Neben Winslow ist Holbrook eine der wenigen Städte an der noch verbliebenen Strecke der Route 66 in Arizona. Nachdem die Interstate 40 die meiste Strecke der Route ersetzt hat, starben die Städte, die an deren Streckenverlauf lagen, der Reihe nach aus. Wer Glück hatte, lag direkt an der Strecke des Interstates und bekam eine Abfahrt.

Holbrook ist eine davon. Für Besucher der Painted Desert und des Petrified Forest liegt es nahe, Holbrook als Übernachtungsort zu wählen. Genauer gesagt ist es die einzige Möglichkeit, denn die nächsten Städte – Gallup nach Osten und Flagstaff nach Westen – liegen schon im Bereich einer Stundenfahrt. Verlässt man die Interstate an der ersten Abfahrt, natürlich vom Nationalpark kommend, sieht man auch gleich, warum Holbrook als größere Stadt überlebt hat. Motels und Hotels wechseln sich mit Kettenrestaurants ab. Meilenweit scheint es so zu gehen, bis man die nächste Auffahrt zur Interstate erreicht. Sehenswert ist hier nichts. Immerhin ist auf diesem Stück Strasse der „Beste Denny’s der USA“ zu finden.

Wer hier nicht aufgibt und nicht wieder auf den Interstate fährt, um schnell weiter zu kommen, der landet im alten Holbrook. Hier gibt es dann die Wohnsiedlungen mit alten und neuen Gebäuden. Hier ist nicht nur Touristenstadt, sondern hier ist das, was früher Holbrook war. Früher, das war 1881 oder 1882, als die Eisenbahn kam und eine Bahnstation hier gebaut wurde. Der Ort wurde nach einem Ingenieur der Atlantic and Pacific Railroad benannt, und Holbrook war geboren. Seitdem gab es keinen großen Aufschwung in Holbrook, und die Stadt dümpelt vor sich hin. Doch der Fund von Kaliumcarbonat, das gerne in Dünger benutzt wird, könnte der Stadt jetzt den dringend benötigten Anschub geben.

Im alten Teil von Holbrook sind noch viele historische Gebäude erhalten geblieben, und überall hängen noch Neon-Werbeschilder aus vergangenen Zeiten. Und hier, biegt man denn in den Hopi Drive ab, kann man noch etwas von der Kultur aus der Zeit der Route 66 erleben. Neben den alten Gebäuden kann hier noch übernachtet und gegessen werden wie früher. Sehenswert ist das 1950 gebaute Wigwam Motel. Als Übernachtungstip gilt die Globetrotter Lodge genau gegenüber. Auch dieses Motel stammt aus alten Zeiten, wurde aber von einem Paar aus Österreich renoviert und erstrahlt in neuem Glanz.

Viel mehr gibt es zu Holbrook eigentlich nicht zu sagen. Viel zu sehen gibt es in der Stadt nicht. Im Grunde bietet es sich nur als Zwischenstation an, wenn man zum Painted Desert und Petrified Forest National Park will. Gesehen sollte man es aber trotzdem haben, schon alleine wegen dem historischen Teil.


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