Heute waren wir in Wismar. Wir waren geocachen. Zum Abschluss eines langen Stadtrundgang-Multis wollten wir uns mit einem Eis belohnen. Wir suchten uns das Eiscafe Marietta direkt neben dem Rathaus am Markt von Wismar aus. Der Vorplatz, der mit zwanzig bis dreißig Tischen bestellt war, war gut gefüllt, aber einige waren noch frei. Wir fanden einen direkt am Eingang zum Laden.

Nachdem wir uns gesetzt und die Karte durch hatten warteten wir auf die Bedienung, die regelmäßig an uns vorbei kam. Nachdem sie einige andere wartende Tische abgefertigt hatten, von denen sich mindestens einer auch schon suchend umgesehen hatte, rauschte sie wieder an uns vorbei. Da Blickkontakt von potenziellen Kunden, die sich gerade erst gesetzt hatten, nicht reichte, versuchten wir es mit Handzeichen.

Während wir warteten war es interessant, wie sich die Arbeit aufteilte. Lediglich die Bedienung im weißen T-Shirt nahm Bestellungen auf, brachte Eisbecher an die Tische und kassierte. Sie war dabei fix und es schien, als hätte sie alles im Griff. Die zweite, im schwarzen T-Shirt schien die Aufgabe zu haben, leere Tische zu reinigen. Ab und zu, aber äußerst selten, brachte sie auch mal Eisbecher an Tische. Dabei war sie mehr auf der Suche nach dem richtigen Tisch, als auf dem Weg vom Laden auf die Freifläche.

Schließlich machten wir uns mit einem deutlichen „Hallo“ an die aktivere Bedienung bemerkbar. Sie sah uns kurz an, murmelte etwas von „Moment“ und war entschwunden. Inzwischen war eine viertel Stunde verstrichen, wir hatte noch nicht mal bestellt und uns zeigte sich wieder der Rücken der Bedienung. Damit war das Maß voll. Wir gingen. Wer keine Kunden braucht…