In nur einer Woche ans Mittelmeer und zurück? Geht das? Und lohnt sich das? Wir wollten es herausfinden. Wäre es hier nur um Entspannung am Strand gegangen, hätten wir sicher das Flugzeug genommen. Doch wir wollten drei Technikmuseen am Bodensee besichtigen. Somit bot sich das Auto an.

Der erste Tag gestaltete sich auch weniger spektakulär. Wir drangen zum Zwecke des Elternbesuchs bis nach Südhessen vor. Dabei stoppten wir nicht groß. Nur einen kleinen Spaziergang an der Burg Münzenberg gönnten wir uns. Der Sonnenschein war zu einladend.

Erst am zweiten Tag begann der Trip so richtig. Auch hier machten wir keinen Zwischenstop. Nur das erste Stück fuhren wir auf Bundesstraßen durch den Neckar-Odenwald-Kreis, bis wir die Autobahn erreichten. Dann ging es bis zur deutsch-österreichischen Grenze bei Lindau.

Österreich? Aber im Titel steht doch Friedrichshafen, werden sich einige fragen. Die Erklärung ist einfach. Es war Sonntag, am nächsten Montag hätte das Rolls-Royce-Museum in Dornbirn geschlossen  gehabt, und Dienstag wollten wir schon wieder weiter. Somit blieb uns keine andere Wahl, wenn das Rolls-Royce-Museum auf dem Plan stehen sollte, weil es, wie erwähnt, montags zu hat. Ganz im Gegensatz zu den Museen, die wir in Friedrichshafen besichtigen wollten, und welche von April bis Oktober auch am Montag geöffnet haben.

Um die Vignette für Österreich zu sparen, verließen wir die Autobahn an der Abfahrt Lindau und fuhren im Ortsgebiet über die Grenze. Am Bodensee ging es entlang bis Bregenz. Dort folgten wir dann der Bundesstrasse 190, die fast parallel zur Autobahn verläuft. In Dornbirn mussten wir noch das Gütle finden, einem kleinen Ort, der besser als Touristenattraktion beschrieben wird. Dort befindet sich ein beliebter Startpunkt für Wandertouren, die Rappenlochschlucht, ein Gasthof, das Krippenmuseum und das Rolls-Royce-Museum. Dank der guten Ausschilderung ab Dornbirn war das finden auch kein Problem. Parkplätze gibt es einige, für 2,50 Euro pro Tag. Dennoch wurde es an diesem Sonntag recht eng.

Unser Ziel war das Rolls-Royce-Museum, somit ließen wir das Krippenmuseum mangels Interesse aus. Die Rappenlochschlucht hätten wir uns gerne angesehen, doch wir kamen am Nachmittag erst an. Deswegen muss die Schlucht und auch die Geocaches dort bis zu einem anderen Trip in die Region warten.

Früher gab es im Gütle eine Spinnerei und die erste Telefonverbindung Österreichs. Heute wird das Industriegebäude für das Rolls-Royce-Museum genutzt. Es handelt sich um eine private Sammlung, die aufgrund des Themas schon sehr speziell ist. Eng stehen hier die Karossen in der Halle. Die reine Menge ist durchaus beeindruckend, doch nur der wahre Fan kann mehr als die groben Unterschiede ausmachen. An das Museum angeschlossen ist eine Werkstatt, in der Rolls-Royce restauriert werden. Als Interessierte mussten wir dieses Technikmuseum natürlich besuchen, doch empfehlen können wir es nur der Zielgruppe der Fans.

Auf der Bundesstrasse 190 fuhren wir zurück und folgten dann der Ausschilderung nach Friedrichshafen. Trotz der Verwirrung durch eine weiträumig abgesperrte Baustelle fanden wir die Zufahrt zum Zentrum. Und wir landeten mitten im verkaufsoffenen Sonntag in der Fußgängerzone. Hotelgäste dürfen neben Lieferfahrzeugen die Fußgängerzone befahren, was allen anderen verboten ist. Somit parkten wir ohne stressige Parkplatzsuche hinter unserem Hotel, den City Krone.

Bodensee - Friedrichshafen

Nach dem Einchecken machten wir einen Rundgang durch die regnerische Stadt. Es herrschte ganz schön Trubel. Dabei stellten wir fest, dass unser Ziel für das Abendessen, das Goldene Rad, Ruhetag hatte. Wie leider so ziemlich vieles in der Stadt. Nachdem wir uns durch Restaurantbewertungen gewühlt hatten und nichts Begeisterndes fanden, hatten wir die Wahl zwischen Inder und Griechen. Wir entschieden uns für das Delphi direkt am Bodensee.