Vorurteil: Amerikaner sind gehfaul und fahren sogar die 150 Meter zum nächsten Supermarkt mit dem Auto. Bill Bryson will damit Schluß machen und seinen Landsleuten zeigen, daß es auch anders geht.

Mit seinem Freund Katz, einem wahren Prachtexemplar von einem Amerikaner, der mit seiner doch gewaltigeren Leibesfülle und seiner unglaublich starken Leidenschaft für Schokoriegel nicht gerade die besten Voraussetzungen mitbringt, will er den Appalachian Trail abgehen. 3.540 Kilometer durch die Wälder und Berge im Osten Amerikas. Quer durch 14 Bundesstaaten.

Im vorliegenden Buch beschreibt Bryson humorvoll und selbstironisch seine Erlebnisse. Natürlich bleibt es nicht aus, dass er immer wieder in bösem, sarkastischem Ton auf seinen Mit-US-Amerikanern herumhackt. Er lässt keine Gelegenheit aus, um auf Mißstände in der Bevölkerung hinzuweissen.

Aber nicht nur die Leute, auch das Land steht in der Kritik. Den rohen Umgang mit den Wäldern Amerikas belegt er mit ausführlichen Statistiken, die sogar für Zahlenhasser noch amüsant geschrieben sind. Auch die Überraschungselemente kommen nicht zu kurz auf der Reise, was den Leser dazu veranlasst, das Buch keine Sekunde auf die Seite zu legen. Bill Bryson hält uns in seinem Bann gefangen.

Wie viele Kilometer er nun wirklich geschafft hat und was aus dem Plan wurde, will ich hier nicht verraten. Das muß sich jeder selbst erlesen. Ein perfektes Buch für zwischendurch oder um seine Stimmung aufzubessern. Die Lachanfälle bleiben sicher nicht aus.

Erschienen bei Goldmann 1999, ISBN 3-442-44395-4, 343 Seiten