Praktisch mitten durch den Damm schneidet sich die Grenze von Arizona und Nevada. Die Rede ist vom Hoover Dam, der gut 50 Kilometer südöstlich von Las Vegas liegt. Die 1931 bis 1935 gebaute und nach dem 31. amerikanischen Präsidenten benannte Staumauer diente ursprünglich nicht nur zur Energieversorgung, sondern auch um den Colorado zu überqueren. Seit 2012 entlastet eine neue Brücke den Verkehr, die gleichzeitig als Aussichtspunkt auf den Hoover Dam genutzt wird.

Der Bau der Talsperre war schon eine Herausforderung. Mit seiner Höhe von 221 Metern und einer Dicke von oben 14 bis unten 201 Metern war es damals die größte Staumauer der Welt. Hätte man sie, wie damals üblich, in einem Stück aus Beton gegossen, wäre dieser auch 2040 ausgehärtet. So schätzte man damals. Deswegen wurden nur 1,5 Meter hohe Blöcke gegossen, die mit Wasserleitungen durchzogen waren. Dadurch wurde die Wärme, die beim Trocknen des Betons entsteht, schneller abgeleitet. Die dazu verwendeten Kühlanlagen waren in der Lage, täglich 1000 Tonnen Eis zu produzieren. Der Colorado wurde während des Baus durch zwei 17 Meter dicke Tunnel durch den Fels geleitet.

Maximal 100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde sorgen mit 17 Turbinen von je 35 Tonnen Gewicht für eine maximale Leistung von 2.080 Megawatt. Mit dieser Leistung erkauft man sich allerdings auch Einwirkungen auf die Umwelt. Veränderte Wassertemperaturen und Fließgeschwindigkeiten tragen zum Aussterben von Flußbewohnern bei.

Heute ist der Lake Mead, der Stausee, der durch den Hoover Dam aufgestaut wurde, mit 63.900 Hektar der größte Stausee der USA. Mit einer Länge von 170 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 180 Metern beherbergt er 35 Milliarden Kubikmeter Wasser. Die Lake Mead National Recreation Area ist nach Tagesbesucherzahlen auf Platz 4 der Erholungsgebiete der USA. Schuld dürfte daran der Hoover Dam sein.

Von Las Vegas aus drängt sich ein Besuch des Hoover Dams praktisch auf. Die Fahrt dauert nicht einmal eine Stunde. Und sehenswert ist das Bauwerk auch noch. Doch zuerst wurde die Zufahrt vor den Besuch gestellt. Die Abfahrt vom Highway ist zwar gut, aber knapp vor dem Abbieger erst  beschildert. Wir sind beim ersten Mal auch direkt dran vorbei gefahren. Wir wollten noch an eine andere Stelle, und obwohl wir schon mal auf den Abbieger zum Hoover Dam geachtet hatten, haben wir ihn übersehen. Allerdings gibt es nach der neuen Brücke noch einen zweiten, über den man sich von der anderen Seite nähert.

Wir sind dann wieder zur ersten Abfahrt gefahren, die man aus Las Vegas kommend erreicht. Von hier geht es ein kurzes kurviges Stück bergab – und wir stehen vor einem Kontrollposten. Die Terrorangst ist groß, denn hier werden die Fahrzeuge nach Sprengstoff abgesucht. Doch das ist reine Theorie, denn wir schienen vertrauenserweckend genug zu sein. Wir werden einfach durchgewunken.

Bei der Parkplatzwahl kann man viel Geld sparen. Die meisten werden am Visitor Center parken. Hier gibt es ein Parkhaus für 400 Fahrzeuge. 7$ kostet allerdings das Parken hier. Unser Tipp: Weiterfahren und lieber ein paar Meter mehr laufen. Auf der anderen Seite auf gleicher Ebene der Staumauer gibt es einen weiteren Parkplatz, dieser kostet allerdings das gleiche. Nur eine 180°-Kurve weiter und ein Stück höher ist das Parken schon kostenfrei. Für 7 ersparte Dollar kann man gerne ein paar Meter mehr laufen. Eine Treppe führt nach unten auf den kostenpflichtigen Parkplatz, und von hier sind es nur einhundert Meter bis zur Mauer.

Wir fanden diese Lösung gut. Erst mal angucken, dann über die Mauer zum Visitor Center laufen. Das Center haben wir nicht besucht. Es kostet im Gegensatz zum Glen Canyon Dam Eintritt. Was uns eher gereizt hätte, wäre eine Tour durch das Kraftwerk gewesen, doch die sind nur zu bestimmten Zeiten, und es lohnt sich diese im voraus zu buchen. So haben wir uns beeindruckt den Dam angesehen und die Denkmäler an dessen Rand begutachtet. Wir haben festgestellt, dass es an den beiden Türmen, von denen je einer in Arizona und einer in Nevada liegt, zwei Uhren gibt, die dank der Zeitzonen auch gerne mal eine Stunde auseinander sein können. Und wir haben eine der lustigsten Toiletten entdeckt. Die in den kleinen Türmchen, in der man über die Staumauer hinaus ragt.

Auf dem Rückweg sind wir noch zu einem weiteren Aussichtspunkt gefahren, der an der Strecke liegt. Oberhalb des Staudamms kann man von hier die Staumauer nicht mehr sehen. Doch man hat einen tollen Ausblick über den Lake Mead und kann sich in etwa ein Bild von der Größe machen. Etwas unterhalb verläuft ein beliebter Rad- und Wanderweg durch kleine Tunnel. Früher diente diese Piste als Bahnstrecke für die Bauarbeiten der Staumauer.

Wir finden, der Hoover Dam lohnt sich als Abstecher von Las Vegas aus. Man sieht etwas anderes als nur die Glitzerstadt und bekommt schon etwas Gefühl für die Weite, die einem im Südwesten der USA erwartet.