Ja, ich gebe zu, der Titel ist übertrieben. Aber sowohl Qualität als auch Quantität waren auf hohem Niveau.

Das lange Wochenende begann schon am Donnerstag, obwohl ich bis Samstag auf meinen ersten freien Tag warten musste. Ich durfte erst zur Spätschicht antreten, und so nahmen wir uns früh den ersten Cache vor. Nicht weit entfernt von unserer Wohnung wartete Am Osterbekkanal auf einem Discounterparkplatz auf uns. Ich muss hier aber leider zugeben, dass wir ihn trotz wenig Muggels* nicht fanden. Erst zu Hause kam die Erkenntnis. Wir waren nur wenige Zentimeter davon entfernt, weil ich zu restriktiv bei der Suche auf die Hinweise in der Cachebeschreibung reagiert hatte. Inzwischen kann ich mir sehr gut vorstellen, wo der Behälter liegt und wir werden ihn uns noch mal vornehmen.

Am Freitag dann genau die gleiche Situation. Allerdings lag der Cache noch näher, also praktisch um die Ecke. Aus einer Cachereihe über Luftschutzbauten des 2. Weltkriegs in Hamburg suchten wir uns „Bunkers of Hamburg – Hochbunker“ heraus. Im Gegensatz zum letzten hätten wir diesen Cache sogar ohne GPS gefunden. Die Idee des Behälters ist sehr interessant, allerdings ist er etwas locker befestigt.

Am Samstag ging es dann richtig los. Wir hatten uns einen größeren Multi-Cache vorgenommen. Der Name „Frieden und Ruhe“ passt da äußerst gut. Mit dem Bus ging es zum Ohlsdorfer Friedhof.

Am Eingang wartete der Startpunkt, von dem wir diesen Ausblick hatten.

 

Es galt eine Rechenaufgabe zu lösen und schon hatten wir die Koordinaten des zweiten Punktes. Bei der Hitze schlängelten wir uns durch die schattigen Wege des weltgrößten Parkfriedhofs zur Zwischenstation. Dort angekommen mussten wir wieder eine Aufgabe lösen, die uns die Koordinaten des dritten Punktes verriet. Bei einer kleinen Rast an Punkt zwei stellten wir fest, dass gerade mal 30 Meter entfernt der Cache „Stalker“ liegen sollte. Sollte war richtig, denn wir fanden nichts. Erst später stellte sich heraus, dass die Koordinaten zu ungenau angegeben waren. Auch hier müssen wir noch mal ran. Also auf zu drei. Das gleiche Spiel, Aufgabe lösen, weiter zu Punkt vier. Wir landeten an der Begräbnisstätte eines berühmten Hamburgers – Hans Albers. Und ein letztes Mal – Aufgabe lösen. Damit hatten wir die Koordinaten des Endpunkts, auch Final genannt. Am Final fanden wir dann eine schöne große Dose, der wir die belgische Münze, die wir bei dieser Tour fanden, überantworteten. Mächtig stolz, einen so umfangreichen Cache gefunden zu haben, machten wir erst ein mal eine Pause. Verdient hatten wir es, jede Zwischenstrecke war gut 600 Meter lang.

Beflügelt durch den Erfolg nahmen wir uns den nächsten Cache, TT07 – Edwin Scharff, in einer nahen Kleingartenanlage vor. Das TT steht für Tischtennis, die Serie beinhaltet Caches, die maximal 250 Meter von Tischtennis-Spielstätten entfernt versteckt sind. Edwin Scharff war ein Bildhauer, der in Hamburg gestorben ist. Vor Ort stellte sich heraus, dass der Cache nur am Rande der Gartenanlage lag. Ich begab mich auf die Suche, fand aber nichts. Erst durch einen Tipp von Ishtar machte ich mich noch ein mal an die Suche, anstatt aufzugeben und hatte den Cache innerhalb von Sekunden in der Hand. Da hatte sie den richtigen Riecher. Und ich lernte, ich muss an mehr Orten suchen, als nur am Boden.

Zum Abschluss nahmen wir uns dann noch den nächsten Cache aus der Serie vor: TT06 – Walter Gropius. Dieses Mal hatten wir es mit dem Architekten Walter Gropius zu tun. Wie schon bei TT07 zuvor waren ist der Cache mit dem Namen einer Person betitelt, nach der eine Straße in der Nähe benannt wurde. In der Nähe eines gefährlich aussehenden Schildes hatte ich dann sofort den richtigen Riecher. Schnell geloggt und auf nach Hause.

Sonntag früh ging es dann weiter. Dieses mal mit dem Auto. Kurz vor Hamburgs Toren, den Elbbrücken, liegt die Autobahnraststätte Stillhorn. Hier gibt es gleich zwei Caches. TB – Schlosshotel Rasthof Stillhorn Ost und Stillhorn. In ersterem fanden wir dann eine Geocoin – Wiesn vessels – der wir noch irgendwie helfen müssen, nach München zu kommen, weil wir sie mitnahmen.

 

Außerdem lagen im Hotel noch zwei Travelbugs, von denen aber nur ein Bild gut wurde.

Das Versteck war mal wieder einfach nur genial. Es steht direkt am Rand der Raststätte, als würde es da hin gehören. Kein Wunder, stammt es doch von mystphi, von dem auch die beiden Caches stammen, über die wir hier schrieben. Auch der zweite war schnell gefunden, nur zweihundert Meter weg, aber nicht annähernd so beeindruckend.

Der weitere Weg führte uns an eine Ecke mit zwei Caches. Beim ersten, Des Kaisers Mobiliar, mussten wir auch bald wieder aufgeben. Im Grunde wäre es kein Problem gewesen, hätten wir das richtige Rechengerät dabeigehabt. Hier zeigt sich, dass richtige Vorbereitung wichtig ist. Der zweite, Empire of the Vampire, wurde dann aber ein Erfolg. Auch wenn ich nicht weiß, wie es zu dem Namen kommen konnte.

Da wir eigentlich zum Freilichtmuseum Kiekeberg wollten, machten wir uns auf den Weg da hin. Wir waren früh genug, um nur wenig Muggels zu begegnen. Der Käsemarkt, wegen dessen wir gekommen waren, hatte noch nicht auf und außerdem war der Beschluss, lieber zu cachen, als Eintritt zu zahlen, leicht gefallen. Die beiden Caches Kiekeberg und Aussichtsplattform am Kiekeberg waren mehr oder weniger schnell gefunden. Bei ersterem hatte ich wieder das gleiche Problem wie am Tag zuvor. Ich suchte an zu offensichtlichen Stellen. Ishtar hatte wieder mal den richtigen Riecher und innerhalb von Sekunden den Cache-Behälter in der Hand. Den zweiten an der Aussichtsplattform konnte ich zwar erspähen, aber wir trugen uns nicht in das Logbuch ein. Dazu wäre eine Kletterpartie unter der Plattform notwendig gewesen, die unter den langsam immer mehr auf den Parkplatz strömenden Muggels doch zu viel Aufmerksamkeit erregt hätte.

Auch der nächste Cache war nicht weit entfernt. Er führte uns zum Wildpark Schwarze Berge. Mit dem Hinweis aus der Beschreibung wurden wir schnell fündig, und weiter gings. Nach so viel Erfolg sollte wieder ein Multi drankommen. Europäische Gradmessung war der Name und er führte uns zu einem Gedenkstein. Etwas Rechenarbeit gab uns dann den Endpunkt vor, doch trotz Hinweisen konnten wir dort nichts finden, was auch nur annähernd nach Cachebehälter aussah. Das zweite mal Pech an diesem Tag. Doch nicht weit entfernt, nur ein paar hundert Meter auf der Rückseite des Museums am Kiekeberg, lag ein weiterer Cache, Bismarckturm Kiekeberg sein Name. Er erinnert an einen alten Turm, der im zweiten Weltkrieg von den Nazis gesprengt wurde, damit er den Briten nicht in die Hände fiel. Natürlich wurden wir wieder fündig.

Der letzte Cache auf dem Rückweg war wieder nur eine kurze Strecke entfernt. Doch bei Z 36 ungebremst mussten wir passen. Wieder der gleiche Fehler, wir hatten die Beschreibung nicht dabei und konnten damit ohne Hinweis nicht wissen, dass die Koordinaten nicht genau genug waren. Trotz allem war der Abschluss an diesen Tag nicht schlecht. Von zehn Caches die wir angingen fanden wir sieben. Ich finde, eine gute Quote.

Heute sollte es uns dann nicht so gut ergehen. Nach einigem hin und her entschieden wir uns, dann doch in Hamburg zu bleiben. Nach ein paar Einkäufen machten wir uns auf zum Bus. Dieser sollte uns an den Bramfelder See bringen. Doch das hätte er nur alle zwanzig Minuten getan und so mussten wir noch knapp einen Kilometer laufen. Am See angekommen gingen wir den Cache „A cache a day…“ an, ein Multi, der um das Gewässer herumführt. Das Rätsel dazu hatte ich schon zu Hause gelöst. Somit hatten wir die Koordinaten der vier Stationen, deren Hinweise uns zum Final führen würden. Doch schon an der ersten Station konnte ich keine Dose finden. Ishtar musste erst mit ihrer Intuition kommen. Ein Griff und sie förderte das kleine Magnetplättchen hervor, das den ersten Tipp enthielt. Zufrieden machten wir uns auf zur zweiten Station. Nachdem wir sie lange umkreist hatten, mussten wir warten, bis es Bus kam und die Muggels einsteigen lies. Dann ein schneller Griff – und nichts. Kurzfristig entschieden wir uns, abzubrechen. Ein Teil von vieren haben wir schon. Die anderen werden wir dann eben später nachholen.

Wir sprangen auch schnell in den Bus. Auf der Fahrt durch den Ohlsdorfer Friedhof – der Hamburger Hauptfriedhof hat in seinem inneren zwei Buslinien – suchte ich den nächsten Multi-Cache heraus. Memento Mori führte uns zu den Mausoleen. Der erste Teil war noch einfach. Doch die Aufgabe, genauer die Formel, die uns zur Berechnung der Final-Koordinaten von der zweiten Station, aus an die Hand gegeben wurde schien einen Fehler aufzuweisen. Durch herumprobieren fanden wir dann doch noch die Stelle des Finals, aber Cache fanden wir keinen. Als ich zu Hause im Log nachlas wusste ich dann, dass wir a) die Formel falsch verstanden aber richtig geraten hatten und b) uns nicht weit genug vor getraut hatten. Auch hier: Wir kommen wieder.

Auf dem Nachhauseweg stoppten wir noch mal kurz an „Bunkers of Hamburg: Reichsbahnbunker„. Laut der Cachebeschreibung sollte eine Geocoin drin sein, war aber nicht. Also dieser Tag war wirklich nicht unser.

 

 

 

* Muggels = davon abgeleitet Geomuggels für unkundige Personen ohne Bezug zu der Geocaching-Szene