Von Hamburg bis Hawaii

Unterwegs in aller Welt

Flugpreisvergleich

Flugpreise sind fast schlimmer als Börsenkurse. Immer wieder schwanken sie, heute so, morgen anders. Flugverbindungen gibt es in manche Ecken der Welt wie Sand am Meer. Doch wie finde ich den günstigsten Flug? Oder will ich den billigsten? Oder doch einen bequemen?

Zum Glück gibt es Websites, die einen Vergleich der Flugpreise anbieten und dabei noch viele Optionen bieten, mit denen man seinen Flug finden kann. Aber auch hier gibt es deutliche Unterschiede. Zum einen schwankt die Qualität der Suchergebnisse, zum anderen der Preis.

Wie geht man nun im Idealfall an die Suche heran? Das hängt sicher von individuellen Bedürfnissen ab. Spielt der Preis eine Rolle und ist die Verbindung egal, dann kann man einfach das erstbeste Suchergebnis nehmen. Soll der Flug aber zu bestimmten Zeiten ankommen oder z.B. nur maximal einen Zwischenstop haben, dann wird es schon schwieriger.

Wir wollen das ganze an drei Beispielen ausprobieren. Und vielleicht kommt am Ende die eine Vergleichsseite heraus, die das beste Ergebnis liefert. Sozusagen: Die Empfehlung.

Hamburg – Los Angeles

Von einigen Städten ist es kein Problem, in einem Rutsch nach Los Angeles durchzufliegen. Doch sobald man umsteigen muss, wird es kompliziert. Ein Stop, mehrere Stops, umsteigen in USA oder nicht? Alles Fragen, die man sich stellt.

Der Standardreisende würde wohl einfach nach dem günstigsten Preis suchen. Gibt man bei Google „Flugpreisvergleich“ ein findet man Unmengen an Suchergebnissen. Wir suchen immer erst auf Kayak, da wir hier die meisten Filtermöglichkeiten haben. Sagen wir mal, wir wollen für zwei Wochen in den Südwesten der USA.

Der günstigste Flug über Kayak kostet zum Recherchezeitraum also 565 Euro. Schön ist auch die Übersicht, welcher Anbieter welchen Preis bietet. In dieser Abfrage habe ich Kayak schon die Gebühren für Kreditkartenzahlung mit einrechnen lassen. Das kann man in der Suchmaske auswählen.

Leider sind nicht alle hier verlinkten Anbieter gleichwertig. Möchte ich den Flug hier über Elumbus-reisen buchen kommt plötzlich dieses hier:

Ups, den Flug kann ich hier ja gar nicht buchen. Ganz so einfach ist es also doch nicht. Zudem scheint Elumbus-reisen bei mir nicht richtig zu funktionieren. Auf der zweiten Suchseite habe ich dann eine andere Verbindung für 627 Euro im Recherchezeitraum. Versuche ich diese zu buchen, komme ich auf die Suchseite von Elumbus.

Der nächste Versuch ist dann airline-direct:

Das sieht doch schon besser aus. Sogar ein paar Euro billiger. Das einzige, was mich hier stört ist die fehlende Zahlungsmöglichkeit per Kreditkarte. Lediglich Sofortüberweisung und giropay wird mir angeboten. Aber der Preis stimmt.

Versuchen wir es noch mit dem Dritten. seat24.

Hier ist es nach der Weiterleitung zwar etwas teurer, aber nur 6 Euro. Dann kommen noch 33,74 Euro für Kreditkartenzahlung drauf, die auf Kayak nicht angezeigt wurden. Was mir auf seat24 gut gefiel war der Hinweis auf kürzere Reisezeiten mit Preisangabe und der Möglichkeit einen günstigeren Reisezeitraum zu finden.

Wie auch immer, wir haben einen Flug gefunden: 565,39 Euro über Kayak.de.

Doch was sagen die anderen? Swoodoo wirbt gerne mit Testsiegen ohne Ende. Die Suchmaske sieht aus wie bei Kayak.

Das Suchergebnis bringt uns nicht viel weiter, denn rechts oben steht:

Dann haben wir noch fluege.de, die auch groß mit dem stämmigen Fußballmanager Werbung machen.

616,93 Euro. Das ist teurer, klingt aber nicht so schlecht. Was mich allerdings bei fluege.de stört, ist der aufdringliche und übertriebene Versuch, Zusatzversicherung durch Verunsicherung zu verkaufen.

Die Versicherungen müssen aktiv abgewählt werden, da sie sonst den Flugpreis verteuern. Das geht sogar noch weiter:

Am Ende kostet der Spass dann ohne Versicherung und Servicepaket 656,91 Euro. Warum so viel mehr? 19,99 Euro Service Fee pro Strecke, weil ich nicht mit der fluege.de Kreditkarte zahle.

Das fällt schon mal weg. Weiter also. Idealo ist ein bekannter Preisvergleich und natürlich gibt es auch flug.idealo.de

554,90 sollen es als günstigster Flug sein. Wieder wirft mir die Suche Elumbus aus. Ich versuche es noch mal, und dieses mal ist der Flug verfügbar. Im Gegensatz zur Kayak-Weiterleitung lande ich hier sogar auf einer Buchungsseite. Im Gegensatz zu fluege.de wird hier das offerierte Servicepaket als etwas Gutes dargestellt, das die Leistung verbessern kann. Auch spielen sie hier nicht mit Verunsicherungen.

Am Ende kommen noch 18 Euro für die Kreditkarte drauf. 572,90 Euro würden anstehen. Travelstart ist mit der Angabe von 562,51 auf flug.idealo.de günstiger. Am Ende lande ich mit Kreditkartengebühr bei 596,62 Euro.

Einfacher bei der Domain-Wahl kann man es sich nicht machen. billiger-fliegen.de sagt alles aus. Doch was sagt das Suchergebnis? Mich stört als erstes die Auswahl des Abflughafens. Ich habe keine Möglichkeit, einen Flughafen frei einzugeben. Ich bin auf die vorgegebene Auswahl beschränkt und muss mit dem leben, was der Anbieter für wichtig erachtet.

Die Optik erinnert an Elumbus, der Preis ist jetzt schon teurer und die mir auferlegten Beschränkungen gefallen mir nicht. Im Prinzip könnte ich hier schon aufhören.

Zwei Anbieter, die direkt buchen und nicht viele Anbieter vergleichen, sind Opodo und Expedia. Versuchen wir es mal hier.

Der günstigste Flug, den Opodo findet, liegt also bei 570.46. Beim Buchungsvorgang kommt dann die Meldung, der Flugpreis hätte sich geändert. Dazu kommen noch Kreditkartengebühren und am Ende landen wir bei 600,08 Euro.

Bei Expedia sieht es so aus:

Am Ende erhalte ich bei Expedia genau den Preis, der auch am Anfang in der Suche angezeigt wurde.

Da wir immer US Airways als billigste Airline haben, vergleiche ich jetzt noch ein mal direkt bei der Airline.

Damit haben wir dann ja ein Ergebnis: 565,39 sind es über Kayak bei airline-direct. Ich allerdings würde 30 Euro mehr zahlen und bei Expedia buchen. airline-direct kenne ich nicht und ich kann nicht per Kreditkarte zahlen.

Das ist der günstigste Flug. Doch wir werden ja älter und bequem. Wir wollen nur einen Stop, vorzugsweise nicht in den USA, weil wir sonst zu viel Puffer für die Immigration einrechnen müssen, und möchten gern früher in Los Angeles ankommen, um mit dem Mietwagen noch die Stadt zu verlassen und in Richtung Joshua Tree National Park zu fahren und dort irgendwo zu übernachten. Dazu bietet sich dieser Flug an, den wir bei Kayak gefunden haben:

Um jetzt die Screenshot-Orgie abzukürzen, hier die nackten Zahlen:

  • Elumbus über Kayak: wie oben kein Ergebnis
  • airline-direct über Kayak: 622,31 €
  • lastminute.de über Kayak: 644,68 €
  • Seat24 über Kayak: 683,96 €
  • Swoodoo: Siehe Kayak
  • fluege.de: Wunschflug nicht zu finden
  • Elumbus über Idealo: kein Ergebnis wie bei Kayak
  • lastminute.de über Idealo: 646,74 €
  • travelstart über Idealo: 685,47 €
  • airline-direct über Idealo: 676,31 €
  • Opodo: 691,22 €
  • Expedia: 664,08 €
  • KLM: 672,90 €
  • Air France: 691,90 €
  • Delta: 686,90 €

Und nun? Vom Preis her haben wir einen deutlichen Sieger: airline-direct. Auch hier würden wir Expedia nehmen. 42 Euro mehr für einen uns bekannten Anbieter.

Es ist also schwer, hier eine Empfehlung auszusprechen. Am billigsten ist airline-direct, das beste Gefühl haben wir bei Expedia. Auch die Buchung direkt bei der Airline ist manchmal nicht viel teurer, und ein Vergleich lohnt sich. Am Ende bleibt nur eines als Tip: Vergleichen und Abwägen. Um Routen zu finden und Optionen auszuloten würden wir die Suche bei Kayak empfehlen.

Hamburg – Amsterdam

Wir wollen auf ein langes Wochenende nach Amsterdam. Kurzstrecke, Direktflug. Alles kein Problem? Wollen wir mal sehen.

93 Euro über Kayak. Das Durchklicken zu den einzelnen Anbietern spare ich mir jetzt. Auch dass möglicherweise noch Gebühren dazu kommen (Expedia z.B. reicht eventuell anfallende Kreditkartengebühren der Airlines erst ganz zum Schluss durch), sollte uns inzwischen klar sein.

Bei fluege.de:

Und flug.de

Es gibt also Unterschiede, und der Vergleich lohnt sich. Direkt bei KLM sieht das dann so aus:

Wer flexibel ist, kann durchaus bei den Billigfliegern auch noch andere Preise finden. Hier z.B. Germanwings:

Und da wir ja schon ein mal den Vergleich zwischen Bahn und Flugzeug hatten, möchte ich das für das gleiche Datum noch mal machen.

Wir sind zwar etwas billiger, aber die benötigte Zeit ist diese Ersparnis nicht wert.

Die Kurzstrecke ist also wirklich kein Problem. Zumindest, wenn es wenige Anbieter auf der Strecke gibt, wie im Beispiel. Das habe ich mir also nicht so gut ausgesucht. Da der billigere Preis bei Germanwings keine zusätzliche Übernachtung rechtfertigt, würde ich einfach direkt bei KLM buchen.

Hamburg – Singapur Hin, Kuala Lumpur zurück

Gabelflüge werden die meisten wohl selten bis gar nicht brauchen. Wir hingegen benutzen diese Funktion oft. Das Flugbeispiel hier ist eines derer, die wir schon geflogen sind. Deswegen nehmen wir es einfach als Beispiel her.

Viele Preisvergleicher können nichts mit Gabelflügen anfangen. Sie sind auf hin und zurück vom gleichen Flughafen ausgelegt. Während der Recherche habe ich sogar eine gefunden, die Abflughäfen vorgibt und dabei kein bisschen flexibel ist.

Kayak kann das mit den Gabelflügen sehr gut. Dies ist einer der Gründe, warum wir es so gerne benutzen. Und deswegen beginnen wir auch wieder damit. Als Flugdatum nehme ich wieder das im Januar.

Der Preis ist schon mal gut, aber das Routing überrascht mich. Wir sind damals Emirates mit einem Stop geflogen. Nehmen wir noch mal zum Vergleich den günstigsten Flug mit einem Stop. Sozusagen für die Bequemen.

Das ist dann auch genau der Flug. Air France über Paris ist gerade mal 3 Euro teurer. 34 Euro für einen Stop weniger würde ich ausgeben.

Fluege.de ist eines der erwähnten Beispiele:

Kein Gabelflug.

Idealo kann es dann wieder:

Der Zwei-Stop-Flug findet sogar einen günstigeren Anbieter. Und der Flug mit einem Stop auch:

Sehen wir uns mal diesen Flugladen, der da so billig sein soll, genauer an. „Erweiterte Suche“ muss ich anklicken und kann dann einen anderen Abflughafen für den zweiten Flug angeben. Einen dritten hinzu geht nicht. Abgesehen von Kreditkartengebühren passt sogar der Preis:

Opodo gibt mir für den billigsten Flug, der der gleiche wie oben bei Kayak ist, einen Preis von 664,54 Euro. Aber ich möchte ja nur ein mal stoppen, also sind es 702,43 Euro für den Emirates Flug.

Auch Expedia findet die gleichen Flüge. 648 Euro fallen für den billigsten an und stimmen damit mit der Kayak-Suche überein. Auch der Ein-Stop-Flug ist mit 685 Euro identisch.

Sehen wir zum Ende noch mal direkt bei Emirates nach: 793,43 Euro. Das Fazit ist nicht überraschend: Vergleichen lohnt, gebucht wird, wo es am besten passt.

Komplizierte Gabelflüge

Und dann wird es kompliziert. Eine Funktion, die ein Großteil der Reisenden wohl wirklich nicht braucht, sind Multi-Stop-Flüge mit mehreren Stationen. Wir haben es schon genutzt, und deswegen soll es mit rein. Letztes Jahr flogen wir Hamburg-Las Vegas, Tucson-San Francisco, San Francisco-Hamburg. Mit solchen Konstellationen zeigt sich, was ein Flugvergleich wirklich kann. Viele können es nicht, Opodo kann bis zu vier, Expedia fünf und Kayak sechs Flüge. Flug.de und Idealo können nur einen abweichenden Flughafen für den Rückflug. Hier muss man also erst mal die richtige Suchmaschine finden. Auch hier können wir für die erste Orientierung Kayak empfehlen.

Das sieht dann zum Beispiel so aus:

Das Ergebnis kann dann so aussehen:

Um einen Vergleich jetzt zu haben, habe ich auch bei den anderen suchen lassen. Über Kayak sind es 933 Euro. Damit haben wir auch gleich den Expedia-Preis. Bei Opodo sind es 949,58 mit der gleichen Flugkombi. Damit hatten wir mit dem ersten Versuch auch gleich den günstigsten Preis. Am Ende habe ich noch STA-Travel probiert, wo ich vier Flüge angeben kann. Der Preis lag im hohen vierstelligen Bereich. Also habe ich es einfach ignoriert.

Fazit

Ein Fazit ist schwer abzufassen. Die Flugtarife sind kompliziert, und die Preise schwanken schlimmer als Börsenkurse. Wer genug Zeit hat, der sollte erst mal eine Weile die Preise beobachten. Wir haben bei der Recherche festgestellt, morgens sind die Tickets meist billiger als abends. Also morgens nach Preisen suchen. Flüge am Wochenende sind teurer, wer flexibel ist, der sollte seine Flugzeiten anpassen.

Für eine erste Orientierung empfiehlt sich Kayak, da es viele Filter bietet und meist vernünftige Verbindungen findet. Durch die vielen eingebundenen Unternehmen lässt sich auch schnell ein Preisvergleich herstellen. Sind Opodo oder Expedia nicht aufgeführt, lohnt es sich da nachzusehen.

Unbekannte Unternehmen sollte man mit Vorsicht geniessen. Eine Google-Suche nach dem Namen der Website führt oft zu Foren, in denen sich Nutzer über diese Firmen unterhalten. Viele versuchen, mit einem günstigen Preis zu locken, korrigieren ihn dann aber bei der Buchung nach oben. Nur ein mal hatten wir den Fall, dass am Ende der Preis auch stimmte.

Als wäre es nicht vorher klar gewesen: Vergleichen lohnt sich. Aufgrund der vielen schwankenden Tarife und Kontingente der Airlines hilft es, sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Wie geschrieben, Kayak, Opodo und Expedia fanden wir da am Besten. Eins noch zum Schluss: Das Bauchgefühl muss stimmen.

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5 Comments

  1. Erstmal gelungener Vergleich! Bei all der Internet-Rechereche solltet Ihr aber auch mal ins Reisebüro gehen und einen guten Travelagent fragen. Mit GDS-Systemen, wie AMADEUS hat man viel mehr Möglichkeiten, als es die Internetbuchungsmaschinen (IBE) bieten können.
    Hierfür habe ich ein paar Argumente:
    1. Bei den IBE gibt es nur wenige Engines, die aber hinter vielen Online-Buchungsseiten stehen!
    2. Je nach Online-Buchungsportal werden unter Umständen manche Verbindungen/Airlines präferiert und es wird daher möglicherweise gefiltert
    3. Die von Dir, Petra angesprochenenen Gabelverbindungen und Codeshare-Flüge tauchen in der IBE manchmal gar nicht auf.

    Das alles kann der Reisebüromensch um die Ecke relativ gut abfragen, da er nicht auf ein Internet-Formular zurückgreifen muss, sondern Verbindungen quasi auf Kommandozeilenebene abfragen kann. Je nach Geschick kann man da ganz gute Sachen finden, die Du im Internet naturgemäß nicht finden kannst.

    Gruß
    Michael

  2. was mir dazu noch einfällt: gerade bei komplizierteren Gabelflügen und Umsteigern ist es eine Überlegung wert, ggf. auch eine Zwischenstrecke getrennt zu buchen, da die Suchmaschinen meist nur die durchgerouteten Flüge mit Codeshares berücksichtigen.

    So kann der AirAsia Flug in Thailand oder Malaysia (oder sogar Hongkong) in andere Ziele der Region deutlich billiger sein; in den USA haben wir die Rechnung auch schonmal mit Anschlußflügen von/bis Newark aufgemacht. Bekommt man einen wirklich billigen Tarif über den Atlantik, lohnt sich das unter Umständen.

    Und wenn ich an die unverschämten Preise von BKK nach Siem Reap denke… da hat sich sogar das Umsteigen in einen AirAsia-Flug ex Kuala Lumpur gerechnet (so man denn zeitlich flexibel ist).

  3. Wow, ein klasse Test. Man sieht, da steckt viel Arbeit drin. Erstaunt war ich bei den übertriebenen Warnungen bei fluege.de. „Kürzlich musste ein Kunde 15.000 Euro für seine Krankenrückführung zahlen.“ %-) Das wirkt so seriös wie eine dieser Anzeigen für Bauchwegpillen in einem TV-Magazin…

  4. Vielen Dank für Eure Mühe – das war viel Arbeit. Ich habe ein paar neue Portale kennengelernt. Ich nutze meist zu Beginn die Homepage der bevorzugten Fluglinie und Opodo.

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