Am dritten vollen Tag in Hongkong war wieder Sightseeing in der Stadt angesagt. Mit der U-Bahn fuhren wir bis Tsim Sha Tsui. Nach einer kurzen Orientierungsphase, für Fußgänger ist hier in Hongkong nicht viel ausgeschildert, fanden wir den Weg in Richtung Hafen. Und ist doch mal ein Schild vorhanden, so weist es auch nur annähernd in die Richtung, in die man sich wenden muss. Insgesamt scheint mir, sind die Asiaten nicht gerade Fußgänger.

Auf dem Weg zum 1881 Heritage kamen wir zu erst an einem alten schönen Feuerwehrwagen vorbei. Dann überflutete uns aber Kitsch des Geländes. Im ehemaligen Hauptquartier der Hong Kong Marine Police ist eine Ausstellungshalle entstanden, die Hongkong zur Viktorianischen Zeit zeigt. Natürlich darf bei so etwas das Hotel und die Shopping Mall nicht fehlen. Vor den Gebäuden, die sehr schön wieder hergerichtet wurden, wartet ein übergroßer Teddybär auf die Besucher und noch einige andere Ausstellungsstücke zeigen den Kitschfaktor, den man hier den Besuchern wohl übermitteln will.

Wie gingen schnell weiter zum Clock Tower. Der steht nur ein Stück um die Ecke, direkt neben den Piers und dem Hong Kong Culture Center. Der 44 Meter hohe Turm, gebaut 1913, ist das letzte Überbleibsel der ehemaligen Kowloon Station der Kowloon-Canton Railway. 1975 wurde der Bahnhof verlegt, 1977 abgerissen. Doch der Turm blieb stehen, als Kompromiss für die Abrissgegner.

Das daneben liegende Hong Kong Space Museum haben wir ausgelassen, die Bewertungen lasen sich nicht so gut und ausserdem waren wir mal wieder so früh unterwegs, dass es noch zu hatte.

Weiter ging es am Hafenrand entlang. Nicht weit und wir standen am Beginn der Avenue of the Stars. Nach dem Vorbild des Walk of Fame in Los Angeles wurde hier ein ähnlicher Weg geschaffen. 83 chinesische Filmstars haben sich hier im Boden mit Handabdruck verewigt. Eingerahmt ist dies von einem 1,5 Kilometer langen Weg mit Sitzgelegenheiten und zum Thema Film passenden Statuen von Kameraleuten und anderer Art von Technik. Auf halber Strecke darf natürlich die Statue von Bruce Lee nicht fehlen.

Auf einem kleinen Umweg sind wir dann zurück zum Kowloon Park. Dieser Park liegt auf dem Grund einer ehemaligen britischen Kaserne. Hier verbirgt sich eine grüne Oase in der Stadt, die zum ausruhen und durchatmen einlädt. Mit vier Museen, unter anderem dem Hong Kong Museum of History, einem Sportcenter mit Schwimmbad und Olympia-Schwimmbecken, und anderen Sehenswürdigkeiten wie den Stone wall trees bietet er so einiges.

Wieder zurück auf Hongkong Island wollten wir uns eine Rolltreppe ansehen. Doch wir mussten sie erst finden, denn die Schilder „Escalator“ ab U-Bahn-Station schienen uns im Kreis zu führen. Der Central-Mid-Level-Escalator ist mit 800 Meter die größte überdachte Rolltreppe der Welt. Natürlich ist sie keine 800 Meter am Stück lang sondern in Einzelteile unterbrochen. 135 Meter geht es hier nach oben. Bis 10 Uhr morgens fährt sie nach unten, danach nach oben. Als die Rolltreppen 1993 eröffnete wurden, war an täglich 27.000 Menschen gedacht worden, die sie benutzen würden. 55.000 wurden es. Heute ist es eine Touristenattraktion. Auf halbem Weg gab es dann Mittagessen bei einem teuren Japaner.

Eine weitere Ruheoase in der hektischen Stadt ist der Victoria Park an der Causeway Bay. Neben vielen Sportplätzen mit anschliessenden Umkleiden und öffentlichen Duschen bietet der Park viel grün und  ein Modellbootbecken. Ausserdem ist er der ideale Ausgangspunkt, um die Noonday Gun zu besichtigen. Letztere ist eine alte Artillerie-Kanone, die an der Causeway Bay noch heute steht und aus Tradition zum Jahreswechsel abgefeuert wird. Vom Victoria-Park geht eine Fußgängerbrücke über die große Strasse, die die Bay vom Rest trennt. So sind es nur noch ein paar Hundert Meter zur Kanone anstatt umständlich durch Über- und Unterführungen hin zu gelangen. So z.B. die Unterführung am World Trade Center, dem gegenüberliegenden Gebäude, deren Eingang wir nicht mal gefunden haben.