So langsam werden wir Kenner von Flugzeugmuseen. Nachdem wir schon in Sinsheim, Speyer, Friedrichshafen (Zeppelin-Museum), Nordholz und Hamilton (Kanada) waren mussten wir uns natürlich die hochgelobte Flugausstellung in Hermeskeil ansehen.

Die Anfahrt ist recht einfach, auch wenn Hermeskeil nicht direkt am Nabel der Welt liegt. Der Ort liegt direkt an der A1, die Abfahrt heisst Reinsfeld, und immer die B407 lang. Es ist ausgeschildert. Schon am Parkplatz werden wir von einer Concorde begrüßt. Museumsbesucher können hier in der Concorde sogar (Instant)-Kaffee trinken, denn sie ist als Cafe ausgebaut. Ein besonderes Erlebnis und wir freuen uns wie Bolle. Da ist es auch egal, dass der Cappuccino aus dem Beutel und dem Wasserkocher kommt. Erst später erfahren wir, dass es sich um eine Replica handelt. Doch wohl um eine recht gute und wir sind nur wenig enttäuscht. Damit habe ich aber schon das Ende vorweg genommen. Den Kaffee tranken wir nach unserer Tour durch das Museum.

Flugausstellung Hermeskeil

Am Eingang erwartet uns eine Halle. Mit Kasse, kleinen Souvenirshop und schon jeder Menge Flugzeuge. In der Halle stehen und hängen schon einige. Unter anderem ein Starfighter und eine Ju 52.

Flugausstellung Hermeskeil

Im erhöhten Bereich kann man eine Treppe hoch und in das Cockpit der Ju gucken. Daneben sind dann jede Menge Triebwerke ausgestellt. Teils von Kampffliegern, teils aber auch von Verkehrsmaschinen wie der Boeing 707. Auf unsere Frage, was zu erst war, die Halle oder die Ausstellungsstücke wurde uns erzählt, dass die Halle um die Flugzeuge herum gebaut wurde. Wir begutachten alles und folgen der nächsten Tür ins Freie. Eine große Parkähnliche Gründfläche mit Sitzgelegenheiten ist hier draussen zu finden. Bei bestem Wetter lacht uns eine Vickers VC 10 in alter Emirates (United Arab Emirates)-Lackierung an.

Flugausstellung Hermeskeil

Viele Kampfflieger stehen hier draussen, mehrere Starfighter, mehrere F4 Phantom und eine ganze Menge verschiedener MiGs. Das erste Transportflugzeug der deutschen Luftwaffe, eine Noratlas ist vorhanden, ebenso wie eine de Havilland DH 106 Comet, das erste zivile Düsenverkehrsflugzeug der Welt. Eine paar Hubschrauber gibt es und eine Antonov An-26 sowie ein Douglas C-47, bei der man sogar den Frachtraum betreten darf.

Flugausstellung Hermeskeil

Bei vielen Flugzeugen, soweit möglich, hat es das Museum geschafft, dass man Treppen nach oben gehen kann und zumindest einen Blick in das Cockpit und den Passagierraum werfen kann. Schöner wäre es natürlich, wenn man komplett durchgehen könnte, doch das wurde aus verständlichen Gründen durch Absperrungen unterbunden. Es gab wohl zu viel Vandalismus.

Zu guter Letzt erwartet uns dann noch eines der Highlights. Neben einer Iljuschin Il-18 der Interflug erwartet uns einer der Hauptgründe für den Besuch im Museum. Eine Lockheed Super Constellation, die Lufthansa-Maschine, mit der 1955 Konrad Adenauer zu den Verhandlungen über die Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen nach Moskau flog. Die Super Conny ist aus unserer Sicht eines der schönsten Flugzeuge, die je gebaut wurden. Und näher als hier werden wir wohl nie wieder eine kommen. Denn auch hier konnten wir eine Treppe hochsteigen und einen Blick in das Cockpit und den Passagierraum werfen.

Flugausstellung Hermeskeil

Nach dem Besuch können wir sagen, ja, es ist das schönste Flugzeugmuseum in Deutschland. Es gibt viel zu sehen, auch vieles, was man nicht wo anders sieht. Acht Euro Eintritt sind hier bei weitem nicht zu viel. Der Ausflug hierher lohnt sich. Wie Ihr genau hinkommt verrät folgende Karte:

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Natürlich haben wir viel mehr Bilder mitgebracht, die sind im Flickr-Album zu sehen.

Bei Amazon habe ich sogar ein Buch zur Ausstellung gefunden. Das ist allerdings von 1985 und nennt sich „Flugausstellung L + P. Junior bei Hermeskeil„.