Von Hamburg bis Hawaii

Unterwegs in aller Welt

Ein Wochenende in Dänemark

Wie man außerhalb der Saison ein verlängertes Wochenende an der Nordspitze Dänemarks verbringen kann, möchte ich an einem Ausflugsbericht zeigen. Wir waren vier Tage unterwegs, wovon der erste und der letzte Tag als An- bzw. Abreise zu zählen ist. Die Ideen bzw. die Ausflugsziele haben wir anhand von Geocaches fest gemacht. Entsprechende Links habe ich auf die Orte gelegt.

view from Rubjerg Knude, facing north

Die Anreise ist mit dem Auto von Hamburg aus bequem in fünf bis sechs Stunden zu machen. Aufgrund fester Geschwindigkeitsbegrenzungen von max. 130 km/h in Dänemark ist es auch entspannt. Unterwegs bieten sich einige Autobahn-Caches und TB-Hotels als Pausenmöglichkeiten an.

Im Norden angekommen, haben wir uns zuerst den Leuchtturm von Hirtshals angesehen. Hirtshals beherbergt die größten Fähranleger hier im Norden Dänemarks und liegt direkt am Ende der E39.

2010-10-25-Canon PowerShot SX200 IS-2700-hirtshals-fyr

Am Leuchtturm kann auch das Bunkermuseum besichtigt werden, allerdings sind die Öffnungszeiten recht begrenzt. Wir kamen nicht zu dem Vergnügen, wer das möchte, müsste sich vorher informieren.

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Weiter geht es den Skagensvej über Ålbæk nach Skagen. Vor allem in der Nebensaison gibt es hier günstige Unterkünfte. Wir hatten uns für das Hotel Petite entschieden, weil es sehr zentral liegt. Direkt nebenan gibt es einen Supermarkt, der Hafen ist um die Ecke und auch die Fußgängerzone. Leider ist in der Nebensaison vieles geschlossen, wer hier zum Entspannen ist, stört sich aber nicht daran.

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Der zweite Tag sollte genutzt werden, um sich die diversen Dünen der Gegend anzusehen. Es bietet sich an, mit dem an weitesten entfernten Rubjerg Knude zu beginnen. Dafür geht es über Ålbæk, Jerup, Sindal und Hjørring über Land zum Rubjerg Knude. Hier lädt nicht nur die große Düne zu einem Spaziergang ein sondern auch ein Leuchtturm, der von der Düne geschluckt wurde. Je nach Wandergrad der Düne ist mal mehr, mal weniger der alten Gebäude zu sehen, oft sieht man nur noch den Turm. Wer es nicht glaubt muss da gewesen sein.

Rubjerg Knude
2010-10-25-Canon PowerShot SX200 IS-2693-rubjerg_knude
2010-10-25-DK-Rubjerg-Knude-3

Wie die Kräfte der Natur wirken, kann man auch ein Stück weiter südlich beobachten. Bei Lyngby gibt es direkt an der Küste eine Anlage mit Bungalows, einen Teil der Straßen gibt es allerdings nicht mehr, die Erosion hat hier das Sagen, und regelmäßig brechen Stücke der Küste ab.

2010-10-25-Canon PowerShot SX200 IS-2698-erosion

Wieder ein Stück nach Norden liegt die Mårup Kirke. Oder eher das, was von der Kirche noch übrig ist. Auch hier macht sich die Erosion zu schaffen, dieses mal aber an einer Kirche. Folgt man der Küste weiter nach Norden, kommt man über Hirtshals wieder auf dem Skagensvej zurück. Im Sommer kann hier noch die Eagle World, ein Adler-Nationalpark, besichtigt werden.

Zum Abschluss des Tages darf eine weitere große Düne nicht fehlen. Råbjerg Mile ist um einiges größer, auch wenn es optisch erst nicht so aussieht. Nur wer diese Düne erklimmt, kann die wahren Ausmaße erahnen bzw. erwandern. Teilweise kann es einem hier vorkommen wie in einer Wüste.

Auch am zweiten Tag haben wir es mit Sand zu tun. Allerdings mit Strand. Der Weg führt uns am Leuchtturm von Skagen vorbei an die Ecke, an der sich Nord- und Ostsee treffen, nach Grenen.

Early morning in Skagen (seen from Grenen compass rose)

Neben Sanddünen und eben jenem berühmten Treffpunkt gibt es hier kilometerlange Strände zum Spazierengehen und so einiges an Bunkern aus dem zweiten Weltkrieg anzusehen. Vor allem das Naturschauspiel ist beeindruckend, und wenn man Glück hat, sieht man auch ein paar Robben, die sich am Strand in der Sonne aalen. Folgt man dem Strand nach Norden, kommt man so auch an den nördlichsten Punkt Dänemarks.

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Seals enjoying a sunbath in Grenen

Als letztes Ausflugsziel bietet sich noch die tilsandede Kirke an. Sie liegt östlich von Skagen, und wie schon andernorts steht nur noch der alte Kirchturm, der später noch als Leuchtturm genutzt wurde. Auch hier ist das Gebäude dem Sand zum Opfer gefallen. Irgendwann hatten es die Bürger aufgegeben, den Sand der Düne wegzuschaufeln.

2010-10-25 Skagen tilsandede kirke

Damit geht dann auch der kurze Urlaub zu Ende. Den letzten und vierten Tag nutzt man wieder für die Rückreise. Über die Autobahn geht es gen Heimat.

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4 Comments

  1. Oh, da werden Erinnerungen wach. Zu Zeiten, wo es noch keine Digitalkameras gab, haben wir auch mehrfach Dänemark unsicher gemacht. Herrlich! Damals war es in Vejers sogar im August am Strand leer. Wir sind dann nochmal im Jahr darauf hingefahren und dann nochmal im Herbst. Das war am schönsten. Dieser Wind! Dieses frühe Dunkelwerden! Das Wienerbröd als Belohnung nach langen Wanderungen (ohne Cachen, das gab es damals noch nicht – heul!!!) – einfach nur toll und erholsam. Damals wohnten wir aber noch in Remscheid, das waren 2,5 Stunden weniger zu fahren als heute.

    Jedenfalls freue ich mich über diesen Bericht und die Fotos sehr, denn die Erinnerungen sind total schön, die ich an diese Zeit habe. Das Auto war damals noch neu und ich habe noch nach Jahren den feinen Sand aus der Umgebung der tilsandede kirke in den Dichtungsgummis der Türen gefunden, der sich dort festsetzte, als wir bei Sturm die Besichtigung machten.

    Tempo 130 ist auch mein Himmelreich, genau wie in Dänemark haben wir es wieder im letzten Jahr in Frankreich genossen. Wie schön wäre das, wenn es hier auch so wäre.

    Danke für den tollen Bericht, der ganz doll Lust macht, nochmal hinzufahren. Und ein schlechtes Gewissen, weil ich mein Reiseblog so schmählich vernachlässige. Ich musster gerade sogar die Adresse nachschauen. Hatte ich vergessen 😉

    Liebe Grüße :-))

    • Bei uns leidet das ja auch, es gäbe so viel zu schreiben. .aber wir geloben Besserung 🙂

  2. Von Dänemark hab ich bis jetzt nur Kopenhagen gesehen und das hat mich nicht wirklich begeistert. Bei den Bildern hier, könnt ich mich aber sofort in das Land verlieben, traumhaft. Und die Robben sind ja zuckersüß!

  3. Da sind ganz viele bekannte Namen, irgendwie klingelt es in meinem Hinterkopf – wir waren früher oft in Dänemark, naja 1970er und frühe 80er meist. 😉

    Die Gegend ist wunderschön, auch die großen Dünen hatten mich beeindruckt. Im Winter ist es leerer, und genauso schön, wie Eure Fotos beweisen. Danke fürs Mitnehmen!

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