Während unseres USA-Urlaubs hatten wir zwei Nächte in Flagstaff eingeplant, und weil uns das Städtchen so gut gefallen hatte, wollten wir ihm einen kleinen Artikel widmen. Flagstaff bietet sich als der ideale Ausgangspunkt für mehrere Tagesausflüge an. Hier Übernachten und herum fahren bietet sich durchaus an. Man kommt in kurzer Zeit einfach zum Meteor Crater, zum Walnut Canyon, zum Sunset Crater und zum Wupatki National Monument. Auch der South Rim des Grand Canyon ist nicht weit und von hier bequem mit dem Auto erreichbar. Selbst nach Sedona dauert die Fahrt nicht lange, was wir aber nur wegen der tollen Landschaft und nicht wegen der Stadt selbst empfehlen würden. Auch wenn der Painted Desert & Petrified Forest National Park auf der Karte nur nach ein Stück den Interstate runter aussieht, es lohnt sich hier, bis nach Holbrook zu fahren und dort zu übernachten.

Mit gut 70.000 Einwohnern kann man Flagstaff wirklich als Städtchen bezeichnen. Doch gegenüber den ganzen anderen Orten, durch die wir in Arizona kamen, hat es einen großen Vorteil: Eine Universität. Und die bringt der Stadt Leben. Wohl durch die Anwesenheit der Studenten hat sich hier eine richtige Kultur aus Coffee-Shops und kleinen Brauereien gebildet. Es gibt einen Ortskern mit vielen kleinen Läden, die nicht an einer Kette hängen, auffällig sind die vielen Outdoor-Läden. Das alte Bahnhofsgebäude an der noch aktiven Bahnlinie hat seinen eigenen Charme, und auch gegenüber stehen noch alte Steingebäude aus der Zeit der Gründung der Stadt.

Die erste feste Siedlung war hier 1876. 1886 war es schon die größte Stadt an der Eisenbahnlinie von Albuquerque an die Westküste. Der Astronom Lowell kam 1894 nach Flagstaff auf der Suche nach dem perfekten Ort für ein neues Observatorium. Noch heute ist das Lowell Observatorium eine Sehenswürdigkeit und wird von vielen Flagstaff-Besuchern besichtigt. 1899 wurde die Arizona Normal School gegründet, die 1966 zur Northern Arizona University wurde.

Nach der Fertigstellung der Route 66 1926 kamen die ersten großen Touristenströme, Motels wurden gebaut und die Preise stiegen. Das war der endgültige Aufstieg für Flagstaff. Im Gegensatz zu anderen Städten der Umgebung hat Flagstaff den Untergang der Route 66 überlebt und präsentiert sich noch heute als lebende Stadt.

Flagstaff bietet sich also nicht nur als Ausgangspunkt für die vielen Touristenattraktionen aussen rum an, sondern hat auch selbst noch etwas zu bieten. Einen Tag sollte man sich schon Zeit nehmen, um die Stadt zu erkunden.