Von Hamburg bis Hawaii

Unterwegs in aller Welt

Bunkerführung auf dem Höltigbaum

Auf einer Geocaching-Tour bin ich durch das Naturschutzgebiet Höltigbaum gekommen. Plötzlich stand ich vor einem Zaun mit verschlossenem Tor. Ich wusste, dass es ein mal Militärgelände war, dachte jedoch, hier gäbe es nichts mehr. Doch ich irrte mich. Das ehemalige Munitionslager, das gibt es noch immer. Mit Zaun und Tor. Genutzt wird es aber nicht mehr als Munitionslager sondern vom Verein Jordsand. Am Eingang fiel mir dann ein Aushang auf. Er wies auf Bunkerführungen hin.

Donnerstag Nachmittag ist nicht unbedingt der ideale Termin, um Zeit zu haben, doch ein mal klappte es dann doch. Trotz der raren Termine. Mit CarlKnutsen machte ich mich heute auf den Weg. Am besten kommt man zum Munitionslager wenn man das Rad nimmt. Von Rahlstedt aus geht das gut. Mit dem Auto fährt man am Besten bis nach Stapelfeld ins Industriegebiet und parkt an der Strasse, die hinter der Müllverbrennungsanlage an der abknickenden Vorfahrt geradeaus geht. Von hier sind es dann zu Fuß noch ca. 2-3 Kilometer, je nach dem, wie die Parkplätze frei sind.

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Die Führung beginnt am westlichen Tor des ehemaligen Munitionsdepots. Fahrräder können während der Führung auf dem Gelände eingeschlossen werden, somit muss sich auch keiner Gedanken machen, dass sie weg kommen. Wir erwischten einen nette Führerin, die für einen Kollegen eingesprungen war. Zuerst informierte sie uns über das Naturschutzgebiet und wie es seit 1995, als das Militärgelände aufgelöst wurde, entstanden ist und sich entwickelt hat. Viele interessante Informationen haben wir erhalten. Unter anderem auch über die Lebensräume der heimischen Tiere wie z.B. des Kammmolches. Ein spannendes Detail war der Hinweis auf den Bewuchs der Bunkerfläche. Bei der Anlage des Geländes wurde alle 2 Meter eine Kiefer gepflanzt. Eigentlich zu eng, um überleben zu können, haben die Bäume es nicht nur geschafft, sondern bieten auch noch einen Lebensraum für ca. 50 Eulen.

53 Bunker verteilen sich auf dem Gelände. Einige sind so groß wie eine Doppelgarage, einige wie kleinere Hallen. So wurde ein kleinerer auf der Suche nach Nutzungsmöglichkeiten in eine Art Höhle für Fledermäuse umgebaut. Zugemauert, mit Schlitz zum Einfliegen, innen ideale Bedingungen, doch alles kam ausser Fledermäusen. Dagegen zog der Teich, der in einem beim Bau ausgehobenen Loch entstand, nicht nur Frösche an. Als wir dort waren, schwirrten unzählige Libellen über die Seerosen. Überall auf dem Gelände sieht man, wie die Natur sich das Gebiet zurück holt.

Ich will jetzt nicht zu viel verraten. Wer sich gerne Informationen über die Natur anhört und gerne Bunker, wenn auch wenig aufregende, besichtigt, der sollte sich hier die Führung ansehen. Ca. 1,5 Stunden dauert die Tour über das Gelände. Neben den Erzählungen dürfen auch gerne Fragen gestellt werden. Als Ausflugstip lohnt sich die Tour alle mal.

Die Führungen sind kostenlos, doch der Verein bittet um eine Spende. Die Arbeit der Mitglieder ist ehrenamtlich, hier sollte sich keiner scheuen, mal ein paar Euro locker zu machen. Die nächsten Termine dieses Jahr sind am 05.07. und am 09.07.2012, jeweils 15 Uhr.

Bilder gibt es in diesem Artikel ausnahmsweise mal keine. Die Kamera hatte ich in der Eile zu Hause vergessen und vor Ort dachte ich dann nicht mal mehr an die Kamera im Smartphone.

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1 Comment

  1. Schade dass du die Kamera vergessen hast; ich hätte gerne mal gesehen wie es da jetzt aussieht.
    Zum Live-Gucken ist es leider zu weit weg.

    Während meines Wehrdienstes 1987/88 war ich in der Boehn-Kaserne in Rahlstedt stationiert und habe auf Höltigbaum oft „Wache geschoben“.
    Mensch, da könnte ich noch Stories erzählen… 😉

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