Nach dem Frühstück, das nicht wirklich das Highlight des Hotel Sentral in Kuantan ist, lassen wir uns ein Taxi rufen. Ein mittelalter Proton Saga fährt vor. Der Fahrer bringt uns durch regnerisches Wetter in dieser hügeligen Landschaft, die abgesehen von den Temperaturen und den Palmen auch in den Alpen sein könnte, nach Cherating. Von den Hügel strömen Nebelschwaden in das Tal, Wasser sammelt sich auf den Strassen und alles sieht trostlos aus.

In Cherating finden wir dann das Payung Guest House. Ein kleine Butze ist Rezeption und Tourbüro, daneben ein Wellblechdach auf Stützen, darunter ein Fernseher und ein Bücherregal, als Lobby.

Wir werden von einem älteren Mann, der wohl der Besitzer ist, und hier fern sieht, freundlich begrüßt. Er führt uns zu einer Hütte, hier Chalet genannt, die auf den ersten Blick ganz gut aussieht. Drinnen sehen wir uns nicht ganz so gut um, als er uns alles zeigt. Dann lässt er uns erst mal alleine, und starker Regen setzt ein.

Zu erst sitzen wir noch auf der Terrasse, was eigentlich ganz nett ist. Doch dann wird der Regen stärker und durch den Wind auf die Terrasse geweht. Wir verziehen uns in das Innere der Hütte. Hier stellen wir fest, dass sie im Prinzip aus dünnen Wänden aus Holz und einem Wellblechdach mit Pressspanplattenverkleidung besteht. Die Deckenplatten haben deutliche Wellen durch Wasser und bedenkliche Flecken, denen wir Schimmel unterstellen. Über die restliche Einrichtung des Raumes, genauer das Bett, wollen wir erst gar nicht nachdenken. Jedenfalls ist es unbequem, und die dickere Synthetikdecke den Umgebungstemperaturen nun gar nicht angepasst. Sicher wurde die Bettwäsche frisch gewaschen, aber bei dem Blick an die Decke der Hütte hält dieses Gefühl nicht lange an. Immerhin hat die Hütte eine Klimaanlage, doch den genaueren Blick durch den Luftschlitz hätte ich besser nicht getan. Das Innere sieht nicht aus, als wäre es jemals gereinigt worden.

Von diesem Hauptraum geht eine gemauerte und geflieste Treppe zwei Stufen nach unten in einen kleineren Raum, in dem ein Spülbecken mit Geschirr und Besteck wartet. Darunter gibt es noch einen kleinen Kühlschrank und einen Tisch mit Wasserkocher. Das hier macht einen bedeutend besseren und neueren Eindruck.

Daneben gibt es noch einen weiteren kleineren Raum, die Nasszelle, wie man es so schön nennt. Die Toilette sieht, abgesehen von den Rostwasserspuren, sauber aus. Der Spülkasten dagegen fällt halb auseinander und hat hübsche dunkle Schimmelflecken. Auf dem Boden steht so einiges an Wasser. Kein Wunder, denn es tropft nicht nur an zwei Stellen aus dem Spülkasten, sondern auch durch die Decke. Letzteres in etwa da, wo die Dusche ist. Den Grund finden wir schnell. Eine Pflanze hat sich schon deutlich durch das transparente Stück im Dach, das tagsüber als Lichtquelle dient, gearbeitet. Sogar Blätter wachsen an dem Stück Pflanzenstengel, das hier in der Dicke schon im Zentimeterbereich ist. Die elektrische Verkabelung mit offenen Kabel in diesem Raum ist auch nicht gerade vertrauenserweckend.

Wir sind uns relativ schnell einig, dass wir hier nicht bleiben wollen. Schon gar nicht die Woche, die wir geplant haben. Die erste Nacht ist bezahlt, und die wollen wir bleiben. Unter anderem um das funktionierende WiFi zu nutzen. Schnell findet sich in Kuantan ein gutes Hotel, das noch etwas frei hat. Dummerweise ist es das teuerste in der Stadt. Doch wir buchen. Das muss jetzt sein. Noch positiver ist die Lage des Hotels: Direkt gegenüber der größten Mall der Stadt, mit einem Starbucks und dem Bus-Terminal dahinter.

Wir bestellen uns für den nächsten Tag ein Taxi und gehen essen. Mit dem Hotel im Hinterkopf und einem leckeren Bananen-Roti auf dem Tisch sieht es hier nicht mehr all zu schlimm aus. Cherating macht auf uns einen toten Eindruck. Dank des Regens sehen wir aber auch nicht viel. Nicht mal den Strand. Doch der soll aber auch nicht all zu toll sein.