Lüneburg ist bekannt als die Stadt des „weissen Goldes“ oder auch als die Salzstadt. Doch es gibt noch etwas anderes weisses in Lüneburg. Den Kalkberg. Doch eigentlich müsste der Kalkberg Gipsberg heissen, denn er besteht aus Gips (Caliumsulfat). Damit hätten wir dann auch die Erklärung für das zweite Weisse.

Entstanden ist das ganze aus Sedimenten, die hier vor ca. 250 Mio. Jahren abgelagert wurden. Durch Grundwasser ausgelaugt blieben davon nur noch die schwer löslichen Bestandteile zurück. Einen Teil davon sieht man heute als den Lüneburger Kalkberg.

Mit 56 Metern ist er heute gut 14 Meter kleiner als noch vor einigen hundert Jahren. Der Gips war früher ein begehrtes Baumaterial. Doch der Berg wurde nicht nur als Baumateriallager benutzt. Bis 1371 stand eine Burg auf dem Berg, diese wurde aber leider bei Kämpfen zerstört. 1663 wurde eine Garnisionskirche errichtet welche 1783 aber wieder abgerissen war. Sie war Baufällig. Heute erinnert auf halber Höhe am Kalkberg ein Obelisk an diese Kirche. Auf dem Gipfel steht heute noch eine Kanone, diese wurde aber nie für kriegerische Zwecke benutzt. Sie wurde nur abgefeuert wenn aus dem nahe gelegenen Zuchthaus ein Insasse geflohen war. 1923 wurde dann der Gipsabbau gestoppt. Es lohnte sich von den Mengen nicht mehr.

Seit 1932 sind dann die Reste des Kalkbergs als eines der ersten Naturschutzgebiete Deutschlands geschützt worden. Teile des Steinbruchs sind noch an den felsigen Steilwänden erkennbar. Im Steinbruchloch befindet sich ein Feuchtbiotop und an den Felswänden gibt es spärlichen Bewuchs mit Pflanzen der Trockenrasenarten. Auf 3,6 Hektar gibt es etwas 180 verschiedene Blütenpflanzen und eine Höhle für Fledermäuse.

Es gibt hier also viel Natur, etwas Geschichte, eine schöne Aussicht und einige Wege auf denen das Ganze erkundet werden kann. Wer einen Ausflug nach Lüneburg plant sollte den Kalkberg nicht auslassen.

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Passend zum Ausflugstip gibt es hier auch gleich noch einen Buchtip:

Hansestadt Lüneburg. Der Stadtführer: Ein Führer durch die alte Salzstadt

Und natürlich gibt es auch einen Earthcache zum Thema: Lüneburger Kalkberg