Von Hamburg bis Hawaii

Unterwegs in aller Welt

Lesetipps zum Wochenende – Vom Wandern, Roadtrippen, und vergessenen Orten

Der vielleicht spannendste Beitrag, der mir in den letzten Wochen in den Reader flatterte, ist ein Bericht von Rahawa Halle, die im Outside-Magazine (sonst eher das White-Bros-machen-coolen-Outdoor-Kram-Fachblatt) erzählt, wie sie als lesbische schwarze Frau die Solo-Wanderung auf dem Appalachian Trail durch die Redneck-Staaten der USA erlebt hat, im Wahljahr 2016, in Gegenden, in denen bis zu 76% der Leute Trump gewählt haben.

While fellow through-hikers and trail angels are some of the kindest and most generous people I’ll ever encounter, many trail towns have no idea what to make of people who look like me. They say they don’t see much of “my kind” around here and leave the rest hanging in the air.

Going It Alone ist ihr Text betitelt, und das umfasst so viel mehr als nur einen Solo-Hike.

Bei der Beschäftigung mit Langstreckenwanderwegen kam ich auch zu der Frage, ob es buddhistische Pilgerpfade gibt (es gibt welche). Insbesondere in Japan gibt es einige Tempel-Pilgrimages. Die Kuman-Kodo-Pilgrimage hat sogar den Status eines UNESCO Weltkulturerbes. Der Shikoku-Pilgerweg führt zu 88 Tempeln, und ist ein längeres Unterfangen.

Eine ganz andere Form eines Buddhistischen Pilgerweges, eine, die meinem Verständnis von (Zen-) Buddhismus näher kommt, hat sich der Holländer Dirk Beemster ausgedacht.

Im Zen-Buddhismus spielt das Ziel kaum eine Rolle. Christen pilgern traditionell, um etwas zu erreichen – um Gnade zu erfahren oder die Vergebung der Sünden. Dafür müssen sie ankommen. Beim Zen ist nur das Unterwegssein wichtig.

Der Jizoweg führt insgesamt 6000 km an buddhistischen Zentren in Europa vorbei, mit der Maßgabe, dass der Weg das Ziel sei, und deswegen, so der „Erfinder“, sollen die Strecken auch immer „möglichst ruhig und schön sein“.

Eher anstrengend, aber sicher nicht weniger zur Erleuchtung beitragend, war die Besteigung des Mount Fuji, von der Steven alias Funkloch berichtet hat.

Wer lieber im Auto unterwegs ist – wir sind ja große Fans von Roadtrips, besonders in den Weiten der USA – kann sich von Jacob Hoeger auf einen kontemplativen Roadtrip durch South Dakota mitnehmen lassen: Driving America.

Ich finde besonders die verfallenen, die vergessenen Ecken interessant. In vielen Regionen sieht man halb oder ganz tote Malls, und bei Gizmodo las ich von einer neuen Video-Serie, die Videographer Dan Bell erstellt: Dead Mall Series (bei Youtube). Das hat eine eigene Art von Grusel…

Bei Medium schließlich nimmt Fotograf Chris Amade uns mit auf einen fabelhaft bebilderten, depressiv-ästhetischem  Rundgang durch eine vergessene Stadt, Cairo, Illinois und zu seinen verbliebenen Bewohnern – und wir kommen damit beinahe zum Ausgangsthema zurück, dem ländlichen Amerika, den Orten ohne Jobs, ohne Perspektive, ohne Hoffnung, Trumpland.

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2 Comments

  1. Schöne Zusammenstellung.

    Was buddhistische Wanderwege angeht, hat mir das Buch „Die Tempel Von Shikoku“ von Marie-Edith Laval recht gut gefallen. Ein bisschen esoterisch, aber ansonsten eine schöne Dokumentation ihrer Pilgerreise zu den 88 Tempeln.

    • Petra

      Vielen Dank für den Buchtipp, das setze ich doch gleich mal auf die Leseliste.

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