespenstische Ruhe. Wir sind etwas mit dem Massen versöhnt.

Den nächsten Tag nutzen wir, um uns den alten Bahnhof von Kuala Lumpur anzusehen. Der 1910 in einem gemischten Stil aus Europäisch und Maurisch gebaute Bahnhof dient heute nur noch Regionalzügen als Halt. Das Railway Museum im Inneren ist leider nicht mehr vorhanden, viele Ausstellungsstücke stehen in Folie verpackt in der Halle. Auch das Hotel im Hauptgebäude ist schon lange geschlossen. Wir hätten uns die ehemalige gehobene Herberge gerne angesehen, doch es hängen dicke Ketten vor der Tür. In einem ähnlichen Baustil steht gegenüber noch das Gebäude der Bahnverwaltung. Es ist in bedeutend besserem Zustand.

Weiter geht es zum Central Market (Pasar Seni), der nicht weit weg ist. Aus dem ehemaligen Markt wurde inzwischen eine Halle mit Kunsthandwerkern. Geschuldet ist dies wohl der Bedeutung als Touristenattraktion. Wer einen normalen Markt erwartet, der ist falsch, Souvenirjäger dagegen genau richtig.

Noch ein mal fahren wir zum KLCC. Anscheinend haben noch viele frei, es ist wieder richtig voll. Dieses mal, unter der heißen Sonne, ist auch der volle Park keine Erholung. Statt dessen gönnen wir uns einen Eiskaffee in der geheimen fünften Etage. Das KLCC hat nur vier Etagen, doch im Kinokuniya, einem sehr schicken Buchladen im vierten Stock, gibt es eine Treppe an deren Ende noch eine Menge Bücher und ein Cafe warten.

Kuala Lumpur kann uns zumindest teilweise wieder überzeugen, doch wir müssen trotzdem weiter ziehen.