Diesen Schuh habe ich vor unserem Asien-Trip, und nach dem USA-Südwest-Trip, hier im Blog schon einmal vorgestellt, und hatte versprochen, nach Asien ein Update zu liefern.

Für 8 1/2 Wochen Asien hatte ich genau 3 Paar Schuhe dabei – die Trailrunner an den Füßen im Flieger, ein paar abgewatzte Jack Wolfskin-Outdoor-Sandalen im Rucksack, die ich am Ende des Trips wegwerfen wollte (und weggeworfen habe), da sie komplett abgelatscht waren, sowie ein Paar Adidas Boat Lace Sneaker, die ich in 60 Tagen auch genau zwei Mal anhatte, und eigentlich nicht gebraucht hätte…

Ursprünglich hatte ich erwogen, meine Hanwag-Halbschuhe mitzunehmen, um für schwierigen Untergrund wie in Sigiriya, oder das Dauerasphaltlatschen wie in Hongkong, besser gerüstet zu sein – in Summe waren die mir aber einfach zu schwer und zu warm. So blieb es bei den Trailrunnern.

Nach nunmehr 10 Monaten, in denen ich die Schuhe wirklich sehr viel getragen habe, sind die Öffnungen etwas weiter, das In-den-Schuh-Kommen gestaltet sich einfacher, und rauswärts kann ich auch durchaus ohne großes Aufzippen aus dem Schuh flutschen. Ein mir wohl bekannter Effekt, den ich dank hohem Spann in den meisten Schuhen kenne. Die Zipper sind gefühlt noch etwas länger geworden. Das Laufgefühl ist immer noch super, die Federung und der Zehenschutz gut.

Quer durch Asien und auch zuletzt in Meran haben sich die Schuhe gut bewährt, sie sind luftig, die Füße schwitzen und müffeln nicht, auch bei tropischem Klima. Es bleibt allerdings der Faktor bestehen, dass es sich im besten Sinne um reine Schönwetterschuhe handelt.

Für die Wüstengebiete von Utah und Arizona sind sie super geignet; allerdings sind warmes trockenes Wetter und vor allem trockene Oberflächen auch die Idealparameter für diese Schuhe, weswegen ich sie für Mitteleuropa oder auch Alpen nur sehr bedingt empfehlen kann. Denn bei Nässe kommt man darin bös ins Rutschen.

Es sind gar nicht mal so sehr die nassen Füße, die mich stören würden, wenn ich in starken Regen komme oder vielleicht auch mal eine Pfütze oder einen Bach durchqueren müsste, was ja durchaus bei Bergwanderungen reale Möglichkeiten sind – die würden ebenso schnell wieder trocknen. Meine Schwierigkeiten liegen mehr bei der Rutschfestigkeit. Auf rauem, natürlichem Untergrund wie Waldboden, Sand, Wiese ist das alles kein Problem – problematisch wird es, in dieser Abstufung, auf Steinen (nassen), auf feuchtem Asphalt (in San Francisco bin ich gut geschliddert), und – was sich insbesondere in Malaysia als hochgefährlich erwies – auf glatten feuchten Kacheln. Prompt landete ich vor dem besten Hotel in Kuantan mit einer an Eiskunstlauf erinnernden hocheleganten Pirouette vollbepackt auf meinem ohnehin mehrfach lädierten Knie… nicht gut.

Die Malayen haben eine Vorliebe für gekachelte Fußgängerwege und Hauseingänge, und zwar mit glasierten, glänzenden Kacheln, die schön anzuschauen sind und gut sauber zu halten, aber so viel Grip liefern wie eine polierte Eisfläche. Und darauf war ein auf Feuchte schon recht rutschiger Schuh – unter den Bedingungen hohe Luftfeuchtigkeit, regelmäßige Regenfälle und häufige Putzmaßnahmen – schlicht lebensgefährlich.

Für den Alltagseinsatz würde ich also das nächste Mal unbedingt einen der anderen Schuhe von Salomon wählen, mit Sohlen, die für solche Nutzungszwecke auch gedacht sind (tatsächlich habe ich so einen gerade gekauft – den XA Comp 7 GTX…)