Den Vormittag verbringen wir noch so lange es geht im Hotel. Wir gehen nur kurz in das angrenzende Chinatown um zu frühstücken. Im Hotel hätte es zwar auch was gegeben, doch das schlecht aussehende Buffet hätte preislich pro Person noch über dem Rahmen gelegen, den unser gemeinsames leckeres chinesisches Frühstück im Hawker Center gekostet hat.

Als wir auschecken müssen, fahren wir mit der Bahn zum KL Sentral. Dort pflanzen wir uns in den Starbucks. Vor viereinhalb Jahren war der schön ruhig gelegen. Es wurde in der Zwischenzeit etwas umgebaut, doch es ist immer noch ruhig genug, um hier die eine oder andere Stunde zu verbringen.

Weiter geht es mit dem Skybus zum Low Cost Carrier Terminal des Flughafens. Wir haben das Ticket vorgebucht und haben uns gewundert, warum wir kein Ticket oder Voucher bekommen haben. Dem Kontrolleur reicht aber die ausgedruckte Version der Buchungszusammenfassung, auf der der Skybus mit drauf steht. Gut so. Nicht so gut für den Busunternehmer: Wäre sie vom letzten Jahr gewesen, hätte er es auch nicht gemerkt.

Wir sind zu früh am Flughafen, und nachdem wir ein paar Runden gedreht haben, sitzen wir lesend am Gate. Air Asia bringt uns nach Kuala Terengganu. Der Flug dauert knapp eine Stunde und kostet pro Person gerade mal etwas über 30 Euro.

Am Flughafen in Kuala Terengganu, der zwar als International ausgegeben ist, an dem aber nicht International geflogen wird, gibt es dann doch genau ein Gepäckband. Er ist wirklich klein. Vier Gates, das war es. Am Ausgang kaufen wir uns einen Taxigutschein. Das gibt es in Malaysia an jedem Flughafen. Die Preise sind fest, der Fahrer kann nicht zu viel verlangen, und der Tourist weiss, woran er ist.

Die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde, und wir kommen am K.T. Travellers Inn an. Das Hotel wurde wohl vor einiger Zeit mal renoviert, den Zimmern sieht man deutlich an verschiedenen Bodenbelägen an, dass die Wände mal wo anders waren. Doch der Raum ist groß, sauber und komfortabel, lediglich die beiden zusammengeschobenen Betten stören etwas. Gegenüber hat ein Strassenstand noch auf – der einzige in Sichtweite – also essen wir da. Auf Anfrage bekommen wir nicht mal eine Speisekarte, die ist auf Malay, doch uns wird sie in kurzen Zügen auf Englisch erklärt. 

Wir stellen fest, dass das Hotel sich nicht da befindet, wo es auf Google Maps eingetragen ist. Also versuchen wir am nächsten Morgen ein Taxi in die Stadt zu ergattern, doch es kommt keines. Sicher hätten wir uns eines rufen lassen können, aber wir sind nun mal schon an der Strasse. Langsam laufen wir die Strasse in Richtung Fähranleger, doch es kommt einfach kein Taxi vorbei. Selbst vor dem nächsten großen Hotel steht kein Taxi. Irgendwann sind wir so weit, dass wir denken, wir können den Rest auch noch laufen. So groß ist das hier alles nun auch wieder nicht.

Komplett Kuala Terengganu scheint nicht da zu sein, wo es auf der Karte von Google verzeichnet ist. Die Strassen stimmen schon, doch alles andere… Angefangen vom Hotel, das weiter außerhalb ist, geht das über das Busterminal, dass ganz wo anders ist, bis zur Fähre, die wir gar nicht finden.

Wir schlendern durch die örtliche Markthalle. Fast alle scheinen das gleiche zu verkaufen, und die Hälfte hat getrocknete Fischchips. Aus dem Markt heraus biegen wir nach Chinatown ab. Auf der Google-Karte laufen wir jetzt über Wasser. Es ist Mittwoch, und fast alles scheint zu zu haben. Wir kommen an der Waterfront an. Die Website der Region bewirbt diese groß als Attraktion mit – Achtung! – KFC und Pizza Hut. Wir sehen nur eine große Promenade am Fluss entlang, die auf beiden Seiten markierte Parkplätze und gar keine Geschäfte hat.

Das einzig Sehenswerte hier, neben dem chinesischen Tempel, ist die Turtle Alley. Ein kleiner Gang zwischen Häusern hindurch, der komplett mit Schildkröten aus Mosaiksteinen und einer Bildergeschichte gestaltet wurde. Das wurde richtig schön gemacht und dient dazu, den Leuten den Schutz der Meeresschildkröten näher zu bringen. Die scheinen hier immer noch lieber gegessen statt angesehen zu werden.

Erst vom Wasser weg in die Stadt hinein finden wir dann endlich das Busterminal. Und den KFC genau gegenüber, aber sicher nicht an der Waterfront.

Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir am Bukit Puteri vorbei, der laut der Regionswebsite eine weitere Attraktion sein soll. Angeblich, so schreibt auch die Infotafel davor, ist er 208 Meter hoch. Wir gehen von 208 Meter Fussweg aus, aber sicher nicht 208 Meter Höhe, denn das kleine Hügelchen mit Turm und Fahnenmast, das sich vor uns erhebt, ist hier direkt an der Küste sicher nicht so hoch.

Außer dem kleinen Chinatown ist es hier sehr muslimisch, und Touristen kommen wohl auch nicht groß in die Stadt. Einige scheinen hier zu übernachten, aber am nächsten Tag fahren sie dann gleich zu den vorgelagerten Inseln weiter. Irgendwann wundert es uns auch nicht mehr, dass wir deswegen immer wieder angestarrt werden.

Eigentlich haben wir noch zwei weitere Tage gebucht und bezahlt, doch wir beschliessen das verfallen zu lassen. Das Hotel war nicht teuer und bei dem Betrag ist uns unsere Lebenszeit mehr wert. Schnell suchen wir uns ein Hotel in Kuantan, wo wir die weiteren zwei Nächte verbringen wollen. Kuala Terengganu taugt wirklich nur für einen Nacht, wenn man vorher nicht anders weiter kommt.