Von Hamburg bis Hawaii

Unterwegs in aller Welt

Ein Wochenende in Schwerin

Ishtar hatte zu meinem Geburtstag einen Wochenendausflug organisiert. Wir hatten uns Schwerin ausgesucht, nicht zu weit und an einem Wochenende stressfrei mit den Auto zu erreichen. Im Hotel Speicher am Ziegelsee hatte sie uns das Kuschelwochenende mit einem 3-Gang Candle-Light-Dinner gebucht.


Nach dem Frühstück machten wir uns mit einer Bento-Box, Kaffee und der erweiterten Cacher-Ausrüstung auf, Schwerin und seine Caches zu erobern. Die Zeit im Auto verkürzten wir uns mit älteren Ausgaben des Dosenfischer-Podcasts, die vom iPod über einen FM-Transmitter auf dem Autoradio landeten. Für einen Freitagmorgen waren wir dann erstaunlich schnell durch das Gewusel des Berufsverkehrs durch die Stadt auf der Autobahn, die wir dann aber auch schnell wieder verließen. Stormarner Sagenkranz: Unsichtbar machende Hüte stand auf dem Programm. Nach einem kurzen Feldwegspaziergang wurden wir auch schnell fündig.

Doch dann, ohoh, die nächsten beiden Stops waren nicht von Erfolg gekrönt. Bei GN_A24 exit GNUMPF-land waren wir schon zum zweiten mal und wieder fanden wir nicht mal den kleinsten Hinweis in dem Waldstück auf einen Cache. Auch der nächste, Alte Salzstrasse Nr. 13, mochte uns nicht. Wir suchten ausgiebig an dem verfallenen Gebäude, das uns statt eines Caches immerhin noch ein paar schöne Lost-Place-Fotos lieferte.

Wir hatten noch eine weitere Rechnung offen. Schlosspark Dreilützow – Bonus 1 konnten wir bei unserem Ausflug im Juni nach Dreilützow nicht finden. Dieses mal ging es dann schnell. Wir spazierten zum Final des Multis, den kannten wir ja schon, holten uns noch ein mal die Koordinaten des Bonus-Caches und dort wurden wir dann auch schnell fündig. So haben wir dann nach etwas über einem halben Jahr die Dreilützow-Serie fertig.

Ab hier ließen wir dann auch mit der Autobahn sein und folgten den Landstraßen nach Schwerin. Unterwegs fanden wir dann an einer Kirche noch den Cache Altes Gemäuer. Allerdings musste hier die Taschenlampe von Fenix nachhelfen, sonst hätten wir den Behälter erst gar nicht gesehen.

Damit war auch genug des Herumtrödelns unterwegs. Die Zeit war weit genug fortgeschritten, um nicht zu früh am Hotel anzukommen. Wir gaben unserem Garmin die Adresse des Hotels und ließen uns führen. Dank einer gelungenen Verkehrsführung in Schwerin kamen wir dann mit einigen Umwegen im Hotel am Ziegelsee an.

Wir der Name schon sagt ist das Hotel in einen alten Speicher direkt am Ziegelsee gebaut. Von außen hat man erst mal nicht den Eindruck, vor einem Hotel zu stehen. Das Gebäude, das da so alleine in einer wenig besiedelten Industriegegend steht, lässt erst mal die Frage aufkommen: „Sind wir hier richtig?“. Aber die Schilder sind unmissverständlich. Wir sind hier richtig.

Nach der unwirtlichen Kälte im Freien, ein strenger Wind ist aufgekommen und der See gefroren, begrüßt uns die Rezeption warm und freundlich. Im Hintergrund brennt ein echtes Feuer im Kamin, das Holz knackst, wohlige Wärme macht sich in uns Durchgefrorenen breit. Der Empfang ist freundlich und nett. Wir werden über die Einrichtungen des Hauses aufgeklärt und erhalten unsere Schlüsselkarte für das Zimmer.

In der dritten Etage liegt es. Ein Doppelzimmer mit Seeblick. Wirklicher Seeblick. Wir können den ganzen See überblicken.

Auf unserer Seite vor dem Hotel steht ein alter Kran, der später noch eine Rolle spielen soll. Das Zimmer ist einfach, aber gemütlich eingerichtet und dank einer weit aufgedrehten Heizung gut vorgewärmt. Das Doppelbett besteht leider aus zwei Matratzen, was etwas stört, für sich genommen sind sie aber bequem. Auf jeder Seite liegt eine kleine Tafel Schokolade. Dazu zwei Sessel und ein kleiner Tisch, auf dem ein Korb mit frischem Obst (abgesehen von den Trauben, die schon etwas älter sind, Äpfel, Mandarinen, Orangen und Physalis) steht und Bonbons verteilt liegen. Dazu zwei Teelichter und Streichhölzer. Ein Schreibtisch mit den wichtigsten Informationen zum Hotel und ein Fernseher.

Das Bad hat eine Fußbodenheizung! Die Badewanne kann auch als Dusche genutzt werden, Bademäntel liegen vorbereitet auf einer Ablage.

Wir packen ein bisschen aus und stellen dann fest, dass wir für das WLAN ein Passwort brauchen. Ein Anruf bei der Rezeption sagt uns, wir müssten das abholen, weil sie zur Sicherheit eine Unterschrift brauchen. Na gut, denken wir uns, gehen wir erst mal in die Stadt. Wir fahren die kurze Strecke bis zum Schloss und suchen uns in der Umgebung einen Parkplatz. Beim durch die Straßen schleichen fällt uns eine Gruppe auf, die über ihrem GPS brütet.

Es ist schon später Nachmittag und wir stellen fest, dass Schwerin als Landeshauptstadt wohl wirklich nur eine Regierungsstadt ist. Die meisten Läden haben schon zu, auf den Straßen ist es leer. Wir folgen den Anweisungen unseres GPS und finden immerhin noch einen Cache: Alter Garten.

Da wir praktisch direkt um die Ecke vom Weinhaus Krömer geparkt haben, beschließen wir, hier zu Abend zu essen. Immerhin soll es einer der besseren Betriebe in Schwerin sein. So wundert es uns schon bei der Karte, dass die Preise nicht übetrieben teuer waren. Alles weitere kann in dem Artikel bei FoodFreak nachgelesen werden.

Zurück im Hotel bestellen wir uns die Flasche Sekt aufs Zimmer, die im Arrangement dabei ist, und beschließen den Abend damit, dass wir ein heißes Bad nehmen, uns ins Bett kuscheln, dabei Rotkäppchensekt schlürfen (ein Regionalprodukt) und Snooker sehen. An der Rezeption erhalten wir auch gleich das Passwort für das WLAN ohne noch ein mal danach fragen zu müssen.

Der Samstag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück. Zusammen mit dem Sonnenaufgang sind wir wach. Im Restaurant des Hotels ist ein Buffet aufgebaut, das sehr gut aussieht. Man merkt am Sortiment, dass die Hotelleitung auf Bio und regionale Produkte setzt. Nur weniges, bei dem es sich nicht vermeiden lässt, ist konventionell. Die Auswahl ist riesig. Es stehen verschiedene Brötchen und Brote zur Verfügung, diverse Aufstriche und Marmeladen, verschiedene Sorten Wurt, Schinken und Käse. Dazu Eier gekocht und als Rührei, auf Wunsch auch anders direkt aus der Küche, gebratener Speck, Lachs. Verschiedene Sorten Yoghurt, Milch, Müsli und Frühstücksflocken und alles, was ich noch vergessen habe. Dazu gibt es Kaffee, verschiedene Säfte und eine große Auswahl Tees. Wir bedienen uns mehrfach und wie durch ein Wunder hält das dann auch den ganzen Tag an.

Auf dem Weg vom Hotel in die Stadt machen wir eine Pause bei Schwerin Outbreak #1 – Träumen am See (Nano). Den Cache finden wir zwar nicht, dafür genießen wir den Ausblick auf den See, der trotz Nebel wunderschön ist. Kurz bevor wir festfrieren geht es zurück ins Auto. Wir parken wieder in Schlossnähe.

Im frühen Sonnenschein machen wir einen Spaziergang um das Schloss und durch den Schlossgarten was uns zur Schleifmühle führt. Hier werden wir dann auch fündig. Auffällig ist dass weite Teile der Parkanlagen – eigentlich alles – abgesperrt sind, da sich Schwerin für die BUGA dieses Jahr rüstet.

Nach dem Rückweg durch den Schlossgarten finden wir auch Der Runde Tisch in der Innenstadt, hier haben wir am Abend zuvor aufgegeben. Den Cache auf dem Schweriner Dom lassen wir aus, als wir die Treppen sehen – der Cache ist für Klaustrophobiker absolut ungeeignet.

Interessant finden wir, dass am Samstagvormittag die Stadt noch immer wie ausgestorben scheint. Einzig am Schlosspark-Center, dem großen Einkaufszentrum der Innenstadt, treten sich die Leute auf die Füße. Geht man nur fünfzig Meter egal in welche Richtung davon weg, findet man sich in erholsamer Ruhe wieder.

Der weitere Weg führt uns zur Ersten Station von Schweriner Outbreak #30 – Stadttore um 1850. An der zweiten werden wir nicht fündig. Wie wir nachträglich feststellen, sollte das gar nicht so schlimm sein, da wir zu Fuß unterwegs waren und die Tour sonst etwas länger geworden wäre. Wir ziehen uns wieder in Innenstadtnähe zurück und werden wenigstens noch Am Pfaffenteich fündig.

Zum Abschluss fahren wir noch einen Cache an, dessen Name schon ein Muss ist: Willkommen in Schwerin. Natürlich finden wir auch hier das Döschen. Die Zeit ist schon ziemlich fortgeschritten und es treibt uns wieder zurück ins Hotel. Wir tauen uns in einem heißen Bad auf.

Für den Abend haben wir ein Date. Mit uns selbst. Das Candle-Light-Dinner steht an. Wir kommen zur vereinbarten Zeit in das Restaurant des Hotels. Ein Tisch ist fein herausgeputzt mit jeder Menge Kerzen, einer aufgerollten und zugebundenen Speisekarte, direkt am Fenster mit Blick auf den See. Wir werfen einen Blick auf die Karte, drei Gänge, entscheiden uns im Hauptgang für den Fisch und bestellen Wasser und Wein dazu. Der Australische Traminer ist leider nicht mehr vorrätig und so lassen wir uns einen deutschen Bio-Riesling empfehlen.

Das Essen hat Höhen und Tiefen, ist aber bei weitem besser als das, was wir am Vortag hatten. Der Wein ist ebenso ausgezeichnet wie der Service. Nach einem netten Abend mit dezenter Musik im Hintergrund lassen wir uns ins Bett fallen.

Der Sonntag beginnt wie der Samstag. Aufstehen mit Sonnenaufgang und ein ausgiebiges Frühstück. Wir entscheiden uns danach für einen Spaziergang am See vor dem Hotel entlang. Nicht ohne Grund, hier liegt ein Multi mit dem geheimnisvollen Namen Der stumme Zeuge. Dieser Cache sollte dann auch das Cacher-Highlight des Wochenendes werden. Die Beschreibung ist stimmig, die Hinweise sind teilweise anspruchsvoll versteckt. Der Multi führt uns am See entlang, vorbei an dem alten Kran, dessen Schienen und Technik. Ein netter kleiner Quasi-Lost-Place-Spaziergang dessen Ende von einer großen Dose gekrönt wird.

Wir checken aus und es geht wieder nach Hause. Der letzte Stop in Schwerin ist Das kleine blaue Wunder welches dann gleich etwas Geduld erfordert. Denn hier ist ganz plötzlich richtig was los. Dauernd kommen Menschen vorbei und ich muss mir mehrfach die Schuhe binden, um ohne von den Muggels bemerkt zu werden, den Cache bergen und wieder verstecken zu können.

Der weitere Weg führt uns zu Resurrecturis. Auch wenn der Cache nicht besonders ist, so ist es das Objekt, dass er uns zeigen will. Hier in dem kleinen Stralendorf eine kleine Kirche. Direkt dahinter befindet sich ein Mausoleum, dass die Größe der Kirche fast übertrifft. Ein wahrlich ungewöhnlicher Anblick.

Mecklenburger Alleen – Lindenallee Zülow führt uns zu einer alten Allee, die auf jeden Fall einen Blick wert ist.

Und sie liegt auf dem Weg zu Dümmer-Landschaft, einem netten kleinen Multi, dessen Final-Tarnung sehr schön ausgearbeitet ist. Nach diesen schnellen Funden geht es jetzt aber wirklich nach Hause. Und so endet ein schönes und erholsames Wochenende.

Vielen Dank noch ein mal an Ishtar für dieses tolle Geschenk.

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5 Comments

  1. Julia

    hier nochmal der richtige Link (sorry) http://www.schloss-basthorst.de

  2. Julia

    Probier mal nächstes Mal das Hotel Schloss Basthorst (http.//www.schloss-basthorst.de) aus. Das ist auch super schön und romantisch 😉 Ist zwar nicht direkt in Schwerin, aber man kann die Stadt schnell erreichen und hat trotzdem viel Grün (Wald) und Blau (Gewässer) um sich.

  3. Knutsen

    Toller Bericht, macht auch wieder Lust auf Schwerin. 🙂

  4. aba

    schoen, dass es euch hier in schwerin so gut gefallen hat. das hotel ist wirklich zu empfehlen, auch wenn es nicht unbedingt in der unteren preisklasse mitspielt.
    uebrigens ist das gelaende um das hotel herum noch ein quasi-lost-place. hier soll es aber bald anders aussehen: ein campus-gelaende ist geplant.

  5. Höchst apart fand ich ja dass die Bettdecken in Herzform zusammengelegt waren… 🙂

    Gefallen hat mir am Hotel, neben ihrer Bio-Ausrichtung (einschliesslich Details wie dem Verzicht auf Minibar und Klimaanlage im Zimmer) und dem sehr aufmerksamen Service, dass es ein familiengeführter Betrieb ist und keine Dependance einer internationalen Kette. Da sind Selbstverpflichtungen wie die zu bio und regional ein persönliches Anliegen, und nicht nur Etikett. Übrigens ist das Hotel einem Verband namens viabono angeschlossen, kannte ich vorher auch noch nicht.

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