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ÖPNV auf Koh Samui

2078323ÖPNV – Öffentlicher Personennahverkehr – ist ein interessantes Thema für eine Insel, auf der es einen Internationalen Flughafen und mehrere Piers mit Fähren gibt. Um so interessanter ist es, dass es praktisch kein Nahverkehrssystem gibt, wie wir es kennen. Keine einzige Bahn und kein Busliniensystem.

Viele Touristen wohnen ihre ein bis zwei Wochen in Resorts. Vom Flughafen werden sie meistens mit resorteigenen Bussen abgeholt und wieder zurückgebracht. Wenn sie sich sonst auf der Insel bewegen wollen, sind sie auf sich gestellt. Überall kann man Mopeds und Autos mieten, was natürlich eine Alternative ist. Wir haben das selbst getan, und unser wichtigster Tip dazu: Vergleichen, vergleichen, vergleichen! Unser Suzuki Vitara bei einem kleinen, aber seriösen, netten und zuverlässigen Vermieter kostete ein Viertel dessen, was wir bei der Kette am Flughafen bezahlt hätten.

Aber Mietwagen sind heute nicht unser Thema.

Der schnellste Weg auf Samui von A nach B zu kommen ist mit einem Taxi. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Motorrad oder Auto. Motoradtaxis stehen an jeder Straßenecke. Wenn nicht, alle paar Minuten kommt an den Hauptstraßen sicher eines vorbeigefahren. Dabei ist es nicht mal nötig den Fahrer heranzuwinken, in der Regel machen sie sich durch Hupen oder lautes „Taxi Taxi“-Rufen bemerkbar. Wie bei allem auf der Insel ist es wichtig zu handeln. Die Fahrer nehmen gerne mal 200 Baht pro Fahrt. Wer geschickt ist, fährt für die Hälfte.

Ähnlich ist es bei den Taxis, also den Autos. Die meisten sind privat betrieben, auch wenn sie alle das gleiche Design haben. Wir wurden aber auch schon mal mit einem privaten Pick-Up transportiert. Je nach Länge der Strecke nennen die Fahrer gerne einen Preis, der für den Touristen zunächst gar nicht schlecht klingt. Zuerst sollte man klären, ob die 200 Baht, eine gern genommene Summe, pro Person oder für alle zusammen gilt. Natürlich wird der Fahrer auf eine Abrechnung pro Person bestehen. Hier ist wieder Verhandlungsgeschick gefragt. Unsere günstigste Fahrt hatten wir für 60 Baht bekommen. Wir haben festgestellt, wenn der Fahrer nicht vom Preis runter will, ist es das Beste, freundlich abzulehnen und weiterzugehen. Nach maximal zehn Metern kommt er schon nach und ist mit dem vorgeschlagenen Preis einverstanden. Mit den Autotaxis verhält es sich wie mit den Motorrädern. Sie sind an jeder Ecke und auf jeder Straße zu finden und machen sich immer mit einem Hupen bemerkbar. Der größte Vorteil, zumindest bei den meisten Autos, ist die Klimaanlage.

Die letzte Möglichkeit, praktisch der Ersatz für das Bussystem und die Buslinien, sind die Songtows. Im Prinzip ist ein Songtow nichts anderes als ein Pickup mit zwei Sitzbänken hinten drauf. Die Songtows fahren auf den Hauptstraßen, sind aber auch je nach Fahrtstrecke und gewünschtem Ziel auf den Seitenstraßen zu finden. Im Prinzip fahren die Fahrer eine Art Linienverkehr, die Fahrtstrecke steht auf Schildern an der Seite und vorne. Allerdings sollte man sich nicht zu hundertprozent darauf verlassen. Wenn man unterwegs aussteigen will, drückt man den Klingelknopf oder, wenn der nicht funktioniert, klopft man gegen die Scheibe. Gezahlt wird nach dem Aussteigen beim Fahrer, praktisch ist es, wenn man vorher schon den Preis ausgehandelt hat.

Die Fahrer sind flexibel und fahren, vor allem wenn mal als Gruppe unterwegs ist und keine anderen Fahrgäste hinten sitzen, für den passenden Preis auch abseits ihrer Routen. Aber, um so später der Abend, um so weniger gern, weil die Rückfahrt meistens kein Geld einbringt. In der Regel kostet die Fahrt pro Person 60 Baht, allerdings sollte man dafür entweder Einheimischer sein oder gut verhandeln können. Als Tourist würde ich mich bis maximal 100 Baht auf den Preis einlassen. Da denke ich mir, die Fahrer arbeiten komplett für sich und müssen auch was verdienen.

Was mich erstaunt hat, das ganze System ist erstaunlich effektiv. Vor neun Uhr morgens hatten wir in Bangrak Probleme, ein Fahrzeug zu finden, was aber auch daran liegen könnte, dass die Fahrer sich erst mal verteilen müssen. Dann mussten wir praktisch nie mehr als fünf Minuten warten und hatten immer eine Transportmöglichkeit, die im Vergleich zu anderen Orten in Thailand vielleicht recht teuer, aber zuverlässig war.

Ein letzter Tipp noch: Die Fahrer haben nie Wechselgeld. Das ist in der Tat Absicht und spekuliert darauf, dass der Farang (Westler) dann den größeren Schein zurück lässt und den Rest einfach oben drauf legt. Deswegen, immer genügend Kleingeld dabei haben.

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1 Comment

  1. Nunja der Taxi- und Soengthaew-Mangel vor 9 Uhr liegt auch daran dass die Leute gewisse Startpunkte haben – und viele morgens erst mal am Fähranleger in Nathon auf Kunden warten ehe sie sich über die Insel verteilen.

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