Wer kann schon behaupten, dass er auf Anhieb die neuntgrößte Stadt Malaysias nennen kann? Wer könnte sagen, dass er schon mal von Kuantan gehört hat? Ich zumindest nicht – ich kannte den Namen der Stadt noch nicht mal, als wir zu unserem großen Trip aufbrachen (Frau Foodfreak hatte schon 2008 bei den Vorüberlegungen für unsere erste Malaysia-Reise Kuantan und Cherating im Kopf). Erst vor Ort, beim Ausloten der Möglichkeiten an der Ostküste Malaysias, entdeckten wir Kuantan auf der Karte (wieder), unweit der Strände von Cherating. Wir wollten uns den Ort ansehen und ihn als Übernachtungsstop nutzen. Nun, wir waren da und sind uns recht sicher, wir hätten nicht viel verpasst, wenn wir wo anders hingefahren wären.

Und doch waren wir gleich zwei mal in Kuantan. Dafür gibt es Gründe, die schon woanders ausführlich erwähnt wurden. Beim ersten Aufenthalt hatten wir uns das Hotel Sentral ausgesucht. Die Gründe sind schnell aufgezählt: Es hatte recht gute Bewertungen, es war nicht all zu teuer, und es sollte an der Regionalbus-Haltestelle in der Stadt liegen. Letzteres blieb bei „sollte“, denn wir fanden die Haltestelle nie, was aber auch nicht so ganz stimmte. Überreste von Gebäuden, die anderen Busstationen in anderen Städten ähnlich sahen, gab es schon. Uns konnte auch keiner erklären, wo die Regionalbusse denn nun hielten. Wir entschieden uns dann letztlich doch für ein Taxi nach Cherating.

Doch zurück zum Hotel Sentral.

Wie so ziemlich alles in Asien ist auch das Hotel Sentral „strategically located“. Was man genau darunter versteht, liegt natürlich immer im Auge des Betrachters. Die Hauptattraktionen der Stadt, also die Moschee und der Anleger für die Flussfahrten, sind nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Am Fluß entlang konnte man allerdings nicht laufen, hier wurde gebaut.

Zu den weiteren Attraktionen der Stadt, es wurden sonst nur die Malls genannt, sollte man besser ein Taxi nehmen. Dennoch liegt das Hotel recht gut, denn alles wichtige, von Shops über Restaurants bis zur Staatsmoschee von Pahang, liegt in Fußentfernung. Notfalls fährt auch noch eine Buslinie im Kreis durch die Stadt, für die es allerdings keinen Fahrplan gibt.

Das Sentral gehört zu einer Kette, und neben dem im Kuantan gibt es noch fünf weitere in malayischen Städten, plus ein Beach Resort. Um nicht erst groß suchen zu müssen, hatten wir uns von der Fernbusstation, die wegen Bauarbeiten auf dem Parkplatz des Stadions angesiedelt war, ein Taxi genommen. Am Empfang hatte man etwas Probleme, unsere Reservierung zu finden, da wir zuerst aus Versehen für das Hotel in Kuala Lumpur reserviert hatten. Dieses Problem hatten wir per Mail geklärt und nach einem Hinweis hatten wir auch unser Zimmer im dritten Stock. Die Rezeptionisten blieben dabei auch immer freundlich und bemüht. Woanders kann der Malaie auch schon mal ungeduldig werden.

Die Ausstattung der Zimmer ist eher einfach, sie waren aber trotzdem geräumig. Bett, Fernseher, Klimaanlage, Kühlschrank, Safe und Wasserkocher waren vorhanden.

Im Bad war die Dusche ordentlich abgetrennt, damit man sich nicht den ganzen Raum unter Wasser setzt. Auch das hatten wir schon anders erlebt. Ordentlich und sauber war es auch, am Zimmer gab es also nichts auszusetzen. Das kostenlose WLAN funktionierte, wenn auch langsam.

Lediglich am Frühstück haben wir zu meckern. Das Nasi Lemak, das man sich am Buffet zusammenstellen kann, schmeckte nicht schlecht. Wer allerdings dann noch ordentlich Toast oder andere Frühstücksoptionen erwartet, der geht zwar nicht leer aus, muss sich aber mit bescheidener Qualität zufrieden geben. Immerhin, und das ist auch nicht die Regel, war das Frühstück im Hotelpreis inbegriffen.

Die Bar auf der Dachterrasse, die neu eröffnet wurde und überall angepriesen wird, ist allerdings ein schlechter Scherz. Auf dem Dach wurden ein paar Tische und Stühle aufgestellt und etwas transportable Edelstahl-Küchenausstattung. Als wir am Nachmittag mit dem Lift auf die Dachterrasse, genauer in die sechste Etage und dann per Treppe auf das Dach, fuhren, war sie komplett verwaist. Einzig ein Angestellter lungerte, man kann es nicht anders sagen, auf einem Stuhl herum. Auf Anfrage hätte er uns sicher aus irgend einem nicht sichtbaren Kühlschrank eine kalte Cola geholt, doch dazu hatten wir dann auch keine Lust. Der Ausblick ist nett und mit etwas Engagement könnte man hier aus dem Dach eine Goldgrube machen.

Für mal eine günstige Nacht ist das Sentral in Kuantan sicher ok, doch länger möchte ich hier nicht bleiben. Dafür gibt es dann doch schönere Hotels in Kuantan. Wir würden das Zenith empfehlen, der Review dazu folgt noch.


Wie komme ich hin:

  • Mit dem Flugzeug oder dem Bus nach Kuantan, dann am besten per Taxi. Es fährt noch ein City-Bus, der nicht weit vom Hotel hält, doch der Linienplan ist etwas unübersichtlich und einen Fahrplan gibt es gar nicht.

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