Wir brechen einigermassen früh im Hotel auf. An der Rezeption ist niemand und ich gehe noch mal zurück ins Zimmer. In der Zwischenzeit wird Foodfreak an der Rezeption mit „You stay 16“ begrüßt. Es ist weniger eine Frage als eine Feststellung: „Ihr bleibt bis zum 16.“. Es ist der 14. und sie erklärt schon mal, dass wir abreisen werden. Ich komme zurück und wir checken aus.

Wie schon am Vortag begegnet uns an der Strasse kein Taxi. Doch inzwischen kennen wir ja den Weg zum Bus-Terminal und er kommt uns auch schon nicht mehr so weit vor. Wir sehen die Busanbieter durch. Es kommen nur zwei mit passenden Abfahrtszeiten in Frage. Einer ist schon voll, bei Maju Express ist noch Platz. Wir buchen zwei Plätze im VIP-Bus für knapp unter 20 Ringit (5 Euro). Extragroße Sitze soll es geben, ich freue mich, genau das richtige für meine langen Beine.

Irgendwann kommt dann auch der Bus. Wir steigen ein. Statt vier sind drei Sitze in einer Reihe, das bietet schon mal Platz. Nach vorne ist es etwas eng, aber es passt. Doch dann klappt mein Vordermann seinen Sitz zurück und meine Knie sind im Weg. Nach einer Weile bekomme ich ihn dazu, dass er seinen Sitz wieder nach oben klappt. Trotzdem hampelt er weiter in seinem Sitz herum und das soll dann auch während der Fahrt so bleiben.

Während der Bus anfährt schaue ich mich um, finde noch einige andere frei Plätze vor denen keiner sitzt und setze mich um. Beim Ticketkauf hatte ich auf das Display geschielt und ein paar der Plätze waren als belegt markiert. Ich hoffe, dass dies so bleibt.

Nach gut 45 Minuten wird der Bus von einem entgegenkommenden Polizeifahrzeug angehalten. Es ist keinem klar, was los ist. Noch komischer kommt es uns vor, als die Polizisten und der Fahrer vor dem Bus stehen und einfach nur warten. Nach einer Weile steigt dann ein junger Fahrgast zu, der wohl zum Bus gebracht wurde. Uns kommt diese Art, einen verpassten Bus einzuholen, komisch vor, aber wenn es denn so sein soll. Wir spekulieren auch nicht, wie reich oder einflussvoll die Eltern sein müssen.

Unterwegs hält der Bus noch zwei weitere mal und es steigen Leute zu, der Platz vor mir wird auch belegt, aber nicht nach hinten geklappt. Meiner bleibt unbeansprucht. Ich und meine Knie haben Glück gehabt.

In Kuantan wird das Busterminal renoviert und die Busse halten auf einem Platz vor dem Stadion. Die Verkaufsschalter sind unter Partyzeltdächern untergebracht. Gegenüber gibt es einen Taxistand. Für 10 Ringit (2,50 Euro) findet sich ein Taxifahrer, der uns zum Hotel Sentral bringt. Dieses liegt, laut Website, „strategically located“, wie fast alles hier. Beim Hotel Sentral bedeutet dies, am Fluss. Nachdem unsere Reservierung erst nicht gefunden wird, können wir schließlich doch noch unser Zimmer beziehen. Es ist ganz ok eingerichtet, nur die Dusche wird nicht richtig warm.

Wir machen einen Spaziergang um das Bus-Terminal zu finden, an dem die lokalen Busse fahren. Doch erst stellen wir fest, dass das Hotel nicht da ist, wo es auf der Karte von Google – und anderen – sein soll. Dafür ist das Bus-Terminal dann wohl gar nicht mehr da, wo wir es vermuten. An der Rezeption schickt man uns immer wieder zur Haltestelle des Stadtbusses, was uns auch nichts nützt.

Auf einem weiteren Spaziergang laufen wir zur Kuantan Parade. Es soll die zweitgrößte Mall der Stadt sein. Überhaupt, fragt man nach Sehenswürdigkeiten, werden immer Malls genannt. Wir haben das Gefühl, Shopping ist das wichtigste. Die zweitgrößte Mall der Stadt kommt uns wie einen Zusammenstellung von Butzen vor. In Bangkok oder Singapur, thematisch geordnet, hat das einen gewissen Charme, doch hier wirkt es seltsam.

Wir flüchten und gehen eine andere Strasse zurück, in der Hoffnung, doch noch das Bus-Terminal zu finden. Wir haben kein Glück. Im Old Town White Coffee, einer lokalen Kette, die ein bisschen auf Starbucks mit Restaurant macht, essen wir zu Abend. Für eine Kette ist das Essen gut und günstig. Dabei entstand auch das Bild des blutig aussehenden Tofus.

Da es nicht viel in Kuantan zu sehen gibt, laufen wir am nächsten Tag zur East Coast Mall. Eigentlich wollen wir nur die Moschee fotografieren und eine Strasse weiter gucken, ob da ein Stadtbus fährt. Wir finden die Haltestelle (wie erwartet) nicht, doch wir sehen einen Bus, der abbiegt. Ein Taxi ist natürlich auch nicht in Reichweite. An der Strasse, an der der Bus abbog, sehen wir schon die Türme des Zenith-Hotels. Die Mall liegt davor. Wir beschliessen, zu laufen. So weit ist es nun auch nicht mehr.

Wir besichtigen die größte Mall der Stadt. Diese sieht schon eher wie eine Mall westlichen / modernen Zuschnitts aus. Nach ein paar Stunden mit dem freien WLAN von Starbucks haben wir auch die Planung für die nächsten Tage durch. Ein mal um das Stadtion rumgelaufen, kaufen wir Bustickets nach Kuala Lumpur. Anstatt von Kuala Lumpur dann mit dem Bus nach Singapore zu fahren, haben wir spontan einen Flug gebucht. 24 Euro mit allem drum und dran kostet der pro Person mit Air Asia. Gerade mal drei Euro mehr hätte es mit Tiger Airways gekostet. Da haben wir nicht lange überlegt. Ausserdem haben wir beschlossen, am nächsten Tag nicht mit dem Bus nach Cherating zu fahren sondern ein Taxi zu nehmen. Das ist zwar ungleich teuerer, doch im Gegensatz zum Bus, von dem wir immer noch nicht wissen, wo er fährt, können wir dies zum Hotel kommen lassen.