Ziemlich genau zwei Jahre ist es her, dass uns die Firma Falk Outdoor Navigation ein Falk LUX 30 zum Testen zur Verfügung gestellt hatte. Wir hatten das damals ausführlich ausprobiert. Jetzt durften wir ein IBEX 32 testen. Während das LUX 30 als GPS-Handgerät mit Touchscreen eher für Wanderer, Geocacher und Mountainbiker gedacht ist, wendet sich das IBEX 32 direkt an Radfahrer. Entsprechend ist auch gleich eine Fahrradhalterung im Lieferumfang. Diese macht auch einen stabilen Eindruck, obwohl sie nur mit zwei Kabelbindern befestigt wird.

Fangen wir mal mit den technischen Daten an.

  • Robustes Gehäuse
  • Wasserdicht (IPX7)
  • Wechselbarer, wieder aufladbarer Lithium-Ionen-Akku, 2.000 mAh
  • Gewicht inkl. Akku nur ca. 196 g
  • Farbdisplay, Touchscreen, Diagonale 90 mm (3,5“)
  • Barometer
  • 3D Kompass
  • Maße: 11,6 x 7,7 x 2,4 cm
  • 4-GB-Speicher
  • Steckplatz: microSD Karte bis 32GB (SDHC)

Da bei uns der Hauptanwendungszweck Geocaching ist, haben wir es auch gleich damit ausprobiert.

Geocaching

Wir nutzen immer noch unser Garmin GPSmap 60CSx. Bisher haben wir noch kein Gerät gefunden, bei dem wir sagen würden, es wäre als Ersatz für uns tauglich. Im Gegensatz zu der Tastenbedienung hat das Falk einen Touchscreen. Und es kann Paperless Caching. Mit dem Garmin führen wir die Cachelistings auf dem Smartphone mit.

Die Caches sind sehr einfach auf das Falk IBEX 32 zu bekommen. An den Rechner angesteckt taucht das Gerät als Laufwerk auf. Die GPX-Dateien werden einfach in einem Ordner „GPX-Import“ kopiert. Leider scheint das Gerät jedes mal beim Start die Dateien neu einzulesen. Deswegen dauert der Startvorgang auch recht lange.

Dass Geocaching bei diesem Gerät nicht so wichtig ist, zeigt die Positionierung im Hauptmenü. Hier ist der Punkt auf der zweiten Seite zu finden. Caches kann ich nach dem aktuellen Standort, einer Adresse, Koordinaten, bei Sonderzielen und entlang einer Route suchen. Das ist eine praktische Sortierung. Natürlich kann ich mir auch alle ungefundenen anzeigen lassen. Hier kann ich dann sogar nach Name suchen.

Auf dem Display sehe ich in den Details zum Cache neben Schwierigkeits- und Geländewertung auch die Größe, ob Trackables eingeloggt sind, das Versteckdatum und die Beschreibung. In der Beschreibung fehlen nur die Bilder. Auf einer Karte kann ich mir die Position vorab ansehen und auch zusätzliche Wegpunkte sind ersichtlich. Über Optionen ist es möglich, Wegpunkte, auch per Projektion, anzulegen und sowohl Status als auch Beschreibung zu ändern. Ausserdem kann ich mir die letzten fünf Logs ansehen.

Dann folgt die Routenberechnung. Hier habe ich die Wahl zwischen Fahrrad und Fußgänger. Eine Autonavigation ist nicht vorgesehen. Ich kann mir zwei zusätzliche Alternativrouten und das Höhenprofil einblenden lassen. Ausserdem ist eine Navigation per Bus und Bahn möglich.

Geocaching ist, wie gesagt, nur eine Nebenfunktion. Deswegen kann mich das Geocachen mit dem IBEX wohl auch nicht überzeugen. Die Funktionen, vor allem, um einen Cache auszufiltern und diesen dann per Routenführung anzusteuern, sind nicht schlecht, aber ich muss zu oft irgendwelche Schaltflächen antippen, bis ich da bin, wo ich hin will. Dazu könnte das Gerät dann etwas schneller arbeiten.

Navigation

Ich nenne es hier mal als Punkt „Navigation“. Doch im Prinzip ist es eine Wander- und Radtour-Funktion. Hier spielt das Falk einige Stärken aus, die ich bei anderen Geräten so noch nicht gesehen habe.

Die einfachste Funktion ist, ein Ziel einzugeben. Hier habe ich dann auch die große Auswahl. Ich kann mein Ziel auswählen nach

  • Adresse
  • Nach Hause
  • Sonderziele, hier dann eine große alphabetische Liste, in der auch sonderbares wie Bergwerke, Hindernisse, Wegkreuze und Lifte, aber auch Berggipfel und Fahrradschlauchautomaten zu finden sind
  • Letzte Ziele
  • Position in Karte
  • Wegpunkte
  • Koordinaten

Die weitere Auswahl variiert nach Radfahrer oder Fußgänger. Radfahrer können explizit angeben, ob sie es flach, bergig oder kurz als Strecke mögen, und

  • Fahrradwege
  • Wanderwege
  • Starkes Gefälle
  • Straßenverkehr
  • Abbiegungen reduzieren
  • Pfade vermeiden
  • Fähren
  • Tunnel
verwenden oder teils auch vermeiden wollen. Fußgänger haben es ähnlich, haben aber nur
  • Wanderwege
  • Klettersteige
  • Pfade verwenden
  • Fähren
  • Tunnel
zur Auswahl. Bei der Luftlinienavigation entfällt natürlich diese Auswahl.
Für die weitere Navigation kann ich mir natürlich nicht nur eine Kartendarstellung anzeigen lassen, sondern auch eine Wegbeschreibung. Und, ich habe es ja schon beim Geocachen beschrieben, ich kann mir insgesamt drei Routenvorschläge anzeigen lassen.
Sehr schön gemacht ist auch die Navigation per Bahn und Bus. Es sind das gesamte Bahn-Netz von Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie zahlreiche Buslinien integriert. Damit lässt sich dann auch bequem neben Wander- und Radtouren die An- und Abreise planen.
Schön ist auch die Tourenplanung. Vor allem, wenn ich eine bestimmte Streckenlänge möchte oder eine bestimmte Zeit zur Verfügung habe, kann ich mir einer Rundtour nach Streckenlänge in km oder Dauer in Stunden und Minuten planen lassen. So habe ich einen Tourvorschlag und kann gleich neue Ecken entdecken, in die ich sonst nicht gegangen wäre. Es ist aber auch möglich, eine Tour von A nach B, auch mit Bus und Bahn, zu planen.
Für Radtourfreunde sind sogar schon einige Fern-Radwege vorgefertigt als Tour auf dem Gerät.
Die Navigations-Funktion gefällt mir mit den vielfältigen Auswahl- und Einstellmöglichkeiten sehr gut. Dafür kann man das Falk gut hernehmen.

Tripcomputer

Der Tripcomputer ist einfach erklärt. Jeder kennt das von seinem GPS oder auch vom Bordcomputer im Auto. Hier kann ich mir alle Daten meines Trips anzeigen lassen. Von Geschwindigkeit über Zeit, Strecke, Höchster Punkt, Höhendifferenz, Tiefster Punkt, Ankunftszeit und viele mehr stehen sogar Mondphasen und Luftdruck zur Verfügung.

Einstellungen

In den Einstellungen gibt es auch vieles, das konfiguriert werden kann. Von Routenoptionen, die vorbelegt werden können, über Kartendarstellung und Kartenoptionen können auch Geschwindigkeitsprofile für Radfahrer und Fußgänger konfiguriert werden. Für Geocacher ist die Option “Position auf Straße aus” sehr hilfreich, sonst wird die Anzeige der eigenen Position immer auf die nächste Straße gesetzt. Natürlich kann auch die Helligkeit und die Lautstärke eingestellt werden, der Kompass und das Barometer kalibriert werden und die Tastenbelegung geändert werden.

Extras

Unter Extras findet sich die Funktion „Position Merken“ und der Wegpunkt-Manager, um neue Wegpunkte anzulegen oder sie zu bearbeiten. Über den GPX-Manager lassen sich GPX-Dateien auf dem Gerät löschen und umbenennen. Auch Kartenfehler lassen sich melden.

Karte

Auf dem Gerät ist die Premium-Outdoor-Karte für Deutschland und die Basiskarte Plus für alle anderen europäischen Länder vorinstalliert. Teilweise sind dabei Gebäudeumrisse enthalten. In der Karte sind 800.000 Sonderziele integriert.

Wer andere Karten möchte, muss diese zukaufen. Diese ist allerdings nicht ganz günstig. Hier die Optionen:

Transalp: EUR 189,95
Benelux : EUR 129,95
Norditalien inkl. Gardasee/ Trentino/ Südtirol: EUR 129,95
Eine Möglichkeit Karten von OSM (OpenStreetMap) zu installieren gibt es leider nicht. Bei anderen GPS-Empfängern ist dies mehr oder weniger einfach möglich. Hier sollte Falk sich etwas öffnen.

Betriebszeit

Im Gerät ist ein Akku mit 2000 mAh integriert, der gewechselt werden kann. Bei intensiver Nutzung sollte der einen Tag durchhalten. Ich habe allerdings festgestellt, dass das Display im Freien und Hellen nicht so gut ablesbar ist, was dazu führt, dass die Helligkeit hochgestellt wird. Dies geht wieder zu Lasten des Akkus. Da das Gerät nicht mit normale AA-Akkus oder Batterien läuft, muss man sich entweder für den Notfall einen Ersatzakku besorgen oder einen externen Akkupack, wie z.B. den von Anker, den wir verwenden, mitnehmen.

Pro / Contra

+ Paperless Caching
+ Gute Cachesuche
+ Fußgänger- / Radfahrernavigation
+ Bahn/Bus-Navigation

– Langsamer Start
– keine Bilder in Geocaches
– keine Autonavigation
– etwas hakelige Bedienerführung

Fazit

Tests werfen ja gerne mit Bewertungen um sich. Mit Sternchen oder Labels wird gezeigt, wie gut das Gerät sein soll. Ich beschränke mich auf ein einfaches “OK”. Mir hat das Falk IBEX 32 bei den Navigationsfunktionen wirklich gut gefallen. Ein paar Dinge haben mich gestört. Oder anders gesagt, ich bin einiges von meinem Garmin GPSmap 60csx gewohnt, was ich hier nicht so finde. Dafür hat das IBEX aber einige Vorteile, die mein Garmin mir nicht bieten kann. Möchte ich nur Geocachen, würde ich ein anders Gerät nehmen.

Was kostet der Spass?

Gut 350 Euro werden aufgerufen. Das ist nicht günstig und sicher auch nichts für Einsteiger. Doch wer wandert und/oder viel mit dem Rad/Mountainbike unterwegs ist, der bekommt dafür ein ordentliches Gerät, das viel bietet. Ein paar Euro sollten aber noch in einen Ersatzakku oder ein Powerpack investiert werden.

Disclaimer

Das Falk IBEX 32 wurde uns von United Navigation unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt. Wir danken freundlich für die Unterstützung.

Bilder teilw. zur Verfügung gestellt und (c) von Falk