Im Grand Canyon Village gibt es wenig Auswahl an Gastronomie. Zur Bright Angel Lodge, in der wir nächtigten, gehören zwei Restaurants. Ein eher einfaches im Stile Steakhouse und ein gehobeneres. Da wir auch nicht groß mehr wegfahren wollten, weil die Parkzufahrt nachts geschlossen hat, wollten wir unser Glück im Bright Angel Restaurant versuchen.

Schon auf dem Weg zum Eingang, der im Hauptgebäude der Lodge liegt, sahen wir, dass Leute Schlange standen und einige auch wieder gingen. Als wir endlich an der Reihe waren, teilte man uns mit, dass alles besetzt sei, man uns aber einen Beeper mitgeben könne und wenn dann ein Tisch frei würde, so in etwas einer Stunde, würden wir dann gerufen. Wir überlegten kurz und nahmen das Angebot an.

Mit dem Beeper in der Hand sahen wir uns das andere, teurere Restaurant an, doch auch hier war es nicht besser mit der Warterei. Gut eine Dreiviertel Stunde trieben wir uns in der Lobby und dem Souvenir-Shop herum, bis unser Beeper vibrierte und blinkte. Zurück am Empfang sassen wir auch blitzschnell an einem Tisch und hatten Speisekarten in der Hand. Auch das übliche Glas Wasser stand schneller auf dem Tisch als wir gucken konnten und wurde auch regelmässig nachgefüllt. Die Einrichtung des Restaurants kann man durchaus als rustikal bezeichnen. Viel Holz, auf alt gemachte Kronleuchter.

Die Speisenauswahl ist nicht groß und beschränkt sich auf amerikanische Klassiker: Ribs, Steak, Fried Chicken, etwas Pasta, wenig Fisch. Die Abendgerichte kamen zwingend mit Suppe – entweder Maissupe oder Roast Pepper. Wir entschieden uns für die Paprikasuppe. Zum Hauptgang sollten es ein mal Ribs und ein mal Steak sein.

Die Suppe kam, im tiefen Teller, mit Klecksern am Rand. Beim Anrichten scheint man hier auch eher auf Geschwindigkeit aus zu sein. Als Dekoration gab es noch etwas Sahne. Die Konsistenz, auch wenn ich damit dem Koch Unrecht tue, erinnerte doch stark an Dosensuppe. Schleimig lief sie vom Löffel, doch sie schmeckte recht gut. An Gewürz war auch nicht gespart worden, wir konnten uns allerdings nicht darauf einigen ob das nicht Geschmacksverstärkern zuzuschreiben war.

Die Ribs waren nicht das, was wir erwartet hatten. Prickly Pear Jelly war über den Ribs, sie waren widerlich süß und schmeckten sonst nach nichts. Eben so war das Kartoffelpüree dabei quietschsüss und dem gerösteten Mais wurde in Salzwasser jeglicher Geschmack geraubt. Das Fleisch der Ribs wäre noch ok gewesen, hätte es nicht alt geschmeckt und wäre es ordentlich gegrillt worden. So war es aber nur wabbelig durch das nicht herausgegrillte Fett.

Immerhin das Steak war gut. Medium gebraten wie bestellt und butterzart. Nur leicht gewürzt und wohl auch gutes Fleisch. Die Beilagen dazu, eine Ofenkartoffel ohne jeglichen Geschmacks und Brokkoli mit Möhrchen, die so weich gekocht waren, dass jeder ohne Gebiss sie zwischen Gaumen und Zunge zerdrücken könnte, konnte man getrost vergessen.

Auch der Wein, ich kann nicht mehr sagen, welchen, den wir zum Essen bestellt hatten, ist keiner Erwähnung wert.

Alles in allem würde ich weder noch ein mal am Grand Canyon übernachten noch ein mal dort essen. Ich kann nichts über die Qualität der anderen Restaurants sagen, aber im Bright Angel muss das nicht noch mal sein. Da die Gerichte aus dem zweiten, gehobeneren Restaurant aus der gleichen Küche zu kommen scheinen, kann man da aber Schlüsse daraus ziehen. Immerhin war der Service schnell und freundlich.