Von Hamburg bis Hawaii

Unterwegs in aller Welt

Ein Sonntag in Lübeck

Vergangenen Sonntag haben wir das erste aufkeimende Frühlingswetter für einen Ausflug nach Lübeck genutzt, wo wir mit einem guten Freund einen Spaziergang durch die hübsche Altstadt (die UNESCO-Weltkulturerbe ist) machten.

Lübeck steht bei uns öfter mal auf dem Programm, ist es doch nur eine knappe Stunde über die A1 von uns entfernt, und die niedliche kleine Hansestadt ist nicht ohne Grund in 1000 Places to see before you die als eines der empfohlenen Ziele genannt.

Die etwas detailliertere Ausgabe für Deutschland, Österreich, Schweiz nennt dann als einzelne Must-See-Punkte die Altstadt, das Buddenbrook-Haus, das Holstentor und die Kirchen.

Wir haben uns einfach Zeit gelassen und sind gemächlich von der Wohnung unseres Freundes einmal durch die zum größten Teil Fußgängerzone der Innenstadt spaziert, auch ein Stück weit an der Trave entlang, wo nach längeren Bauarbeiten die Uferzone noch sehr frisch renoviert (und teuer) wirkt, und moderne Kunst und futuristische Spielplatzitems locken, aber auch schöne, großzügige breite Bänke, die im Sommer sicher gern frequentiert werden.

Leider war es bei knapp 13 Grad in der Sonne und einer typischen norddeutschen steifen Brise noch sehr frisch, was wir nach einiger Zeit als Anlaß zur Einkehr in einem kleinen Café nutzten, in das Markus uns zielsicher führte – überhaupt hatte ich (wie schon im vergangenen Jahr beim Restaurantspaziergang) den Eindruck dass sich in der Altstadt eine sehr lebendige Restaurant- und Gastronomieszene tummelt, die sich angenehm von den wuchernden Coffeeshop-Monokulturen anderer Städte abhebt, auch wenn es natürlich auch in Lübeck z.B. Balzac gibt – die Zahl der kleinen Cafés mit eigenem Flair und Stil fiel stark ins Auge. Und dabei sieht man viele der Kleinode nicht einmal, auch das Café Remise, das wir ansteuerten, liegt in einem der vielen kleinen Durchgänge in die Innenhöfe der alten Kaufmannshäuser.

Im Sommer sitzt man dort bestimmt sehr hübsch, nun standen draussen große Gaslaternen, die an wärmeren Tagen das Verweilen hier ganz erträglich machen dürften, doch draussen sitzen war Sonntag noch nicht wirklich reizvoll.

Das Café Remise liegt in der Wahmstraße, im Hof der ehemaligen Rösterei A. Behn & Sohn. In der alten Zeit parkten hier die Pferdefuhrwerke der Kunden, die ihre Lieferungen abholten. Daher auch der Name Remise, oder Wagenschuppen. Im gleichen Komplex ist ein Sozial- und Kulturzentrum angesiedelt, das mit der Kulturrösterei, ein Kabarett / Theater aufwarten kann. Einen etwas detaillierteren Bericht hierzu gibt es in Kürze im Foodfreak-Blog.

Gestärkt und aufgewärmt ging es dann weiter durch die Stadt – bei Niederegger, bekannt für ihre kreativen Schaufensterdekorationen, stand dieses Mal alles im Zeichen des 100. Todestages von Wilhelm Busch, und Max und Moritz durften in Marzipan geformt die Witwe Bolte mit handgeschüttelten Marienkäfern ärgern.

Die Lübecker Kirchen sind ebenso zahlreich wie interessant anzuschauen – der Dom etwa, der zum „Ensemble der sieben Türme“ gehört, ist innerlich wie äusserlich beeindruckend, ganz besonders wenn man darunter steht und sich fragt ob man betrunken ist oder der Bauherr gepfuscht hat – die Türme sind in so gut wie alle nur denkbaren Richtungen schief verzogen. Daneben gibt es hanseatische Backsteingotik en masse und immer wieder hübsche kleine Winkel und Einblicke in ein lebendiges kunterbuntes Innenhofleben in Wohnstraßen – ich entdecke bei jedem Spaziergang durch Lübeck Neues, und ich freue mich schon auf den nächsten Ausflug.

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1 Comment

  1. Was für ein schöner Bericht, der so richtig Lust auf einen Lübeck-Besuch macht! Das muss im Sommer dann ja der volle Genuss sein. Danke auch für die vielen interessanten Fotos im Album!

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