Bahnverkehr ist in Singapur vielleicht etwas übertrieben. Eine richtige Bahn gibt es nicht. Eine alte Bahnlinie, die es mal gab, wurde komplett zurückgebaut, und der alte Bahndamm zum Wanderweg erklärt. Es gibt Pläne, einen Schnellzug nach Kuala Lumpur zu bauen. Im Moment besteht der Bahnverkehr in Singapur allerdings nur aus der MRT und der LRT. Beides ist im Prinzip nichts anderes als U- bzw. S-Bahn.

Der Bahnverkehr expandiert in Schritten, die man sich bei uns nicht vorstellen kann. Wir waren jetzt zum vierten Mal in Singapur. Das erste Mal 2008, damals noch mit Reiseführer. Es gab ein paar Linien. Mehr kann ich aus der Erinnerung nicht mehr sagen. Dann vergingen fünf Jahre, und 2013 waren wir erneut in Singapur. Vor unserem Hotel wurde eine Haltestelle gebaut. Sie sollte zur Downtown Line gehören, die neu gebaut wurde. Aus dem Fenster des Marina Bay Sands sahen wir den Bau einer Haltestelle, für deren Linie wir nicht mal Planungen fanden.

Wieder vergingen drei Jahre. Anfang 2016 waren wir erneut in Singapur, und wir fuhren mit der Downtown Line. Sie war noch nicht fertig. Die Endhaltestelle lag auf der einen Seite unseres Hotels, die weiterführende wurde auf der anderen Seite gebaut. Nur eineinhalb Jahre später, gegen Ende 2017, besuchten wir erneut Singapur. Die Downtown Line war komplett fertig. Wir fuhren damit. Eine weitere Line von Nord nach Süd ist in Bau. Die Pläne sehen zwei weitere Linien und Erweiterungen der bestehenden bis 2030 vor. In dieser Zeit kommt bei uns nicht mal eine Planung zustande.

Bahnfahren in Singapur ist einfach, bequem, schnell, sicher und günstig. Wir kauften uns schon 2013 eine EZ-Link-Karte, die wir bei jedem Besuch immer mitnehmen. Die EZ-Link ist eine Guthabenkarte, von der bei einer Fahrt immer der passende Fahrpreis abgebucht wird. Wir haben oft mitgerechnet, und es war so immer günstiger als der Tourist Pass, der 10 S$ pro Tag kostet.

Alle Haltestellen sind mit einer Art Zugangskontrolle gesichert. Karte auflegen, Schranke geht auf. Am Ausgang das gleiche. Der Fahrpreis, der von der Uhrzeit (Peak / Off-Peak) und der Entfernung abhängt, wird abgebucht. Für Einheimische gibt es auch Monatskarten. Im Bus funktioniert es fast genau so. Am Ein- und am Ausgang gibt es Lesegeräte, an welche die Karte gehalten wird.

Nun denn, das Bahn-Netz in Singapur ist schnell und effizient. Selbst dann, wenn mal etwas passiert. An einem Morgen hörten wir von einem Unfall. Die Züge der Linie fuhren trotzdem. Auch, wenn sie langsamer als üblich und nicht pünktlich fuhren. Der Verkehr wurde am Laufen gehalten.

Die Züge selbst bieten nicht viele Sitz-, aber dafür jede Menge Stehplätze. Sie sind darauf ausgelegt, möglichst viele Menschen an ihr Ziel zu bringen. Und das funktioniert gut. Nur ganz selten in der Rushhour hatten wir das Gefühl, es sei etwas gedrängt.

Um angenehm von A nach B zu kommen, tut man in Singapur viel. Die Sauberkeit ist nur ein Punkt davon. Nie hatten wir das Gefühl, es sei dreckig. Müll liegt keiner herum. Essen und Trinken ist in der Bahn ebenso verboten wie Rauchen.

Ein weiterer Punkt, um den Reisenden die Fahrt angenehm zu gestalten, ist die Werbekampagne, die mit witzigen Figuren für Rücksichtnahme wirbt. Stand Up Stacy, Bag Down Benny und Move in Martin sind hier nur Beispiele, die auf Postern, Schilder, Aufklebern und in Videos zeigen, wie man sich rücksichtsvoll benimmt und so für alle den Weg angenehmer gestaltet.

Wir fahren gerne mit der Bahn in Singapur. Man kommt schnell und einfach überall hin. Und in den Randgebieten, die noch nicht erschlossen sind, werden die Bahnen von Bussen ergänzt, die so gut wie immer von den Bahnstationen überdacht erreichbar sind und regelmäßig fahren.

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