Von Hamburg bis Hawaii

Unterwegs in aller Welt

Die letzte Woche – Langkawi

Mit der kleinen Fokker 50 von Firefly, die nicht mal halb voll ist, landen wir auf Langkawi International. Gut, es gibt ein richtiges Terminal, der Weg vom Flugzeug dahin muss zu Fuß bewältigt werden. Wer hier mit einer Propellermaschine landet, kommt sich in eine andere Zeit versetzt vor. Bei dem wenigen Gepäck an Bord haben wir unsere Tasche schnell. Die Angestellten am Flughafen haben auch nicht wirklich viel Arbeit damit. Vom Flugzeug auf einen Wagen, zwanzig Meter fahren, außen auf ein Band legen, das innen in das Terminal führt.

Unser zweiter Weg führt uns zum Geldautomaten, der allerdings gerade ein Softwareupdate bekommt. Da wir wissen, wie lange das bei Windows (ja, die Geldautomaten laufen wirklich auf Win) dauert, gehen wir weiter. Sobald wir die ganzen Autovermieter, die sich auf die Neuankömmlinge stürzen, gut umgangen haben, stehen wir vor dem Taxi-Coupon-Schalter. Eine gute Idee, wir kennen sie schon aus Penang. So wissen wir sofort, dass uns die Fahrt 18 RM kostet. Kein Geschacher mit dem Taxifahrer, der zwar laut Gesetz einen Taxameter benutzen muss, aber sowieso keinen im Auto hat.

Das Taxi – leider eine alte Proton-Schrottkiste mit höchst rudimentärer Klimaanlage, ziemlich warm und nach synthetischem Raumspray müffelnd – bringt uns direkt vor die Tür unseres Resorts in Pantai Cenang. Die Fahrt ist hochinteressant. Wieder einmal Kontraste… wir sind nur 150??? Km von Penang entfernt und ebenfalls auf einer Insel, aber es ist als seien wir in einem anderen Land – an den Strassen befinden sich Felder und Wiesen, in denen Wasserbüffel weiden, von dem Flughafen und der Strasse abgesehen könnte man in einem anderen Jahrhundert gelandet sein, alles ist grün und ländlich.

Beach Garden Resot, Pantai Cenang

Unsere Fahrt dauert nicht lange, Pantai Cenang, der grösste und touristisch am meisten erschlossene Strand der Insel, ist nicht weit vom Airport weg. Unser Hotel liegt relativ in der Mitte des Strandes. Von außen sieht das Beach Garden Resort, unter deutscher Leitung, teils abgewetzt, teils unfertig aus. Schlaglöcher säumen die Einfahrt, der Regen von vor ein paar Stunden hat große Pfützen hinterlassen.

An der Rezeption geht es schnell. Wir füllen die Anmeldung aus und werden zum Zimmer gebracht. In zwei langen Reihen liegen rechts und links von der Rezeption je sechs Zimmer weg. Wir bekommen Nr. 11, das vorletzte, knapp 6 Meter weiter beginnt der Strand, draußen unter dem heruntergezogenen umlaufenden Dach stehen Korbmöbel auf denen mit bunter Batik bezogene Polster liegen. Innen ist alles soweit Standard. Bett, Schrank, Tisch, Stuhl, Bad mit offener Dusche. Natürlich fehlt die Klimaanlage nicht und ein Ventilator hängt auch an der Decke. Die Einrichtung ist ganz hübsch, balinesische Kunst hängt neben dem Bett, ein Batikdruck über dem Kopfende, auch wenn man sich über die Farbgestaltung streiten kann. Wir werden darüber aufgeklärt, dass der Durchlauferhitzer nicht richtig funktioniert und ein Techniker unterwegs sei. Keine fünfzehn Minuten später ist auch das Problem behoben und wir haben ausgepackt.

Wir machen uns auf den Weg zum nächsten Geldautomaten. Er soll an der Underwater World liegen, Malaysias grösstem Aquarium, einen guten Kilometer weg. So weit es geht laufen wir den Strand entlang. Der Himmel ist teils bewölkt und der Wind vom Meer erfrischend. Was für ein Unterschied zur stickigen Luft in KL oder auch Penang, wo sich zumindest etwas Meeresfrische schon bemerkbar machte. Der Rest des Weges auf der Straßenseite ist dann nicht mehr so angenehm. Überall wird noch gebaut. Die Gehwege befinden sich praktisch im Rohbau. An der Underwater World angekommen stellen wir fest, dass die beiden Techniker vom Flughafen nun hier gerade ihr Softwareupdate machen. So richtig böse sind wir nicht drum, es beginnt nämlich zu regnen und wir haben es nicht so wirklich eilig. Wir streunen durch die Duty-Free-Shops, ganz Langkawi ist eine Duty-Free-Zone. Kaum zu glauben, eine Literflasche Bombay Saphire mit 47% kostet knapp unter 10 Euro. Alkohol und Schokolade sind die gefragtesten Güter wie es scheint. Als wir mit dem Bummel durch sind, ist das Update immer noch nicht fertig. Wir warten auf einer Bank.

Der Regen ist zu Ende, das Update endlich erledigt. Wir stellen uns in die Schlange, die sich inzwischen gebildet hat. Schließlich haben wir unser Geld. Andere Möglichkeiten gibt es nicht, außer an einem von drei Geldautomaten auf der Insel. Dieser ist der einzig nahe. Die beiden anderen liegen am Airport bzw. am Fährhafen in Kuah. Gegenüber ist eine Art Markt, doch nur die Hälfte der Buden hat auf. Auf der Suche nach etwas zu essen kommen wir hier nicht weiter – es ist einfach noch zu früh. Auf dem Rückweg kaufen wir eine Packung frische Mangostücke und vertilgen sie. Das reicht bis zum Abendessen.

Kurz vor dem Beach Garden fängt es wieder an zu regnen. Wir bekommen nur wenig ab. Im Zimmer entspannen wir uns ein bisschen, dann wird es auch schon dunkel und die Mägen grummeln. Da es immer noch regnet beschließen wir nur über die Straße zu gehen. Unser Lonely Planet empfiehlt das (auf der anderen Straßenseite befindliche) Haji Ramli als gut und billig.

Haji Ramli

Wie praktisch, dass hier vor jedem Zimmer ein Schirm hängt. Ziemlich trocken kommen wir an, beäugen kurz die Fischauslage und beschließen, sollte es wirklich gut sein, kommen wir wieder und essen hier Fisch. Am Tisch werden uns die Karten gereicht. Wir bestellen beide Nasi Goreng, ein mal Kampung und ein mal Udang. Dazu den üblichen Eistee.

Nasi Goreng Kampung

Nasi Goreng Udang

Der Eistee kommt schnell, kann aber gegen den frischen mit Limau Kasturi aus Penang nicht überzeugen. Erfrischend ist er trotzdem. Dagegen ist das Nasi Goreng in beiden Versionen voll und ganz überzeugend. Kampung ist etwas milder und enthält u.a. frittierte Trockenfischchen, Udang mit Garnelen ist recht scharf. Das wundert uns auch nicht mehr, als wir am Ende eine komplette Chili in Stücken noch auf dem Teller haben. Petra trinkt noch einen Teh Tarik, in der Küche traditionell durch Umschütten aufgeschäumt. Wir zahlen. Knapp 14 RM, nicht mal drei Euro. Spottbillig für leckeres Essen.

Zurück im Zimmer lesen wir noch etwas und schlafen. Der Tag war anstrengend genug.

Tag 2 – Freitag morgen regnet es nicht mehr. Die Sonne scheint. Wir gehen zum Pavillon neben dem Restaurant und Biergarten. Es ist für das Frühstück eingedeckt. Als erstes fallen die großen Tassen auf. Richtige Humpen gibt es hier, gefüllt mit aufgebrühtem Kaffee. Er schmeckt nicht mal schlecht mit ausreichend Zucker. Im Zimmerpreis incl. ist die normale Frühstücksauswahl des Restaurants. Wir können aus sechs Versionen wählen oder selbst zusammenstellen.

Petra entscheidet sich für Roti Canai, indisches Brot, das an buttrigen Blätterteig erinnert und zu dem es ein Curry mit Kartoffeln und Huhn drin gibt. Sie ist vollkommen davon überzeugt und findet es lecker. Torsten nimmt das asiatische Frühstück. Eine Art Bratnudeln mit Huhn, Garnelen, Kohl, grünem Gemüse und Lauchzwiebeln. Die Nudeln schmecken etwas sehr nach Sojasoße, den Garnelen schmeckt man an, dass sie aus dem Tiefkühler sind. Trotz allem schmeckt alles zusammen gut. Vorneweg gab es für jeden noch einen Teller Obst, von dem man auch satt werden konnte. Darauf Apfel, Melone zweierlei Art, Mango, Papaya und Ananas. Wer das Frühstück als Nicht-Gast ordert zahlt ca. 6 Euro. Zufrieden und satt machen wir uns auf den Weg.

Roti Canai

Wir bringen unsere schmutzige Wäsche in die Wäscherei eines nahe gelegenen Motels, da uns die Hotelpreise etwas zu hoch sind. Endlich wollen wir ins Wasser. Wir sichern uns zwei Liegen im Schatten und wagen uns in die Wellen. Das Wasser ist herrlich, wenn auch durch den aufwirbelnden Sand recht trübe. Die Temperatur geschätzte 30 Grad. Bis unsere Mägen deutlich Laut geben liegen wir abwechselnd im Schatten und im Wasser.

Um an Mittagessen zu kommen gehen wir bei knallender Mittagssonne die Hauptstraße lang. Erneut denken wir uns, dass es hier sehr hübsch sein könnte wenn man mal mit den ganzen Bauarbeiten fertig ist, es Fußgängerwege gibt, in zwei Jahren oder so. Das Gefühl hatten wir ja schon in Melaka und Penang, das scheint in Malaysia Default-Zustand zu sein: permanently under construction.

Fast nichts hat auf. Um nicht wieder bei Hamli zu landen gehen wir in die “Breakfast Bar”. Hinterher war die Entscheidung nicht so schlau. Der Eistee schmeckt nach Instant, die Brühe der Suppe auch. Petras Chicken Rice ist eher Chicken mit Rice. Der Reis könnte aus dem Uncle Bens Kochbeutel kommen. Torstens Wantan Noodles schmecken wie aus den kleinen Päckchen vom Asia-Laden, über die man nur Wasser kippen muss. Daneben ist ein Klecks undefinierbares mit Rindfleischstückchen, die aus der Gulaschsuppendose kommen könnten. Die Wantan liegen in der Brühe und bestehen aus viel Fertig-Teigblättchen mit wenig undefinierbarer Füllung. Für das ganze zahlen wir 11,50 RM, also nicht mal 2,50 Euro. Der Preis lässt die fehlende Qualität verschmerzen.

In einem Minimart kaufen wir ein paar Zwergbananen als Nachmittagssnack. Für das große Büschel sind 80 sen – knapp 15 Cent – fällig. Zurück im Resort packen wir uns wieder an den Strand. Lesen, gehen mal wieder ins Wasser, sitzen im Schatten, schauen den LGK anfliegenden Flugzeugen nach, genießen das Meeresrauschen, die Ruhe, die angenehmen Temperaturen. Als sich am Nachmittag die Sonne hinter die Wolken verzieht verziehen auch wir uns – die Haut hat heute mehr als genug Sonne abbekommen -, gehen duschen, tauschen Bücher in der Hausbibliothek, und nehmen schließlich unseren im Preis inbegriffenen “Willkommensdrink” im Beach Restaurant zu uns – wahlweise ein Glas Limonade, asiatisches Bier oder Hauswein. Wir nehmen Tiger Beer – der erste Alkohol seit dem Flieger nach Singapur, kalt und erfrischend, werfen einen Blick auf die zwar für malaysische Verhältnisse nicht eben preiswerte, dafür aber interessante Mittagskarte, dann verkrümeln wir uns mitsamt Lesestoff wieder in den Schatten.

Vor dem Abendessen tippt Petra noch etwas Reisebericht und Torsten spielt Risiko auf dem Ipod touch – das Haus-WLAN, das uns gestern noch den Chat mit Freunden in Europa ermöglichte, ist heute den ganzen Tag nicht zu erreichen. Na gut, dann eben nicht.

Tag 3 – Der Samstag ist relativ ereignislos. Dank Sonnenbrand verbringen wir nach einem ebenso ausführlichen Frühstück den Tag im Schatten. Früh holen wir noch unsere Wäsche ab und zahlen dafür einen Spottpreis. Das Mittagessen fällt aus. Wir haben vom Vortag noch ein paar Bananen und vom Frühstück noch ein Brötchen, eine Scheibe belegtes Brot und einen Muffin.

Den Nachmittag verbringen wir in der “Paulaner-Hütte”, wie Torsten den Biergarten getauft hat. Zur Happy Hour, 16-18 Uhr, gibt es Tiger-Beer vom Faß, bedeutend besser als Carlsberg, für 80 Cent und Gin Tonic für 1,60 Euro. Hier ist auch das WLAN bedeutend besser, nachdem wir das Personal dazu gebracht haben, den Router zu resetten.

Zum Abendessen gehen wir wieder weg. Dieses mal geht es in das “Rasa”, ein Restaurant ein kleines Stück die Straße runter. Wir sind die ersten Gäste. Wir bestellen. Petra möchte Grilled Chicken, das geht aber leider nicht. Wir wissen nicht warum. Sie bestellt dann Ginger Chicken und Ice Lemon. Torsten mag Snapper mit “Special Sauce” und Ice Lemon Tea. Nachdem die Getränke da sind kommt die Bedienung wieder und berichtet, dass es nur 800 Gramm Snapper gibt. Das ist uns etwas zu viel für eine Person und Torsten entscheidet sich für Seebarsch. Als das Essen kommt sind wir überrascht. Das Huhn mit Ingwer ist recht mild, aber lecker. Der Fisch wird in der Soße schwimmend serviert. Darunter befindet sich ein Behälter mit glühenden Holzkohlen. Eine schöne Idee zum warmhalten. Die Soße ist leicht säuerlich aber lecker. Wir analysieren sie. Eine kräftige Brühe, wohl selbst gezogen. Darin finden wir Chili, Zitronengras, Möhren, Ingwer, Galgant, saure Pflaumen, Zitronenblätter und Tomate. Die Mischung ist superlecker. Wir beschließen, zu Hause ein Rezept zu suchen und es nachzumachen.

Tag 4 – Zum Frühstück testen wir das Beach Garden Hausfrühstück, eine große Angelegenheit mit Brötchen, Obstteller, Eiern, Aufschnitt, Saft, und die kleinere Ausgabe (American) ohne Aufschnittteller. Es bleiben noch Brötchen zum Mitnehmen. Da Torsten sein Frühstück ohne Käse bestellt, bekommen wir mehr Aufschnitt, darunter gute hausgemachte Pastrami. Die Mengen würden beim Beach Garden Breakfast für zwei reichen.

Wir besorgen noch Wasser, Eistee, und weitere Bananen – das Mittagessen bestreiten wir mit Frühstücksbrötchen und Banane. Der Tag vergeht zwischen Strand und Terrasse vor dem Zimmer, bzw. Strand und Sonnenschirm unter Kokospalmen. Heute weht ein frischer Wind der die Hitze gut erträglich macht. Wir lesen viel, abends gehen wir erneut bei Haji Ramli essen, dieses Mal gibt es Chili-Garnelen, Reis, Kangkung Belacan, und ein Rindfleischcurry.

Tag 5 – Montag. Variationen eines Themas. Petra hat langsam Lust auf arbeiten und schreibt Mails an Mela wegen des aktuell anlaufenden Projekts, während Torsten noch schläft. Es wird ein heißer Tag, und Torsten sichtet Quallen am Strand – keine schöne Überraschung. Am Nachmittag machen wir nach dem Happy-Hour-Drink (Rum/Cola bzw. Gin/Tonic) einen langen Spaziergang den Strand hinauf bis zum Ende. Von der Wasserseite ist Pantai Cenang absolut malerisch, die wenigen Resorts ducken sich unter hohe Kokospalmen, der Strand gleißt weiß in der Sonne, die vom blauen Himmel nur so knallt. Das GPS misst Strecke mit. Wir würden gern einen Cache legen und suchen nach einer passenden Location. Am Strandende vor dem Meritus Pelangi Resort halten wir am Wellenbrecher und schauen uns den farbigen Sonnenuntergang an. Schön. Der Strand ist eher länger als die angegebenen 2 km.

Pantai Cenang

Abendessen: Haji Ramli, obwohl Petra von Essen im Hotelrestaurant gelockt wird und *eigentlich* arabisch essen wollte. Morgen vielleicht. Torsten ordert gegrillten Snapper, der dünn mit Kurkuma bestrichen butterflied auf den Grill kommt und wunderbar saftig ist, Petra versucht sich an Nasi Goreng Pattaya, welcher in Ei eingebacken serviert wird. Wir gehen noch beim Minimart vorbei, kaufen weißen Tigerbalsam und Nivea Sonnenspray, LSF 40 – die kommenden 4 Tage sollen heiß und sonnig werden und wir wollen nicht wie die Krebse in den Flieger steigen. Im Bett schlafen wir bei CD 3 von Arto Paasilinna fast ein. Morgen ein paar Titel nochmal hören.

Tag 6 – Der Tag beginnt wie jeder andere. Wir sind mit der Sonne wach und begeben uns auf die Frühstücks-Veranda. Wir merken jetzt schon, dass der Tag heiß wird. Die üblichen Frühstücks-Variationen werden angeboten.

Wir haben uns auf einen weiteren Strand-Tag eingestellt, doch Torsten bekommt im Wasser eine Qualle zu spüren. Damit ist das Thema Wasser für ihn für den Rest des Urlaubs erledigt. Später entdecken wird noch riesige Quallen, die auf den Strand gespült wurden. Petra schließt sich an.

dead jellyfish

Uns ist das Wasser ausgegangen. Also gehen wir zur besten Mittagshitze einkaufen. Wir stöbern in ein paar Läden und können keine passende Dose für den geplanten Cache finden. Alle Arten von Dosen, die wir finden, sind zu groß. Den Rest des Nachmittags verbringen wir lesend im Schatten.

Am Abend wollen wir dann doch endlich arabisch essen. Ein passendes Restaurant haben wir auch schon gefunden. Das Telaga sollte es sein. Es wundert uns nicht, dass nur ein Tisch des Freiluft-Restaurants besetzt ist. Wie immer sind wir früher als in Asien üblich. Als dann das Essen kommt, wussten wir warum es so leer ist. Wir hatten verschiedene Arten Kebab bestellt und merken sofort, das nichts frisch ist. Wir haben sogar das Gefühl, die Spiesse seien Tiefkühlware vom Großhändler. Wir sind enttäuscht.

Auf dem Rückweg stöbern wir wieder durch die Läden, finden aber immer noch keine passende Dose für den Cache.

Tag 7 – Muss ich mich wirklich wiederholen? Das Frühstück, reichhaltig wie immer, wird uns essensmäßig durch den Tag bringen. Es soll noch heißer werden, also beschließen wir in die Underwater World Langkawi zu gehen. Nach Singapur erwarten wir großes, wird es doch als das größte Aquarium Malaysias beschrieben. Doch es ist anders.

Vom Eingang aus liegen die üblichen Becken mit Rochen, Barschen usw. Dann führt der Weg in eine Art Tropenhaus. Hier ist zwar ein Aquarium mit Fischen in der Mitte, aber rundherum Vögel, Affen, unter anderem britische Schwäne. Dann folgen wieder kleinere Aquarien. Der nächste Teil wird erst richtig Interessant. Pinguine. Ein 12 Meter langer Tunnel führt unter dem Pinguinbecken durch. Man kann aber auch aussen rum gehen und das ganze von oben beobachten. Wir stehen gerade oben, als ein Tierpfleger mit Futter kommt. Also ab in den Tunnel und schon flitzen zu Tiere an uns vorbei, um sich Fische zu schnappen. Die Pinguine sind faszinierend. Ein paar Chinesische Touristinnen wollen sich mit dem langen Europäer Torsten fotografieren, doch er lehnt ab. Die nächste Station ist die Cafeteria und das 3D-Kino. Es wird ein Film über Fische und die Evolution gezeigt. Dazu gibts es die albernen Brillen, die man für diese Art 3D braucht. Vom Kino zum Ausgang gibt es dann noch jede Menge kleine und ein großes Aquarium mit unzähligen Fischarten. Im großen sind dann auch große Rochen und Haie. Faszinierend. Den Abschluß bildet ein großer Souvenier-Einkaufsbereich. Insgesamt ist das Aquarium nicht schlecht, doch das in Singapur hat einen bleibenderen Eindruck hinterlassen.

Mangels einer passenden Dose, die wir als Geocache missbrauchen können, greifen wird notgedrungen zu einer Filmdose. Heute soll es soweit sein. Ein Logbuch ist aus einem Blatt Papier schnell gebastelt. Wir legen noch ein paar Münzen als Tauschgegenstände hinein und ab geht es. Am Wellenbrecher suchen wir uns eine schöne Stelle die sicher, fest und trocken genug aussieht. Mit herumliegenden Steinen decken wir das Versteck ab. Dann noch schnell bei geocaching.com einstellen und es kann losgehen mit unserem ersten eigenen Cache.

Auch wenn es noch zwei Tage sind, wollen wir heute unseren Hochzeitstag (vor-)feiern. Nur nicht am Abflugtag in Streß geraten. Wir gehen in das Strandrestaurant unseres Resorts essen. Die Karte besteht zum größten Teil aus westlichen Gerichten. Teilweise sind aber auch welche mit asiatischem Touch zu finden. Dazu gibt es jeden Tag eine Mittags- und eine Abendkarte auf einer Tafel, die ausgehängt wird. Wir nehmen es klassisch. Ein Steak, dazu einen Wein. Und wir sind echt überrascht. Das Steak ist gut, australisches Rind, saftig, noch schön rosa innen. Dazu Pommes und Gemüse, ok, darüber könnte man streiten. Klassisch eben. Der Wein, ein australischer Chardonnay, passt sehr gut. Es wird ein schöner Abend am Strand.

Tag 8 – Ganz ruhig lassen wir es angehen. Die zweite Flasche Wein am letzen Abend hätte nicht sein müssen. Vor allem nicht bei dem Klima hier. Langsam steigen wir aus dem Bett und schleppen uns zum Frühstück. Koffein kann Wunder wirken, und so geht es uns auch bald besser.

Über diesen Tag gibt es nicht wirklich viel zu sagen. Wir haben endlich die Freigabe unseres Caches bei geocaching.com erreicht. Es bedurfte einiger Überredungskunst, da der Reviewer nicht sicher war, wie wir den Cache auf eine Entfernung von 10k Kilometer warten wollen. Geklappt hat es dann aber doch.

Wir verbringen einen Großteil des Tages mit Büchern auf Strandliegen. Am Abend gehen wir das letzte mal bei Haji Ramli essen. Es ist immer noch so köstlich wie am ersten Tag.

Tag 9 – Die Abreise steht bevor. Dummerweise müssen wir bis 12 das Zimmer räumen, der Flieger geht aber erst um 21 Uhr. Der Lumpensammler, wie ihn unser Mann im Reisebüro bei der Buchung nannte. Nach dem Frühstück packen wir. Wir lassen uns dabei Zeit und kontrollieren alles drei mal, um nichts zu vergessen.

Nachdem wir ausgecheckt und unsere Rechnung beglichen haben, lassen wir unser Gepäck an der Rezeption stehen und machen noch eine kleine Tour mit Teh Tarik bei Ramli durch den Ort. Die restliche Zeit verbringen wir lesend in Strandnähe.

Viel zu früh lassen wir uns von der Rezeption ein Taxi rufen, und so sind wir schon gegen 17 Uhr am Flughafen. Einchecken geht erst eine Stunde vor Abflug. Also lassen wir uns bei Starbucks nieder. Hier lernen wir, dass heute nicht nur unser Hochzeitstag ist, sondern Starbucks auch die Weihnachtssaison startet. Merke: gibt es bei Starbucks gerade neu Toffee Nut Latte hast Du Hochzeitstag. So vergessen wir das sicher nicht. Schön, dass es hier dann auch WLAN gibt. So sind wir nicht wirklich abgeschnitten.

beach plane

Um 21 Uhr ist es dann endlich soweit. Wir besteigen das Flugzeug. Eine ältere 737-400 von Malaysia Air. Auch hier wieder nicht wirklich voll. Im Anflug auf Kuala Lumpur beschwert sich Petra über die alte Druckkabine, die ihrem Kopf ziemlich zu schaffen macht.

Endlich gelandet müssen wir uns beeilen. Das Gepäck ist zwar durchgecheckt, aber wir brauchen noch unsere Tickets für den Weiterflug. Und KLIA ist nicht gerade klein. Wir finden dann endlich den Schalter an dem groß „Connecting Flights“ steht. Es gibt immerhin drei, die aber jeweils für verschiedene Fluggesellschaften stehen. Der für Emirates bedient auch die meisten anderen und hat die längste Schlange. Wir warten ungeduldig. Endlich sind wir dran. Und, wir haben anscheinend Glück so spät zu kommen. Die sonst für spezielle Zwecke (Behinderte u.ä.) reservierten Sitzplätze in den hinteren Zweierreihen sind wohl freigegeben worden und wir bekommen die letzte Reihe.

Wir schaffen es gerade rechtzeitig zu der gut 50 Meter langen Schlange, nachdem wir das Terminal per Monorail gewechselt haben, und stellen fest, dass Emirates mal wieder länger braucht. Wir sind es ja schon gewohnt. Also suchen wir uns ein Sitzplätzchen und warten, bis die Schlange in Bewegung gerät. Dann erst stellen wir uns an. Nach einem weiteren Sicherheitscheck sind wir am Gate. Hier beobachten wir einen Asiaten, vermutlich Chinese, der seine Tickets zählt. In der Hand hat er einen zentimeterdicken Stapel. Wir wundern uns.

Der Flug ist ungewöhnlich. Irgendwie sind alle verpeilt. Es beginnt schon damit, dass das Boarding zu spät beginnt und dann Hektik an Bord ausbricht, da wir anscheinend unser Abflugfenster erreichen müssen. Es sitzen noch nicht alle, die Crew ist noch nicht durch, da rollen wir schon rückwärts vom Gate. Die Pre-Flight-Checks der Crew sind entsprechend hektisch. Schnell noch was verstauen, da noch was kontrollieren. Sie sind genau beim Erreichen der Startbahn fertig. Ohne großen Stop lenkt der Pilot die Maschine auf die Bahn und gibt auch schon Gas. Er hat es eilig. So geht es während des ganzen Flugs weiter. Die Crew versteht Getränke- und Essenswünsche falsch und, naja, wir bekommen sogar ein bisschen die Augen zu. Das Essen, von LSG geliefert, ist das schlechteste, das wir bisher auf einem Emirates-Flug hatten, und bedarf keiner weiteren Erwähnung.

In Dubai haben wir dann fünf Stunden Zeit. Und endlich können wir das neue Terminal 3 nutzen. Dort soll unser Flug starten. Dummerweise sind wir in Terminal 1 angekommen und ein Schild gibt eine ungefähre Laufzeit von 35 Minuten an. Ich glaub alleine dieses Detail sagt vieles über die Größe des Flughafens von Dubai aus. Wir brauchen auch ungefähr so lange. Verwirrend sind teilweise die Ausschilderungen. So geht es teilweise zu ein und der selben Gatefolge nach links, rechts und geradeaus. Am Ende landet man aber auf allen Wegen wieder am selben Punkt. Im neuen Terminal ist es geräumig und es gibt jede Menge Sitzmöglichkeiten, auch vor den Gates. Ärgerlich ist nur, dass Starbucks und andere Coffee Shops hier nur Bares nehmen und keine Kreditkarte. Wegen eines Kaffees Geld tauschen lohnt nicht wirklich.

Der Flug nach Hamburg ist dann ein ganzes Stück besser. Hier haben wir wieder die gewohnte Emirates-Qualität. Leckeres Essen, freundlichen organisierten Service. Alles bestens. Um 12 landen wir in Hamburg. Es ist diesig, neblig, trüb. Wie immer wird Torsten hier bei der Ankunft vom Bundespolizisten kritisch beäugt und der Pass auf Echtheit gescannt. So langsam fällt es auf.

Home Sweet Home. Drei Wochen Singapur-Malaysia sind zu Ende und so schön es ist, zu Hause zu sein, greift das Fernweh wieder um sich. Drei gemischte Wochen mit Hoch- und Tiefs waren es. Im Nachhinein betrachtet würden wir zwar einiges anders, aber vieles wieder genau so machen.

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2 Comments

  1. Von Schnuppschnüss bin ich hierher verlinkt:

    Wow, ein toller Reiseblog und ein Bericht, der so richtig Lust auf Urlaub macht. Ich wollte auch schon ewig mal wieder nach Malaysia…

  2. Sieht das nach Urlaub aus! Da würde ich jetzt gerne ein kleines Getränk zu mir nehmen.

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