Wir hatten so einiges negatives über den Londoner Flughafen Heathrow (IATA-Code: LHR, ICAO-Code: EGLL) gehört. Angefangen von den üblichen Chaos-Meldungen bis zum Sicherheitsirrsinn hin. Entsprechend hatten wir uns vorgenommen, möglichst auf diesen Flughafen zu verzichten. Doch für unsere USA-Tour 2012 bot British Airways den mit Abstand günstigsten Flug, und deswegen drückten wir zwei Augen zu und buchten.

Mit 70 Millionen Passagieren ist Heathrow der drittgrößte Flughafen weltweit. Immerhin ist die Verkehrsanbindung recht gut. Die Terminals sind über zwei Stadtautobahnen erreichbar. Neben der Tube, der U-Bahn, halten auch mehrere Nahverkehrszüge an den Terminals.

Der Anflug von Hamburg aus zeigte uns schon, dieser Flughafen ist einfach überlastet. Nicht umsonst gibt es schon lange Pläne für eine Erweiterung um eine dritte Start- und Landebahn. Wir stiegen von British Airways in British Airways um und hatten damit Glück. Wir durften im gleichen, nämlich in Terminal 5 bleiben. Ansonsten hätten wir einen der Shuttle-Busse nehmen müssen. Doch auch Terminal 5 besteht aus drei Gebäuden, die mit einer unterirdischen Bahn verbunden sind.

Nur: so weit mussten wir erst ein mal kommen. Raus aus dem Flugzeug, am Hauptgebäude des Terminal 5, mussten wir zunächst eine lange Strecke, gefühlt Kilometer, bis zu einer zentralen Sammelstelle laufen. Hier hatten wir die Wahl, einen Bus oder eine Bahn zu einem anderen Terminal zu nehmen, national oder international weiter zu fliegen.

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Die beiden letzteren Fälle resultierten aber im gleichen Ergebnis. Erst mussten wir uns anstellen und den Boarding Pass des nächsten Fluges kontrollieren lassen. Hier drängen sich tausende Passagiere durch das erste Nadelöhr. Beim Rückflug hatten wir dank einer größeren Verspätung das Glück, durch die Fast Lane gehen zu können. Das kann jeder, der weniger als eine Stunde bis zum Abflug hat.

Doch, so groß dann die Freude ist, an der Rolltreppe danach steht man wieder. In der linken Reihe dürfen nur so viele nach oben, wie auch Platz ist. Wenn nicht, dann wird von einem mehr oder weniger netten Angestellten einfach die Rolltreppe blockiert. Die rechte für die Fast Lane ist immer offen.

Oben kommt dann die Enttäuschung, denn hier gibt es keine Sonderbehandlung. Sicherheitscheck. Hier mischen sich wieder alle. Und das kann dauern. Die Schlangen sind lang, mit etwas Glück kann man an die hintere Wand gucken. Es sind nur wenige Meter bis zu den Kontrollstationen, doch die Windungen lassen ein Näherkommen unerreichbar erscheinen. Jeder dritte oder vierte wird dann an der Kontrollstation noch genauer auseinander genommen. Die Tasche wird herausgefiltert und an einem extra Tisch mit Passagier und Sicherheitsbeamten komplett ausgeräumt. Das kostet noch extra Zeit, und ich habe so etwas noch an keinen anderen Flughafen gesehen. Nicht mal im paranoiden USA.

Der Rest von Terminal 5 mit Restaurants und Duty-Free, wir haben nicht viel davon gesehen, nur bei Gordon Ramsay gegessen und kurz eingekauft, ist einfach zu beschreiben: unübersichtlich und teuer. Gates werden auf den Anzeigetafeln teilweise erst 50 Minuten vor Abflug angezeigt. Hat man das Pech von Terminal 5 in den Bereich 5.2, was immerhin zwei Stationen mit der unterirdischen Bahn bedeutet, zu müssen, kann es durchaus auch mal knapp werden um zum Boarding am Gate zu sein.

Das sind unsere Erfahrungen mit dem Flughafen Heathrow und hier im Hause gibt es eine Regel: Nie wieder!

Update 2016

Und doch haben wir diese Regel gebrochen. Sowohl 2015 als auch 2016 sind wir wieder mit British Airways über Heathrow in die USA geflogen. Der billige Flugpreis war einfach zu verlockend. Hatte sich 2015 noch nichts geändert, so waren wir 2016 in nur 15 Minuten durch den Sicherheitsirrsinn durch. Umbauten und Umstrukturierungen haben zu einer bedeutend schnelleren Abwicklung geführt.

Diese Änderungen schienen im Oktober 2016 noch ganz neu zu sein. Denn als wir am Abfluggate sassen, wurden wir von einer Angestellten befragt und wir konnten uns nur äusserst positiv äußern.

Inzwischen kann man also auch in Heathrow bequem umsteigen.