Auf unserer Fahrt nach Kroatien nächtigen wir im direkt an der Autobahn gelegenen Werfen. Den Werfener Hof hatten wir nach einiger Recherche im Internet als idealen Stützpunkt entdeckt, wohl auch, weil er gerne von Motorradfahrern als Zwischenstopp genutzt wird. Wir verbanden das ganze mit dem Besuch der Eisriesenwelt.

Bevor wir nach der anstrengenden Tour durch die Höhle zu Bett gingen wollten wir noch im Werfener Hof zu Abend essen. Beworben wurde das ganze mit „hausgemachte Salzburger Küche“, was sich bei der Auswahl der Speisen auch nicht abstreiten lies.

Die Einrichtung ist Zweckmässig, nicht besonders hübsch, aber auch nicht hässlich. Schön ist das große Oberlicht, durch das man zumindest tagsüber viel Licht hat.

Wir bestellten einen Zwiebelrostbraten (11,50 €) für mich und Kaspressknödel (5,50 €) in Brühe für Foodfreak.

Am Zwiebelrostbraten, zwei Stücke Fleisch in einer Zwiebelsosse, war das Beste das Fleisch. Der Sosse sah man an der Konsistenz schon an, dass hier mit der Löffel aus der Tüte, dem Eimer, der Dose oder was auch immer nachgeholfen wurde. Die gleichmässige Form der Rösti zeigt auch dass hier wohl aus der Tiefkühltruhe genommen statt selbst gemacht wurde. Schlecht war das ganze nicht, man konnte es essen und satt hat es auch gemacht, aber hausgemacht war hier nicht viel dran. Ausserdem hätte ich mir mehr Zwiebel als diese eingekochten weichen Partikel in der Sosse gewünscht.

Die Kaspressknödel wirkten wie ein Fertigbratling und schmeckten nach nichts. Die Brühe schmeckte wie die fertige Brühe eines großen Industrieherstellers. Mehr gibt es hierzu nicht zu sagen.

Auf der Karte war ein hausgemachter Apfelstrudel mit Sahne und Krokant (2,80 €) zu finden. Foodfreak bestellte ihn nach der dritten Nachfrage, allergiebedingt, ob in dem Krokant auch wirklich keine Haselnüsse seien. Als der Apfelstrudel dann kam, waren natürlich Haselnusskrokantstückchen auf der Sahne. Immerhin war es der Chefin sichtlich peinlich. Der Strudel selbst war sicher hausgemacht, aber so hart, dass er nur schwer zu essen war. Hier wünschte sich Foodfreak ausnahmsweise einen aus der Tiefkühlung.

Gut dagegen war der Mohr im Hemd (4,50 €), der mit einer Schokoladensosse, einer unpassenden Physalis und unnötiger Deko getrockneter Blüten kam. In der Tat war der Mohr innen noch leicht flüssig und die Sosse schmeckte nach Schokolade.

Das einzig richtig gute war der österreichische Wein (7,20 € / Glas) zum Essen und der anschliessende Marillenschnaps (2,50 € / Glas).

Alles zusammen bezahlten wir mit einer kleinen Flasche Wasser 45,70 €, was ganz ok ist. Auf der Durchreise kann man hier der Einfachheit sicher essen, sollte aber nicht wirklich hausgemachte Küche erwarten.