Dank eines Gewinnspiels flatterte mir ein Fitbit Ultra Tracker ins Haus. Natürlich perfekt, um ihn ausführlich zu testen. Doch erst mal die Frage: Was ist das, ein Fitbit Ultra Tracker?

Nun, zu allererst ist es nichts anderes als ein banaler Schrittzähler. Doch was er aus den Daten macht, dass macht den Fitbit besonders. Zu aller erst hat er einen Akku integriert und zeichnet die Informationen auf. Dazu hat er noch einen Lage- und Beschleunigungs-Sensor und einen Höhenmesser. Er zeichnet also alle Aktivitäten auf und kann damit auch den Schlaf überwachen. Alle Aktivitäten, dass sind Schritte und in Kombination mit dem Höhenmesser auch gestiegene Stockwerke gemessen an einem angenommenen Unterschied von drei Metern. Zurückgelegte Kilometer werden anhand der Schrittlänge berechnet. Genau so wie verbrauchte Kalorien.

Der eigentliche Clou ist die Online-Anbindung. Mit dem Fitbit kommt eine Basisstation. Diese dient dazu den Akku aufzuladen. Für die Übertragung der Daten ist kein direkter Kontakt nötig. Über das ANT+-Protokoll werden die Daten per Funk auf den Rechner (PC und MAC) übertragen und hochgeladen. Das alles passiert ganz automatisch im Hintergrund.

Am Fitbit gibt es zur Kontrolle noch ein Display, welches die Daten auch anzeigt. Es kann auch eine Stoppuhr aufgerufen werden und eine wachsende Blume zeigt den Aktivitätsindex an. Um so größer, um so aktiver.

Auf der Website – und auch in den Apps für Android und iOS – kann man sich das ganze dann schön auswerten. Man kann Ziele festlegen wie z.B. so viele Schritte will ich heute gehen, so viele Stockwerke, und hübsche Balken zeigen wie nahe man dran ist.

Der Praxistest zeigte dann allerdings, der Fitbit ist nichts für mich. Die Vorstellung, als Motivation eine schöne Web 2.0-Hardware-Bindung zu haben ist schon toll. Doch ich muss immer den kleinen Fitbit bei mir haben. Natürlich ist das so und mit 5,5 cm. Länge auch nicht so schlimm. Schliesslich hat er einen praktischen Clip integriert und wo der nicht passt einen zweiten, größeren noch dabei. Ich finde es trotzdem lästig, den Fitbit mit mir herum zu tragen. Immer wieder kann ich irgendwo hängenbleiben, schleppe Kartons, kann anstossen, das passt nicht zusammen. Ich würde dauernd nachsehen müssen ob der Fitbit noch da ist. Einfach in die Tasche legen ist mir zu unpraktisch, da geht er zwischen Schlüsseln und Smartphone unter. Und in die Gesäßtasche, ratet mal, da würde ich mich drauf setzen.

Das nächste Problem ist der Fehlende Aus-Schalter. Mit dem Knopf am Gerät lassen sich zwar Aktivitäten verwalten, wie Schlafen, Laufen, mit Baumaschinen Arbeiten(?), in einem Streifenwagen fahren(???) oder auch im Bus mitfahren. Ich fahre aber nicht nur Bus, mein Weg zur Arbeit besteht aus Gehen, Bus, U-Bahn, S-Bahn, Treppensteigen. Ich müsste also jedes mal, wenn ich die Aktivität wechsele – selbst beim Umsteigen – den Knopf drücken und später die Aktivität online nachpflegen um ein vernünftiges Ergebnis zu haben. Das ist unpraktisch. Gehe ich nur zu Fuß ist das ok, jogge ich nur oder fahre ich nur Rad. Ja, dann geht das, aber bei mir nicht. Bzw. mir ist das zu lästig.

Das ist es, was mich stört. Ich hätte kein Problem damit, mich auf einer Website zu registrieren. Ich hätte auch kein Problem damit meine Ernährung nachzupflegen, online. Auch wenn es die Datenbank dazu bis jetzt nur in Englisch gibt. Auch dass meine Daten von einer US-Website mit evtl. zweifelhaften Datenschutzbestimmungen gespeichert werden macht mir keinen so großen Kopf. Doch diese zwei Punkte verleiden mir den Spass am Fitbit. Sicher, es kann eine gute Trainingshilfe sein. Doch für mich leider nicht.

Ein weiteres Problem hatte ich noch mit Mac OS, welches wohl weit verbreitet ist. Nach dem ersten Synchronisieren wollte der Fitbit nicht mehr mit der Website Syncen. Software starten, beenden, neu installieren, alles half nichts. Auch ein Reset brachte nichts. Basis abziehen, nur anstecken, Zwangssyncen, alles funktionierte nicht. Ein Wechsel auf einen anderen USB-Port funktionierte dann plötzlich. Wie lange, das testete ich nicht mehr.

Ich hätte gerne eine Android-App, die genau das macht. Mit den Sensoren einen Schrittzähler simulieren, die Bewegung entsprechend auswerten und dabei nicht auf das GPS zugreifen, denn in Gebäuden wäre das nicht hilfreich.

Weitere Links:

Fitbit bei Parkscheibe.de

Fitbit bei Gadgets und das Web 2.0