Nach dem nieseligen Regenwetter des Vorabends ist es am Morgen immer noch trüb. Wir haben unerwartet lange geschlafen und gehen im Hotel erst mal frühstücken. Die Auswahl im NH Lingotto ist für italienische Verhältnisse Bescheiden. Der Kaffee kommt unerwartet aus der Kanne. So schmeckt er auch. Wir bestellen uns als zweites einen Cappuccino und der kommt aus der Macchina. Das schmeckt man und wir sind etwas versöhnt.

Wir fahren los. Wieder das gleiche Problem, eine Baustelle nach der anderen, aber irgendwie zirkeln wir uns dann aus Turin heraus. Da die Strecke eigentlich recht kurz ist und wir Zeit haben, beschliessen wir, die Autobahn zu meiden und Landstrasse zu fahren. Auf der Staatsstraße 20 geht es durch Dörfer und kleine Städte. Immer mal wieder regnet es und die Landschaft ist auch recht eintönig.

Wir erreichen der Ort Limone und es wird interessant. Immer touristischer wird es hier und wir sind nicht mal drei Kilometer Luftlinie von der französischen Grenze entfernt. Mal eben ist die Strecke aber nicht gefahren, denn es schrauben sich Serpentinen in die Berge der Alpen hinauf.

Von der Grenze sehen wir nicht viel, denn hier führt ein Tunnel durch den Col di Tenda von Italien nach Frankreich. Die Passstraße hätte uns in 12 Kehren nach oben und in unglaublichen 46 nach unten geführt. Doch es schüttete wie aus Kübeln. Das hätte keinen Spass gemacht und so sind wir den knapp über drei Kilometer langen Tunnel gefahren. Dieser wurde 1882 als erster unter einem Alpenpass eröffnet.

Aber auch hinunter zum Mittelmeer dürfen wir noch viel am Lenkrad kurbeln. Die Abfahrt durch Bergdörfer zieht sich endlos hin und in einer Stunde, zugegebenermassen mit einer kurzen Pause, schaffen wir nur zehn Kilometer Luftlinie. Die Landschaft könnte richtig schön sein, doch das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem geniessen wir sie so gut es geht.

Im Tal wird es merklich wärmer und auch der Himmel wird heller. Dann merken wir, dass wir gar nicht in einem Tal sind, denn vor uns ist das Meer zu sehen. Wir folgen der Küstenstraße, eine Autobahn hätte es auch gegeben, bis nach Sanremo, was nicht mehr weit ist.

Das Hotel Royal ist schnell gefunden und wir werden herzlich von Monica Wild begrüßt. Nach einem sehr netten kurzen Gespräch werden wir auf unser Zimmer gebracht, eine Deluxe Junior Suite in der obersten Etage. Eine Terrasse biete uns einen schönen Mittelmeerblick. Mit einem Schlückchen Prosecco stossen wir an und versuchen das Schmuddelwetter zu vergessen.

Mit Simona Ilarie, der Leitung der Rezeption, machen wir bald darauf einen Rundgang durch das 5-Sterne-Luxus-Haus. Wir erhalten interessante Einblicke und können alle Zimmerkategorien ausser den großen Suiten besichtigen. Diese sind alle ausgebucht. Doch zum Hotel selbst werden wir noch getrennt berichten.

Am Abend essen wir im hauseigenen Restaurant. Das Dinner ist inklusive, für uns wurde Halbpension gebucht. Auch zum Restaurant werden wir noch getrennt berichten.

Am Abend fallen wir auf die dicken Matratze und schlafen für unsere Verhältnisse recht lange. Das Hotelfrühstück kann sich sehen lassen. Viele Leckereien, vor allem süßes Gebäck, das von der hauseigenen Patisserie täglich frisch gebacken wird, lockt zum überfressen. Der Kaffee und Cappuccino kommt natürlich aus einer guten Maschine und schmeckt ebenfalls.

Kugelrund machen wir uns auf, Sanremo zu erkunden. Wir besichtigen die Strandpromenade, biegen an der alten russischen Kirche und dem Casino in die Einkaufsstrasse ab und schlendern diese Entlang. Eine Tour durch die Altstadt und den Markt darf natürlich nicht fehlen.

Für den Nachmittag wurden wir in das Spa und Wellness-Center des Hotel Royal eingeladen. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Danach geht es wieder in das hauseigene Restaurant zum Dinner. Eigentlich hatten wir vor, das enthaltene Abendessen auszulassen und in eine uns empfohlene Pizzeria zu gehen, doch die hat, so haben wir mittags gesehen, geschlossen.

Den einzigen wirklich sonnigen Tag der Tour lassen wir auf der Dachterrasse ausklingen.


Unsere Reise nach Sanremo wurde vom Hotel Royal unterstützt. Eine inhaltliche Beeinflussung des Textes fand nicht statt. Wir danken freundlich für die Unterstützung.