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Auf der Anfahrt über Land zu meiner Mutter nahmen wir mal wieder eine romantische statt einer schnellen Route, in diesem Fall vorbei an der Burgruine Hanstein, deren Anblick mir aus meinen Jugendjahren wohl vertraut ist, damals allerdings noch auf „Feindgebiet“. im thüringischen Eichsfeld gelegen, kennen viele den Anblick vor allem vom Zweiburgenblick auf der hessischen Seite auf der B27, bzw. den Blick von der Jugendburg Ludwigstein zum Hanstein.

„Gugg mal, ein Wurstmuseum,“ sagte ich begeistert, als ich ein ebensolches Hinweisschild bei der Fahrt durch Hohengandern sah, „da könnten wir doch prima mal mit meiner Mutter hinfahren.“ Gesagt, getan.

Am späten Ostersamstag morgen – das Wurstmuseum des Klausenhofs öffnet um 11 Uhr – chauffierten wir meine Mutter und ihre Freundin durch die malerische, kirschblütenüberschneite Landschaft, und hielten schließlich am Klausenhof, direkt am Fuß der Burgruine Hanstein, wo ein kostenpflichtiger Parkplatz (1 Euro) uns erst mal ein müdes Lächeln entlockte.

Der Klausenhof ist als lokaler Gasthof vor allem durch seine Rittermahle (an einer weiteren Location im Ort) bekannt, sowie für seine Radlerfreundlichkeit. Uns allerdings lockte dieser Eingang:

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Das 1996 in traditionellem Stil (wieder-?) errichtete Gebäude entpuppte sich als eine recht kalte (zum Wurstmachen ideal) und finstere bessere Scheune. Am Eingang fanden sich ein paar Klappstühle und eine kleine Leinwand, hier wird wohl bei Bedarf das Wursten vorgeführt.

Wurstmuseum Bornhagen

Ein ausgestopftes Wildschwein in einem Leiterwagen soll wohl für das tierische Ambiete sorgen, sehr viel tierischer ist allerdings der penetrante Geruch nach Plumpsklo, der einem von den beiden Toiletten entgegen schlägt – und das bereits an einem kühlen Morgen; ich möchte nicht wissen wie das an einem heißen Tag duftet. Zum echten Wursten werden diese Räume hoffentlich nicht benutzt – alles was auch nur näherungsweise mit Hygiene, sauberen Oberflächen, fließend Wasser usw. zu tun hätte sucht man hier vergebens.

Das Museum als solches besteht dann vor allem aus alter Maschinerie von Fleischwolf bis Wurstfüller, recht lieblos in einer Ecke zusammengestellt, ein paar Fotos und Zeitungsausschnitten, einigen Exponaten rund ums Schlachten und Wursten, und natürlich einem Hoflädchen, das die regional hergestellte Eichsfelder Wurst (so ähnlich wie die hessische Ahle Rote) anbietet. Zu so früher Stunde hätte man dafür aber im Gasthof auf der anderen Straßenseite anfragen müssen.

Im Laden hing dann auch stolz eine 2 Meter lange Stracke, die eigens für den (kommenden?) Besuch von Papst Benedikt angefertigt wurde, des weiteren gab es lokalen Honig und Fruchtwein.

Schließlich findet sich im 1. Stock des Gebäudes hinter typisch steiler Holztreppe noch ein Heuboden und eine „Mägdekammer“; summa summarum alles nicht besonders aufregend. In 5-10 Minuten hat man alles gesehen, und länger hätte ich in dem kalten und müffelnden Gebäude auch nicht verweilen mögen. Eine Scheune mit etwas altem Gerümpel macht noch kein Museum, auch wenn es noch so toll an der Straße beschildert ist…

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Ein Gutes hatte der Stopp dann aber doch; ich habe mir vorgenommen, mir künftig mehr Museen anzuschauen die mit Essen und Trinken zu tun haben 🙂