Unter dem Titel ‚Deep Space Night – Beam Me Up Scotty‘ bietet das im Oktober 2003 mit der modernsten Projektionstechnik der Welt wiedereröffnete Planetarium in der Hansestadt Hamburg eine eher aus dem Rahmen fallende Show an, deren Name natürlich nicht ganz ohne Hintergedanken zu Star Trek ausgedacht wurde. Schließlich wird auch schon eine der ’normalen‘ Sternengucker-Shows von der deutschen Synchronstimme von Jean-Luc Picard ™ gesprochen.

Mittwoch bis Samstag Nacht jedoch ist die letzte Veranstaltung des Tages eben die Deep Space Night. Zu Klängen von Komponisten wie Vangelis oder Jean Michel Jarre, aber auch zu Musik der Drum’n Bass-Band Matrix oder ähnlichen, entführt der Moderator, dessen wenig geschulte Stimme einer der kargen Minuspunkte der Show ist, in unendliche Weiten. Und so ließen wir uns, nach einem kleinen Glas Sekt im Foyer des Planetariums, mitentführen…

deep space night

Die beiden Planetariumsprojektoren, die technisch nicht zu toppen sind, zaubern ein computergesteuertes Licht- und Laserprogramm an den Sternenhimmel der Kuppel, dass es einen nur so davonschweben lässt. Auch wenn man genau weiss, dass man bequem und sicher in einem festverankerten Sitz wie im Kino liegt und nur auf 21 Meter Kuppel blickt, der Gleichgewichtssinn beharrt alsbald darauf, dass man in der Kanzel eines Raumschiffs durch die Galaxie fliegt und kippt, sich zwischen Sternenhaufen und galaktischen Staubnebeln dreht, um Gaswolken herumfliegt, das Schiff wieder wendet… die Illusion ist (fast) perfekt.

Ein kleines bisschen verderben (noch?) die rechteckigen Projektionen des zugeschalteten Beamers den Effekt der vollen Dreidimensionalität, zwischen Klassik, Pop und Trance entschädigen einen jedoch sehr real wirkende 3-D-Sternenflüge wie achterbahnartige Sequenzen für diese kleinen Ungereimtheiten. Viel zu schnell ist die Show vorbei… angeblich ist sie, das haben uns andere Gäste berichtet, jedesmal anders. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen. Vielleicht an einem Freitag oder Samstag, in der Mittwochsveranstaltung wirkten sowohl Publikum als auch Präsentator doch ein klein wenig schlapp und unmotiviert. Dennoch ein tolles Erlebnis, das seinesgleichen sucht.

Man kann sich auf der Website des Planetariums übrigens sein Ticket und den Wunschsitzplatz auch online reservieren. Das geht im Menupunkt Veranstaltungen unter Veranstaltungskalender (der weit übersichtlicher ist als das anderen Ortes angebotene PDF).

Ärgerlich ist einzig, dass man die Veranstaltung nach Beginn nicht wieder betreten darf. Wer dann dringend mal für kleine Raumschiffkapitäne muss, muss anschliessend draussen warten – ein Gang auf’s kleine Örtchen vorab ist also wärmstens anzuraten.

Wer kommt nächstes Mal mit?

(Bild: NASA Goddard Space Flight Center, Lizenz: CC BY 2.0)