Für unseren USA-Urlaub hatten wir das Vergnügen vier mal mit British Airways zu fliegen. Auch wenn wir ursprünglich mal gesagt haben, wir würden nicht durch Heathrow wollen, hatte es Gründe diese Option doch zu wählen. Zum einen der Preis. Der von uns ausgewählte Flug sollte von Hamburg nach Las Vegas, von Tucson nach San Francisco und von da zurück nach Hamburg. Nun, unser Flug war nicht der günstigste, aber weit vorne mit dabei. 971 Euro bezahlten wir, knapp über 850 Euro war der günstigste, mit langen Wartezeiten und einem Umsteiger mehr. Unser Flug war so, dass wir nie länger als drei Stunden an einem Flughafen warten mussten. Also bissen wir in den sauren Apfel, entschieden uns für British Airways und Heathrow.

Nach der Buchung wollte ich uns Plätze reservieren. Wie ich das von Emirates kannte, ging ich in die Buchungsverwaltung und wurde erst mal erschlagen. 12 Euro sollte es pro Person und Platz auf der kurzen Strecke nach London, 30 Euro nach USA kosten. Ich traute meinen Augen nicht. Hochgerechnet hätte ich also 168 Euro berappen müssen, hätte ich unsere Wunschplätze reserviert. Was bei Emirates immer umsonst ist, das geht bei British Airways erst 24 Stunden vor Abflug beim Online-Check-In. Das war nun etwas unerwartet, doch ich akzeptierte es zähneknirschend, und wartete.

Das Abenteuer begann auch gut. Mit einer A319 ging es von Hamburg nach London. Beim Online-Check-In bot mir das System in Reihe 4 die Plätze A und C an. B war nicht zu finden. Auch nicht auf dem Sitzplan. Doch zwischen den beiden war eine Lücke eingezeichnet. Auf gut Glück wählte ich diese Sitze aus und fand mich schon damit ab, dass dann doch jemand zwischen und sitzen würde. Wir hatten Glück, denn es war die letzte Premium Economy-Reihe, die wohl nicht bebucht war. Somit hatten wir genug Platz.

In London mussten wir nach der Landung erst noch ein mal durch die Security. Wir kamen aus einem Flugzeug, waren überprüft worden, doch um in das nächste Flugzeug zu kommen alles noch ein mal von vorne. Nach einem nicht ganz so tollen Mittagessen gingen wir zu unserem Gate, das erst eine knappe Stunde vor Abflug auf den Anzeigen angegeben wurde. Mit einer guten Stunde Verspätung hob unsere Boeing 747-400 dann ab. Nun ist es eine ganze Weile her, dass wir das letzte mal mit einer 747 geflogen sind. Genauer 8 Jahre, diese war von Lufthansa und kam uns damals geräumiger vor. Hier herrschte vor allem Enge. Nach vorne ging es gerade so, trotz meiner langen Beine, doch die Sitzbreite machte selbst mir zu schaffen. Und ich bin schmal. Zehneinhalb Stunden harrten wir in dieser Maschine aus, einen guten Teil davon standen wir hinten vor dem Crew Rest am Notausgang.

Die Essensversorgung war auch nicht ideal gelöst. Eines der beiden Gerichte war nach der Hälfte der Runde schon aus, das andere schmeckte sonaja. Lediglich der Wein dazu, der war anständig. Insgesamt macht die Maschine bzw. das Produkt, wie man es so schön nennt, einen etwas „outdated“en Eindruck. Die Displays des Entertainment-Systems, welches doch etwas hätte ablenken können, waren gerade mal geschätzte 6 Zoll groß und dann noch im 4 zu 3 Format. Da die meisten Filme nun mal in Widescreen… Ich glaube, ich muss da nicht mehr erklären. Zudem war es so dunkel, dass auch die höchste Helligkeitsstufe nicht viel nutzt. Auch Steckdosen, an denen man seine Gadgets laden konnte, gab es nicht. Somit war auch kein längerer Zeitvertreib mit der Hardware möglich.

Doch mehr wies darauf hin, dass British Airways diesen Maschinen nicht mehr viel Beachtung schenkte und lieber auf neue 787 und A380 wartet. Nehmen wir geklebte Schalter in der Toilette und Gummiabdichtungen und -verblendungen, die nicht mehr so hielten, wie sie sollten. Um es abzukürzen, ich habe lange kein so runtergewohntes Flugzeug gesehen. Dazu kam auch noch, dass die Crew wohl etwas zusammengewürfelt war. Entweder war ein Großteil davon neu oder flog sonst nicht zusammen, denn ein eingespieltes Team war das Gegenteil von der Vorstellung, die sie boten.

Der Rückflug war dann ähnlich, doch die Maschine schien etwas neuer zu sein. Die Sitze waren einen Tick bequemer und auch das Flugzeug etwas ordentlicher. Doch auch hier die alten Displays und die losen Gummiabdichtungen. Wenigstens war das Essen besser. Um genau zu sein, ein besseres Flugzeug-Curry hatten wir nur bei Jet Airways. Auch die Verteilung war besser, hatte man hier mehr von dem Fleischgericht an Bord. Und die Crew war bei weitem besser eingespielt als die auf dem Hinflug.

Trotz einiger Verspätung und einem doch etwas unruhigen Flug schafften wir es noch zu unserem Flug nach Hamburg. Hier hatten wir wieder eine A319, allerdings doch eine Dreierreihe. Der moderne Airbus machte die alte Boeing-Kiste doch noch etwas wett und obwohl es ein Kurzstreckenflug war, gab es, wie schon beim ersten Flug, etwas zu trinken und einen kleinen Snack.

Alles in allem bleibt aber trotzdem ein „British Airways, Nein Danke!“. Zumindest so lange wie sie keine neuen Maschinen bzw. kein überarbeitetes Produkt, wie man das so schön nennt, haben.