Die vorletzte Station unseres Trips sollte Singapur sein. Auch hier waren wir vor viereinhalb Jahren schon gewesen. Doch die Stadt entwickelt sich unglaublich schnell und dauernd entsteht neues. Es gibt so viel zu gucken, da kann man fast nicht oft genug kommen.

In Kuala Lumpur verlassen wir das Hotel nachdem wir unsere Frühstücks-Runde durch Chinatown gedreht haben. Die LRT bringt uns zum zentralen Bahnhof KL Sentral. Weiter geht es mit dem SkyBus von AirAsia zum Billigflieger-Terminal des Flughafens. Der Flug nach Singapur dauert keine Stunde.

Am Flughafen von Singapur besorgen wir uns erst ein mal eine Guthabenkarte der SMRT, des lokalen Verkehrsbetriebes. Die ez-link-Card kostet 12 S$ und hat schon 7 S$ Guthaben drauf. Wir haben und ausgerechnet, das wir mit einer Tageskarte mindestens 5 mal fahren müssen, um günstiger zu sein. Das bekommen wir nicht zusammen. Außerdem gibt es mit der ez-link sogar noch Rabatt auf den Fahrpreis.

Mit der Bahn fahren wir vom Flughafen in die Stadt. An der Station Bras Basah steigen wir aus und laufen die 100 Meter zur Bencoolen Street. War die Linie, mit der wir fuhren vor viereinhalb Jahren noch nicht in Betrieb wird hier schon an der nächsten gebaut. Dummerweise direkt neben unseren Hotel, dem Hotel 81 Bencoolen.

Wir beziehen unser Zimmer, das eher praktikabel als hübsch ist. Doch in Singapur ist es schwer etwas bezahlbares zu finden. Für den Preis ist es OK. Wir gehen direkt wieder los. Auf der anderen Baustellenseite ist ein 7-11. Wir wollen hier eine SingTel-SIM-Karte kaufen. Erst beim bezahlen stellen wir fest, das es eine von StarHub ist. Plötzlich wird der Mann hinter der Kasse ungemütlich und gibt uns die Schuld an der falschen Karte. Wir gehen wieder und lassen ihn stehen. Direkt daneben an der Straßenecke gibt es einen Kopitiam, eine Art Food Court. Wir essen erst mal etwas und sehen uns dann die Gegend an in der Hoffnung, ein weiteres Geschäft zu finden, das SIM-Karten verkauft. Wir laufen durch die Unterführung der SMU, der Singapore Management University, und landen in einer Parallelstraße. Hier finden wir einen Cheers und hier versucht man nicht, uns eine andere Karte unterschieben.

Unser Rundgang durch das Viertel führt uns bis zur Plaza Singapura, einer großen hübschen Mal, die vor viereinhalb Jahren nur halb so groß und bedeutend heruntergekommender war. Auf dem Rückweg kommen wir am SOTA, der School of the Arts, vorbei. Damals war das noch eine Baugrube. Dann treibt es uns auch schon ins Bett. Wir wollen an nächsten Tag früh aufstehen, denn wir wollen wandern, im Grünen, in der Stadt.

Wir stehen wirklich früh auf, denn wir wollen nicht in die Mittagshitze kommen. Nach einem Frühstück im Kopitiam um die Ecke fahren wir bis zur Harbourfront. Hier wollen wir uns im Supermarkt im Keller der Mall mit Wasser und Bananen ausrüsten. Alle Supermärkte, die wir in Malls gesehen hatten, machten früher auf, als der Rest. Doch nicht hier, der Cold Storage öffnet erst um zehn. Das ist zu spät, doch ohne etwas zu trinken wollen wir nicht los. Wir ändern unseren Plan.

In der dritten Etage der VivoCityMall fährt eine Monorail nach Sentosa. Vor viereinhalb Jahren war die Insel vor Singapur noch ziemlich grün mit eine paar Baugruben. Heute ist es mit Disneyland vergleichbar. Ein Universal Studios Themenpark ist die Hauptattraktion, doch aussenrum hat man so vieles gebaut. Zum Merlion, der Löwenstatue, hoch, erstreckt sich eine Mischung aus Mall, Hotels und Nobelrestaurants. Wir gehen in die Underwater World, einem neuen Aquarium. Im alten gab es einen langen Tunnel, den gibt es im neuen nicht mehr. Dafür haben sie beim Bau ein Becken mit einer großen, einer sehr großen Scheibe eingeplant. Hier kann man sich Theaterähnlich auf den Boden setzen und den Rochen und anderen Fischen beim vorbeiziehen zusehen.

Wir sehen uns noch eine Weile um und steigen die Treppen bis zum Merlion hoch. Doch dann haben wir genug. Das hier ist uns zu künstlich. Wir verschwinden wieder. Online haben wir eine Wäscherei, die schnell, zuverlässig und günstig ist, ausfindig gemacht. Sie ist an der Orchard Road, der Haupteinkaufsstrasse mit unzähligen Malls. In einer zurückgesetzten, kleinen Mall, finden wir die Wäscherei, die von einem älteren chinesischen Paar betrieben wir. Zu Fuß schlendern wir durch den Istana Park zurück zum Hotel, denn die Strecken in Singapur sind kürzer, als sie auf der Karte aussehen.

Für den nächsten Tag bereiten wir uns vor und wir können wirklich früh los. Wieder fahren wir bis Harbourfront und steigen um. Wenige Station später steigen wir an der Station Pasir Panjang aus. Wir laufen ein Stück zurück und dann die Pepys Road den Berg hoch. Auch das ist nicht so weit wie gedacht. Oben angekommen sind wir praktisch am westlichen Startpunkt des Southern Ridges Walk. Hier geht es nach Westen in den Kent Ridge Park und nach Osten auf den Canopy Walk. Wir laufen den Canopy Walk entlang. In unserer Vorstellung dachten wir, er wäre, wie es sich gehört, an den Bäumen aufgehängt. Doch es ist nur eine Holzplanken-Strecke auf Pfosten. Trotzdem bietet er eine gute Aussicht und einige Einblicke von oben in die Dschungelwelt.

Ein Verbindungsweg schlängelt sich vom Ende des Canopy Walk zum Hort Park. Der Hort Park hat einen nicht zugänglichen Gärtnereiteil und einen zugänglichen Schaugarten. Nach ein paar Gewächshäuser, die nur von aussen betrachtet werden können, gibt es kleine Gärten um verschieden Themen. Uns haben es die Gemüse- und Kräutergärten angetan. Eigentlich darf hier nichts mitgenommen werden, doch ein Gärtner, den wir nach einer Bohnensorte gefragt haben, drückt uns ein paar Samen in die Hand, nachdem wir ihm sagten, dass es diese Sorte in Deutschland nicht gibt. Bald erreichen wir dann auch das Ende des Parks und wir müssen ihn verlassen. Aber erst machen wir in den Schatten noch eine Pause.

Mit dem Ziel, alle Parks der Stadt fußgängertauglich zu verbinden, hat Singapur so einiges gebaut. Wir erreichen das Alexandra Arch. Eine kurvenförmige Brücke über eine breite Strasse. 80 Meter geht es über das Designerstück. Das einzige, das fehlt, ist der Schatten. Auf der anderen Seite beginnt der Forest Walk. Das Stahlgerüst ist zwischen drei und achtzehn Meter hoch und führt 1,3 Kilometer durch die Baumwipfel auf die Hügel von Telok Blangah. Auch hier sind die Ausblicke toll, die Schattenstücke aber selten.

Der Telok Blangah Hilltop Walk führt einen Kilometer bis zu den Henderson Waves. Die Henderson Waves sind zwar nur 274 Meter lang, aber mit 36 Metern Höhe die höchste Fußgängerbrücke der Stadt. Sie führt über eine Mehrspurige Strasse und ist das Highlight der Tour. Die Brücke ist von aussen gesehen, wellenförmig gestaltet und sieht so besonders nachts beleuchtet richtig toll aus. Wir haben das leider nur auf Bildern gesehen. Von der mit Holz gedeckten Brücke ist der Ausblick nach Süden über die Keppel Bay mit ihren futuristischen Gebäuden fast schon atemberaubend.

Über den Faber Trail geht es auf den Mt. Faber von wo eine Seilbahn bis nach Sentosa fährt. Über den Marang Trail geht es dann hinunter bis zur Harbourfront. Auf der neun Kilometer langen Strecke haben wir ein sehr grünes Singapur gesehen. Und entsprechend erschöpft sind wir auch. Bei über dreissig Grad auf und ab sind wir nicht gewöhnt. Den Abend vertreiben wir uns in der Loof Bar. Es wir groß damit geworben, dass sie auf einer Dachterrasse mit super Blick liegen. Die Dachterrasse ist die dritte Etage des Vorbaus eines Hochhauses. Immerhin sieht mal einen Teil der Skyline, das Marina Bay Sands und den Singapore Flyer.

Einen weiteren Tag verbringen wir in den Botanical Gardens. Hier ist der Eintritt frei, lediglich für den Orchideengarten muss gezahlt werden. Der Evolution Garden versucht mit Nachbildungen und teilweise auch mit echten Pflanzen aus der entsprechenden Zeit, die Erdgeschichte näher zu bringen. Nicht weit um die Ecke gibt es den Healing Garden. Heilpflanzen werden hier gezeigt und mit Schildern informiert der Park über die Pflanze selbst und deren heilende Fähigkeiten. Etwas um die Ecke ist dann auch der Food Court versteckt, wo man günstig und lecker essen kann. Mitten im Park gibt es dann noch einen alten Regenwald, der älter als der Park selbst ist. Noch viele andere Gärten und Attraktionen sind quer durch die Botanical Gardens verstreut. Ein Tag reicht nicht, um alles zu sehen und so haben wir uns auch nur ausgesucht, was uns interessierte. Schön waren auch die Wasserspender, die an den Toilettenhäuschen angebracht waren, um der Dehydrierung vorzubeugen. Abends besuchen wir noch das National Museum, das direkt um die Ecke vom Hotel liegt. Freitags ab 18 Uhr ist kostenloser Eintritt. Die Hälfte der Ausstellungen ist wegen Umbauarbeiten geschlossen und wir sind froh, keinen Eintritt bezahlt zu haben.

In Fußentfernung zum Hotel liegt der Fort Canning Park. Am nächsten Morgen nehmen wir den in Angriff. Hinter dem National Museum führt eine Rolltreppe im Freien in den Park. Die Rolltreppe funktioniert zwar nicht, erspart uns aber einen längeren kurvigen Weg um die Grünanlagen des Museums herum. Ein Spice Garden erwartet uns, doch erst müssen wir uns durch eine Bustour mit Chinesen kämpfen. Hier entdecken wir dann einige Pflanzen, die wir zwar vom Namen her kannten, aber nie gesehen hatten. Sehr spannend. Wir spazieren am ehemaligen Fort vorbei und nach dem Abstieg aus dem Park heraus sind wir auch schon am Clarke Quay. Wie schon erwähnt, die Strecken in Singapur sind kürzer als erwartete. Am Wasser entlang laufen wir am Parlament vorbei bis zur Raffles-Statue. Über die Brücke geht es bis zum Fullerton Hotel und schwups sind wir im Bankenviertel. Etwas schwerer ist es das Mint Toy Museum hinter dem Raffles Hotel zu finden. Dafür hat es aber eine schöne Sammlung alter Spielzeuge, die es sich lohnt, anzusehen.

Als der nächste Tag anbricht, heisst es für uns packen. Wir drehen noch eine Runde durch das Viertel und schnappen uns dann unsere Rucksäcke. Wir müssen auch nicht weit und fahren bis zur Station Bayfront. Hier, direkt über der Station, liegt unser nächstes Hotel. Wir haben uns eine Nacht im neuen Stern von Singapore gegönnt. Das Marina Bay Sands erhebt sich mit seinen drei Türmen und der darauf liegenden Plattform über uns. Da wir früh sind und noch nicht einchecken können, geben wir unser Gepäck ab und gehen in den neuesten Park der Stadt. Die Gardens by the Bay.

Eine Unterführung führt direkt von Hotel bis kurz vor die Brücke, die in den neuen Park führt. Leider ist der Park noch zu neu, es gibt nicht genug Schattenbäume, die hoch genug wäre, um ihrem Namen gerecht zu werden. Allerdings gibt es hier auch besondere Bäume, die Supertrees, die schon von weitem zu sehen sind. Zwischen 25 und 50 Meter hoch sind diese Bäume aus Beton und Stahl. Doch sie haben nützliche Funktionen. Sie sammeln Regenwasser zum Bewässern und für die Brunnen. Zusätzlich sorgt eine Photovoltaikanlage für die Energieversorgung. Neben den Bäumen stehen dann auch die beiden „Gewächshäuser“. Der Flower Dome ist 1,2 Hektar groß und simuliert ein mildes trockenes Klima mit den entsprechenden Pflanzen darin. Daneben steht der Cloud Forest, nur 0,8 Hektar groß, dafür aber hoch. Im inneren ist ein 42 Meter hoher künstlicher Berg angelegt, aus dem ein 35 Meter hoher Wasserfall zu Boden fällt. An dem Berg werden tropische Klimazonen zwischen 1000 und 3000 Meter Höhe simuliert und er ist entsprechend bepflanzt.

Inzwischen ist es auch Nachmittag geworden. Wir können unser Zimmer beziehen. Wir bekommen eins in der fünfzehnten Etage mit Meerblick. Unter unser liegen die Gardens by the Bay und wir haben von hier den kompletten Überblick. Im Dunkeln sind die Supertrees beleuchtet und zeigen ihre volle Pracht. Dahinter liegt die Strasse von Melacca und wir sehen unzählige Schiffe. Wir halten uns nicht lange im Zimmer auf. Wir wollen auf das Dach. Schnell ziehen wir die Badesachen an und auf geht es. Der 140 Meter lange Infinity-Pool auf dem Dach in 200 Metern Höhe ist nur für Hotelgäste offen. Das war der Hauptgrund für die Hotelbuchung. Doch oben fühlen wir uns wie auf Mallorca. Es ist voll, entspannend ist anders. Trotzdem wagen wir uns in den Pool und an die Kante. Nur von einem kleinen Überlauf getrennt schauen wir von hier oben auf die Skyline von Singapur hinab. Die Aussicht ist grandios. Der Rest ist aber so wie das gesamte Hotel: überbewertet. Als Touristenattraktion kann es herhalten, doch es wird dem Standard, den es bieten will, nicht gerecht.