Nach Singapur sollte uns Emirates bringen. Wir hatten ein sehr billiges Ticket ergattert und auch bereits unseren Unmut über die Serviceverschlechterungen nach der Buchung verlauten lassen. Doch unter 500 Euro pro Person für Hin- und Rückflug entschädigten dann doch etwas.

Immerhin konnten wir per App 48 Stunden vor Abflug einchecken. Ab diesem Zeitpunkt ist dann auch die Sitzplatzauswahl kostenlos. Als wir die noch zur Verfügung stehenden Sitze sahen, wussten wir, dass Emirates mit der Entscheidung, Geld für Vorabbuchungen zu nehmen, gar nicht so falsch lag. Für den ersten Flugteil von Hamburg nach Dubai war fast nichts mehr frei. Viele hatten wohl doch schon vorausgebucht. Immerhin bekamen wir noch Plätze in der letzten Reihe der ersten Economy-Section und hatten so keinen hinter uns, der dauernd gegen den Sitz stösst. Von Dubai nach Singapur war es ähnlich. Hier wurde es Reihe 51, die es nur als Mittelreihe gibt und keine Fensterplätze hat.

Wenigstens das ging schon mal gut. In Hamburg am Flughafen lief alles wie gewohnt. Wir waren sogar etwas zu früh da. Die Schlange an der Emirates-Gepäckabgabe war etwas länger, aber nach Passagieren, die noch einchecken mussten und welchen, die online eingecheckt hatten, getrennt. So ging es dann doch recht fix. Auch an der Sicherheitskontrolle ging es an einem Sonntagnachmittag recht schnell. Und so sassen wir dann länger am Gate herum und warteten.

Auch das Boarding lief einigermassen fix und war vergleichsweise pünktlich. Unsere Sitzreihe lag direkt vor der Trennwand zur Galley, und so war der Weg zu Getränken angenehm kurz. Nach dem Start gönnten wir uns erst mal einen Gin Tonic.

Der Flug mit der Boeing 777 verging schnell und ereignislos. Uns fiel mal wieder auf, dass Emirates seine Crews anscheinend nach möglichst vielen gesprochenen Sprachen zusammensetzt. Wir hatten 15 Sprachen an Bord.

Das guten Entertainment-System überzeugte mal wieder. Der 13-Zoll-Bildschirm ist hell genug, bietet ein gutes Bild, und ist gegenüber den alten Modellen bedeutend reaktiver. Wie man auf dem Bild oben sieht, schafft es Emirates aber nicht mal, Meilen in Kilometer umzurechnen. Links Distanz zum Ziel 107 Meilen, rechts 59 Kilometer.

Neben zwei USB-Anschlüssen und einer Strom-Buchse gab es den üblichen Audio-Anschluss mit zwei Buchsen, der aber auch mit einem normalen Klinkenstecker klar kommt.

So gut koordiniert wie der Flug war die Crew wohl nicht. Sichtlich unorganisiert arbeiteten sie sich durch die Kabine und die Getränke- und Essensservices.

Wir kamen zu früh in Dubai an, was aber ganz gut war. Von den C-Gates, an denen wir in Dubai ankamen, gab es wegen Bauarbeiten keine Verbindung zu den A-Gates. Wir wurden über lange Wege durch eine Sicherheitskontrolle geschleust, die uns am Ende zu einer Tür brachten, vor der ein Bus wartete.

Dieser fuhr gefühlt drei mal um den Flughafen herum und darunter hindurch. bis wir an den A-Gates ankamen. Hier mussten wir erneut durch eine Sicherheitskontrolle und kamen dann irgendwann an unserem Gate zum Abflug nach Singapur an. Auch hier ging das Boarding nach gut zwei Stunden Wartezeit dann einigermassen effektiv und pünktlich vonstatten.

An Bord, jetzt einer A380, war es dann ähnlich, wie beim vorherigen Flug. Viele Sprachen, gutes Entertainment-System, recht unkoordinierte Crew. So gab es auf unserer Seite unseren Essenswunsch nicht mehr, während es auf der anderen Seite der Kabine nur noch unser Wunschessen gab. Erst auf unseren Vorschlag kam der Flight Attendant darauf, uns etwas von der anderen Seite zu holen.

Wir saßen wieder in der letzten Reihe der ersten Economy-Section. Diese Reihe 51 können wir sehr empfehlen. Sie hat nur vier Sitze, links und rechts davon ist je ein Notausgang. Hinter den Sitzen befindet sich ein gut einen Meter breiter Gang, bis dann eine Wand zur Bordküche kommt. Wer viel Bewegungsfreiheit braucht, ist hier richtig. Er muss nur aufstehen und hat hinter und neben sich genug Platz.

Auch dieser Flug kam etwas zu früh an. Dafür dauerte dann die Einreise in Singapur über eine Stunde. Die Immigration war sehr langsam. Das kannten wir von früher nicht.

Fazit

Emirates ist nicht mehr das, was wir von früher kannten. Neben den Einschränkungen im Gepäckgewicht – jetzt nur noch 20 kg – und den Aufpreisen für frühere Sitzplatzbuchung hat sich aus unserer Sicht auch der Service an Bord verschlechtert. Die Essensqualität empfanden wir früher als besser. Auch die Crew arbeiteten früher besser zusammen. Alles in allem haben wir jetzt auf Flügen in Richtung Asien nur noch einen Grund, Emirates zu buchen: die Stückelung in zwei Flüge zu je 6-7 Stunden. bei denen man sich zwischendurch in Dubai die Füße vertreten kann. Auch der Preis ist nicht mehr wirklich ein Argument. Andere Airlines haben da nachgezogen.