Von Hamburg bis Hawaii

Unterwegs in aller Welt

Die Überallundimmerdabei-Kamera

Als wir Mitte 2012 begannen, unseren 60-tägigen Südostasientrip zu planen, beschäftigte uns eine Frage ganz besonders: wie sollten wir die DSLR geschickt transportieren? Mit einem Trekkingrucksack auf dem Buckel blieb nur das Daypack, und eine Weile erwogen wir, uns einen Lowepro Photo Hatchback Rucksack zu beschaffen. Aber wie würde der sich tragen, noch dazu unter größtenteils tropischen Bedingungen? Mit bereits knapp 2 Kilo Macbook plus Kleinkram wie GPS, Akkupack und anderem Zeugs, die mit sollten, und vor allem dem Problem, die Linse der DSLR vor Stößen zu schützen, fanden wir schließlich die Lösung:

Die DSLR musste zu Hause bleiben.

(An dieser Stelle bitte Schnappatmung vorstellen).

Nun hatten wir eine kleine Powershot SX220, die auch mitsollte (und mitkam), aber der Fotonerd in mir war sich sicher: da muss noch was andres her. Vorzugsweise etwas, das RAW kann. Wir wälzten Vergleiche, nahmen Maße, sahen uns Beispielbilder an. Mal passte das RAW nicht, mal der Zoom, schließlich waren wir von der Powershot 220 einen ziemlich knackigen optischen Zoom gewöhnt, und die Kamera sollte, nunja: alles können, dabei aber bequem in die Taschen eines Hemdes oder die Hosentasche der Trekkinghose passen, oder auch mal ne Stunde am Handgelenk baumeln können. HD-Video wäre super, eine anständige Bildstabilisierung auch…

Nach einiger Beratung und Rücksprache mit anderen Fotonerds entschieden wir uns, mit einem gewissen Zucken ob des Preises, für die Canon (Powershot) S-100 (Link zu Canon).

Canon schreibt dazu:

Profi-Steuerung. Schön kompakt

Die PowerShot S100 nutzt das Canon EOS Sensor-Know-how und den neuesten DIGIC-5-Prozessor für außergewöhnliche Bilder auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Diese kompakte Profi-PowerShot beeindruckt mit einem 1:2,0-Objektiv, RAW und GPS.

Mittlerweile gibt es bereits die S-110 und die S-120, zu beiden kann ich nichts sagen.

Die technischen Daten kann man ja bei Canon oder auch hier im Wikipedia-Artikel nachlesen – ich beschränke mich mal auf die Dinge, die für mich / uns relevant sind.

Das Magnesium-Gehäuse ist ausgesprochen stabil und wertig. Trotz des „nur“ 5-fach optischen Zooms (analog 120 mm) ist die Kamera bei dem Trip so gut wie allen Situationen gewachsen gewesen, von der Weitwinkelaufnahme hoher Gebäude bis zum Detailfoto mit Zoom, von der extremen Helligkeit der Tropen bis zur Nachtaufnahme ohne Stativ. Auch bei 40°C in Kambodscha oder bei gefühlten 2000% Luftfeuchte und 35°C in Singapur tat sie klaglos ihren Dienst. Das GPS-Tagging funktioniert (nach Anlaufproblemen nach 10.000 km Flug) klaglos, und mit 200 Gramm Gewicht und dem Kompaktmaß von 98,9 x 59,8 x 26,7 mm ist die Canon S100 auch ein angenehmes Leichtgewicht in der Tasche.

Das Canon-Handling waren wir von DSLR und Powershot SX 220 bereits gewöhnt, dennoch ist es auf dieser Kamera (auch dank des großen Displays) noch ein ganzes Stück angenehmer als zuvor.

Tatsächlich hat sich die Kamera wegen der hervorragenden Software – gute Bilder auch unter saumäßigen Lichtverhältnissen, exzellente Bildstabilisierung, dazu eine lange Akkulaufzeit – einen Stammplatz in unserer Ausrüstung erobert. Wir haben den Kauf nicht bereut.

Konsequent haben wir (nur) in RAW fotografiert – was wir am Ende an Bildausbeute (nicht nur) aus Asien mitgebracht haben, kann sich sehen lassen.

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Ein aus der Hand spontan geschossenes Video bei Nacht unter den Petronas Towers in Kuala Lumpur:

Eine DSLR ersetzt auch diese Kamera selbstredend nicht, im Vergleich aber etwa zu unserer (mittlerweile von einem neueren Modell abgelösten) alten 350D muss sich die S-100 nicht verstecken, im Gegenteil.

Als Immerdabei-Kamera kann ich dieses kleine Kraftpaket nur empfehlen – wenn das Reisegepäck leicht sein soll, ist sie der ideale Begleiter. Und sollte sie dereinst das Zeitliche segnen, werde ich vermutlich über einen ihrer Nachfolger nachdenken – denn auch wenn ich immer ein Handy dabei habe: eine vollwertige Kamera ersetzt es nicht, und im Zweifel ist dann der Akku leer, wenn ich ihn brauche 😉

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1 Comment

  1. Danke für den Artikel! Ich bin gerade auch schwer am Überlegen, mir eine immer-dabei-Kamera zuzulegen (auch wenn ich leider leider keine Reise antrete) und dabei steht das Nachfolgemodell (S110) ganz oben mit auf der Liste. Jetzt muss ich mich endlich mal hinsetzen und ein bisschen vergleichen..

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