Ein langes Wochenende bot sich für ein Treffen mit Freunden an. Organisiert wurde nicht von uns sondern von Cucina Casalinga und so wurden wir in der Goldenen Krone in Iphofen einquartiert.Gasthof und Hotel Goldene Krone, Iphofen

Wir wurden nett und freundlich begrüßt. Ganz ohne große Formalitäten wurde uns der Schlüssel überreicht. Die Dame von der Rezeption ging noch ein Stück mit, vor allem, um zu erkunden, ob denn das Zimmer schon fertig sei. Das war es, und so deutete sie uns noch die letzte Hälfte des Weges. Der Weg zum Zimmer wäre auch schon mein erster von zwei Kritikpunkten. Mit der Zeit scheint der Gasthof gewachsen zu sein. Der Hotelbetrieb kam wohl später hinzu. Mit Zimmer 36 hatten wir eines der letzten am Ende des Ganges. Der Gang selbst war erst durch eine Treppe in die zweite Etage erreichbar. Hier sah man schon deutlich anhand der Bauform, dass ein Durchbruch zum nächsten Gebäude stattgefunden hat. Weiter ging es dann rechts durch den Gang bis zu einer Tür. Auch hier war ersichtlich, dass wir das Gebäude wechselten. Ein weiteres Treppenhaus wartete auf uns und es ging noch eine weitere Etage nach oben. Zu meiner Verwunderung schien es so, als wäre das Treppenhaus angebaut worden, denn am Ende machte es wieder den Eindruck, wir würden das Gebäude wechseln. Zu guter letzt dann noch ein mal links den Gang lang und dann rechts, und wir waren in einer Sackgasse und beim Zimmer angekommen. Einen guten Orientierungssinn muss man hier auf jeden Fall mitbringen.

Die Zimmer selbst sind geräumig. Den Landhaus-Holz-Stil muss man mögen, doch der Funktion tut er keinen Abbruch. Neben einer großen Kofferablage gab es ein ausziehbares Sofa. Somit können hier auch mehr als zwei Personen untergebracht werden. Auf einem Tisch mit zwei Stühlen wartete ein Fernseher auf uns. Wir nutzten ihn nicht, es ergab sich keine Gelegenheit. Wir hätten aber wohl auch nicht groß Freude dran gehabt, denn mein erster Fernseher, den ich mir als Jugendlicher mühsam zusammengespart hatte, war vor 20 Jahren schon leicht größer. Das Bett bestand aus zwei Matratzen, wir mögen die Ritze dazwischen nicht so. Der Einbauschrank bietet genügend Platz, um auch bei schlechtem Wetter seine Klamotten unterzubringen. Komisch kam mir der „Geheimgang“ neben dem Schrank vor, doch dieser bot nur einen Zugang zu der Rückseite des Badezimmers. Dieses war dann im Vergleich zum Rest recht modern ausgestattet. Eine geräumige Eckdusche nahm den größten Teil des Platzes ein. Daneben auf der einen Seite die Toilette, auf der anderen ein breites Waschbecken. Hinter der Tür versteckte sich der Heizkörper, der auch als Handtuchhalter diente.

Der zweite oben erwähnte Kritikpunkt war das Bett. Beim ersten Test stellten wir schon fest, dass die Matratze doch recht weich ausfiel. Ob gewollt oder durchgelegen, eine gute Stütze für den Körper bietet sie nicht. Dazu kam noch das Kissen, welches nicht nur klein war, sondern sich noch kleiner drücken lies. Ohne das Kissen zu schlafen hätte keinen Unterschied gemacht. Entsprechend unruhig war der Schlaf. Somit können wir, zumindest was das Bett angeht, von Zimmer 36 abraten. Gemütlich geht anders.

Gasthof und Hotel Goldene Krone, IphofenDas Frühstück des Hotels ist umfangreich. Neben verschiedenen Brötchen und Brot gab es Müsli, Corn Flakes, Joghurt in Natur oder mit Frucht, Obstsalat, Wurst, Käse, Mozzarella mit Tomate, Marmelade und Honig als Aufstrich. Dazu Kaffee, Tee und diverse Fruchtsäfte als Getränke. Wir haben uns in Ruhe satt gegessen.

Der Gasthof bot neben der üblichen Gaststube noch einige Tische mit Sonnenschirmen auf einer Freifläche direkt vor dem Rathaus. Zum Kaffee kann man sich einen Eisbecher oder selbstgebackenen Kuchen schmecken lassen. Der Kirsch-Rhabarber-Kuchen, den wir hatten, war sogar noch warm und kam mit einem Klecks Sahne. Der Kaffee, egal ob pur oder als Latte Macchiato, ist nicht schlecht.

Gasthof und Hotel Goldene Krone, IphofenDie Speisekarte ist übersichtlich. Neben lokalen Gerichten mit Bratwurst und Wild gibt es noch ein Schnitzel. Ergänzt wird das ganze von einer Saisonkarte. Bei unserem Aufenthalt war das Spargel. Ich hatte am ersten Abend Medaillon von Wildschwein, Reh und Hirsch, die waren gut und zart. Das Gemüse dazu, Brokkoli, schien einfach nur in Wasser gegart und etwas lasch gewürzt. Der Serviettenknödel dazu schien aus Brezeln hergestellt zu sein und schmeckt wieder gut. Am zweiten Tag bestellte ich mir das Schnitzel „Wiener Art“ und erhielt zwei zarte gut ausgebackene Schweineschnitzel mit Pommes.

Am Wildhacksteak mit Spargelgemüse von Frau Foodfreak fand sie das Hacksteak etwas langweilig, der Spargel mundete aber. Die Brotzeitplatte am zweiten Tag war reichlich mit Hausmacher Wurst, Käse und Schinken bestückt. Die Menge war großzügig, die Qualität ok.

Neben regionalem Bier von der nahegelegenen Kauzen-Bräu in Ochsenfurt gibt es auf der Karte noch Wein aus dem eigenen Keller. Der hauseigene Winzer produziert leckeren Wein aus Trauben von nahen Weinberg. Natürlich kann der Wein in Flaschen auch zum Mitnehmen erworben werden.

Eine Nacht schlug mit gut 100 Euro zu Buche, Frühstück inklusive. Für WLAN fallen 3 Euro pro Tag extra an, auf Wunsch natürlich nur. Das könnte bei dem Preis dann auch noch inklusive sein. Die Essenspreise halten sich mit um die 10 Euro im Rahmen, das teuerste Gericht schlägt mit knapp 17 Euro zu Buche. Meckern kann man hier nicht, außer über das Bett in unserem Zimmer. Die Goldene Krone kann man also durchaus mal wieder ansteuern.

Noch mehr Tipps gibt es im Schmankerlführer Franken: Die leckersten Einkehr- und Einkaufstipps.