Einen Moment habe ich schon mit mir gerungen als ich darüber nachgedacht habe, dieses Buch hier zu besprechen. Doch es ist auch ein Reiseführer, ein kulinarischer sogar, warum also nicht. Patrik Stäbler hatte es sich zur Aufgabe gemacht, per Anhalter regionale Gerichte aufzuspüren.

Das klingt jetzt nach einem abenteuerlichen Unterfangen, doch wer das Buch genau liest, der wird herausfinden, dass Patrik Stäbler sich gut vorbereitet hat. Das abenteuerlichste scheint noch das Problem zu sein, eine Mitfahrgelegenheit zu finden um pünktlich zum Termin zu sein. Und so schafft er es mit fast 100 Autofahrern und etwa 3800 Kilometern doch rund 30 regionalen Gerichten auf den Grund zu gehen.

Spannend fand ich die Gerichte, die Patrik Stäbler aufgetrieben hat. Maultaschen, Schwarzwälder Kirschtorte und Labskaus sind noch die bekanntesten darunter. Doch Mutzbraten, Dibbelabbes, Teichelmauke und Schnüsch kennt nun wirklich nicht jeder. Teilweise sind die Gerichte nur in einem wenige Kilometer großen Kreis bekannt. Die Zusammenstellung zwischen dem Ort, der dort herrschenden Atmosphäre, dem Gericht und den Personen, die dahinter stehen, das fand ich gelungen.

Doch der Reiseteil, die Reisebeschreibung, die eigentlich nur Nebensache ist, die fand ich eher langweilig. Ich hätte mir umfangreicheres Material zu den regionalen Bezügen zwischen Gericht und Ort gewünscht. Auf die Reiseerzählungen hätte ich gerne dafür verzichtet.

Positiv anzumerken sei noch die kleine Rezeptsammlung, in der ich mich sicher auch noch ein mal bedienen werde. Eben so werde ich es wohl als Empfehlung hernehmen, sollte ich mal in eine der aufgeführten Regionen kommen.

Somit liegt hier für mich kein rundes Buch vor. Zur kurzweiligen Unterhaltung mit dem Bezug zu regionalen Besonderheiten kann ich es empfehlen. Als Reisebericht, das war die Sichtweise, mit der ich an das Buch heran gegangen bin, fällt es bei mir leider durch.

Speisende soll man nicht aufhalten: Eine Deutschlandreise über den Tellerrand hinaus ist am 1. Juni 2013 im rororo-Verlag erschienen. Es hat 304 Seiten und ist auch als eBook für den Kindle erhältlich.


Unsere Ausgabe des Buches wurde uns kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt. Eine inhaltliche Beeinflussung meines Textes fand nicht statt.