Singapur ist ein teures Pflaster. Eine bezahlbare Übernachtung zu finden ist recht schwer. Dann auch noch eine in günstiger Lage ist ungleich schwerer. Nach einigem hin und her und Preise ausdiskutieren landeten wir im Hotel 81, einer Franchise-Kette, in der Bencoolen Street. Gut 60 Euro die Nacht wurden aufgerufen und das war auch schon der untere Bereich der Messlatte.

Am südlichen Teil der Strasse gelegen, direkt gegenüber des Fort Canning Parks und um die Ecke der U-Bahn-Station Bras Basah mit einem großen Kopitiam liegt das Hotel wirklich ideal. Etwas weiter, aber noch leicht zu Fuß zu erreichen, ist die Orchard Road mit ihren Shopping Malls und der U-Bahn-Station Dhoby Ghaut. In die andere Richtung ist es nicht weit bis zur City Hall, und rund herum gibt es unzählige Museen. Dank der Universitäten in der Gegend herrscht hier Leben. So schlecht konnte es uns also nicht treffen.

Doch als wir ankamen und aus der Haltestelle Bras Basah ausstiegen, standen wir vor einer Baustellenabsperrung, und der Krach war fast ohrenbetäubend. Wir dachten schon, wir hätten keine lange Nacht. Vor uns wurde eine Station der nächsten U-Bahn-Linie gebaut. Wie schnell sich in Singapur die U-Bahnen vermehren ist unfassbar. Wenn diese Station fertig ist, gibt es hier auf nicht mal einem Kilometer vier Stationen. Immerhin hatten wir Glück, die Arbeiten wurden um 22 Uhr beendet, und die ruhige Nacht dauerte dann auch bis 7 Uhr. Nicht schlimm für uns, wir stehen sowieso früh auf.

Die Begrüßung und der Check In im Hotel waren zurückhaltend, aber nicht unfreundlich. Aber das kannten wir schon, in Singapur ist man nicht ganz so offen wie im Rest Asiens. Wir bekamen unseren Zimmerschlüssel und zogen in den 11. Stock. Der Ausblick auf die Hochhäuser war ganz nett, nach unten konnten wir die Bauarbeiten beobachten.

Das Zimmer selbst war ok. Nicht geräumig, dafür aber sauber. Ein Bett, ein unbrauchbarer Fernseher mit wenigen verrauschten Kanälen und eine Klimaanlage. Dazu gab es auf einem kleinen Schreibtisch am Fenster den obligatorischen Wasserkocher mit den täglich frisch aufgefüllten Päckchen Instant-Kaffee, hier in der Variante mit Zucker und Milchpulver drin. Der Tee bestand aus ähnlichen Päckchen und nicht aus Beuteln. Der Boden, von der Optik her Holzlaminat, wurde allerdings nach einer heissen Dusche sehr rutschig. Hier ist Vorsicht angesagt. Die Entlüftung war da wohl nicht schnell genug.

Das Bad war, abgesehen von ein paar Flecken an der Decke, ebenfalls sauber. Lediglich die Dusche war hier eine Badewanne mit Duschvorhang. Immerhin, im Vergleich zu den Stops des restlichen Trips, mussten wir hier nicht die Toilette komplett unter Wasser setzen.

Im Grunde gibt es nicht viel zu meckern über das Hotel. Viel Lob allerdings auch nicht. Es ist Mittelklasse und dient nur einem einzigen Zweck: In der Nacht ein Bett haben. Das Hotel 81 in der Bencoolen Street ist kein Hotel, in dem man sich tagsüber aufhalten will. Es bietet nicht mal Einrichtungen dafür. Frühstücken kann man gut und günstig im Kopitiam an der Ecke, und in der Stadt gibt es sowieso genug zu sehen, um spät zurück zu kommen und früh zu gehen.

Alle Bilder liegen hier bei Flickr.


Wie komme ich hin?

  • Mit dem Taxi – Adresse 41 Bencoolen Street, Singapore 189623 dem Fahrer geben.
  • Mit der MRT – Station Bras Basah – z.B. vom Flughafen aus bis Tanah Merah, umsteigen in Richtung Joo Koon bis Paya Lebar, umsteigen in Richtung Dhoby Ghaut

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