Wie Mela ja schon mitteilte, haben wir einen Teil des gestrigen Nachmittages gemeinsam mit MacKenzie in der Imperium-Romanum-Ausstellung im Badischen Landesmuseum zu Karlsruhe verbracht. Bereits letztes Jahr waren Mela und ich bei der Hannibal-Austellung am gleichen Ort.


Gleich zu Anfang erwartete uns eine Enttäuschung. Während letztes Jahr niemand ein Problem mit dem Fotografieren hatte, erklärte man uns dieses Mal schon an der Garderobe, dass Fotografieren unerwünscht sei. So werden dieses Mal auch Bilder wie das Album von der Hannibal-Ausstellung fehlen. Schade.

Die Ausstellung war nicht gerade umfangreich, allerdings recht gut aufbereitet. So gab es z.B. einen Münztank, an dem eine Art Telefonhörer angebracht waren, auf denen man Erläuterungstexte zu den Köpfen und Inschriften auf den vielen Denare hören konnte, einige Terminals luden zu multimedialen Erkundungen ein, und einige wenige Hier-bitte-Ausprobieren-Installationen sollten das hands-on-Erlebnis vermitteln.

Die Auswahl der Objekte konzentrierte sich auf die Römer in diesem Teil Deutschlands. Verglichen mit der Hannibal-Ausstellung, die Exponate aus dem gesamten Mittelmeerraum versammelte, wirkte so das Angebot bisweilen karg, dennoch war schon erstaunlich, wie viele ausgezeichnete Stücke handwerklichen Könnens zu sehen waren. Ausgestellte Schmuckstücke standen unzweifelhaft Pate für heutigen Modeschmuck, anschauliche architektonische Modelle vermittelten ein Gefühl z.B.vom Weinbau der Römer an der Mosel oder den Spuren römischen Bauens in Trier.

Es wird aber eben auch deutlich, dass das nur die kalten ungeliebten barbarischen Nordprovinzen waren; viele Schätze stammen aus Hortsammlungen, in denen die Einwohner aus Angst vor dann auch wohl eingetroffener Unbill (wie plündernde Germanen) ihre Barschaft vergraben und dann nie mehr abgeholt hatten. Von der Schönheit und Kunstfertigkeit etwa der Hannibal-Exponate ist das hier Gezeigte Meilen entfernt. Möglicherweise waren die Karthager wirklich kultivierter als die Nachbarn aus Bella Italia…

Die Ausstellung macht durchaus Lust, sich mit den Römern in Süddeutschland zu befassen, hätte aber gern etwas reichhaltiger sein dürfen.

Den Abschluß bildete ein Tonbecher Wein in der angegliederten Tavene, die sich der romanophilen Küche verschrieben hat – diesen Teil des Museumsbesuches sollte man aus Ambientegründen mit einplanen.