Von Hamburg bis Hawaii

Unterwegs in aller Welt

Tag 8 – Zürich

Nach unserer ersten Nacht in der Schweiz steht uns heute ein kompletter Tag mit unseren Freunden in Zürich bevor. Dazu haben wir Navin schon genötigt, zu einer unchristlichen Zeit (8:30 Uhr) aufzustehen. Nachdem uns ein Kaffee und ein kurzes Frühstück auf Trab gebracht haben, ziehen wir los.

Der erste Weg führt uns durch die Neubausiedlung, in der wir genächtigt haben und in der noch reichlich gebaut wird, in eine nahe Grünanlage, die sogar unserem Züricher unbekannt ist. An einer Brücke dahin finden wir dann auch gleich den ersten Cache: Natürlich rot.

Am nahegelegenen Katzenbach sehen wir einen Reiher – nicht eben das was man in einer Großstadt kurz vor dem Flughafen erwartet.

Weiter geht es, ausgestattet mit einer Tageskarte, mit der Tram bis zum Hauptbahnhof. Hier bestaunen wir als erstes die Auslagen bei Sprüngli – nicht zu verwechseln mit Lindt & Sprüngli. Super aussehende Schokoladen, Pralinen und Kuchen machen Lust darauf, sich hineinzulegen.

Doch ein Blick auf die Zutatenliste lässt uns zucken. Selbst das Traditionsunternehmen mit einem gewissen Ruf benutzt Lecithin, und Aroma. Wir wandern weiter.

Vom Hauptbahnhof weg folgen wir einfach der Nase in Richtung Innenstadt, die Bahnhofstrasse hinab, Zürichs Haupteinkaufsmeile. Und wir entdecken einen zweiten Schokoladenladen, Läderach. Hier sind wir vollends begeistert von der Schweizer Schokoladenkunst. Im hinteren Bereich des Ladens werden die Spezialitäten noch in Handarbeit hergestellt, so dass auch jeder zusehen kann.

All die Köstlichkeiten, die hier angeboten werden, lassen uns das Wasser im Mund zusammenlaufen und wir können uns nur schwer wieder von dem Laden trennen.

Nach all den süßen Auslagen haben wir Hunger. Wir laufen ein Stück weiter, zu einem Metzger und Spezialitätenladen, Kaufmann. Hier versucht Torsten die schon am Vortag gelobten aber ausverkauften Schinkengipfeli, einer Art Schinkenbrötchen, das in der Konsistenz an warmen, weichen Blätterteig erinnert und mit Schinkenwürfeln gefüllt ist. Petras Hackfleischtasche entpuppt sich als eine Teigtasche, die mit einer Art Bolognese gefüllt ist. Beides ist lecker und stillt den Hunger für eine Weile.

Eine Ecke weiter machen wir einen Stop, den sonst nur Geocacher kennen. „Da liegt ein Cache“ führt uns Torsten gut hundert Meter weiter zu 4 Nymphen (Bahnhofstrasse Zürich).

Ein kleiner Brunnen in der belebten Stadt. Wir suchen unauffällig, und Petra kann dann mit dem richtigen Griff absolut unbemerkt den Cache heben.

Anstatt weiter der Bahnhofsstraße zu folgen, biegen wir in eine Seitenstraße ab und stehen plötzlich vor einem Starbucks.

Wir entscheiden uns für eine kurze Kaffeepause, setzen uns mit unseren Bechern vor den Laden und beobachten ein bisschen das Treiben in Zürich. Wieder ein mal stellen wir fest, dass es hier trotz vieler Leute absolut gelassen und ruhig zugeht. Petra formuliert das später mit „hanseatische Gelassenheit“. Neben Singapur ist Zürich die zweite Stadt, in der man den Trubel nicht bemerkt. Alle sind zurückhaltend, freundlich und kein bisschen aufdringlich.

Durch enge Gassen und kleine Straßen geht es weiter durch die schöne Altstadt Zürichs. Hier merkt man auch wieder, dass sich die Schweiz und ihre Städte dank ihrer Neutralität in Kriegen ganz anders entwickelt haben als anderswo. Viele alte Bausubstanz steht noch, teils Häuser von 1400 und 1500 und alles ist wirklich hübsch anzusehen.

Wieder ein mal unterbrechen wir unsere Tour der Nase nach und folgen dem GPS zum Lindenhof. Von hier oben hat man einen schöne Aussicht auf Zürich.

Ein kleiner Multi-Cache führt über diesen Platz, doch am Ende können wir auch nach intensivem Suchen keine Dose finden. Leicht enttäuscht wandern wir weiter durch die Gassen, bis wir wieder auf größeren Straßen ankommen. Am Paradeplatz erwartet uns ein passend benamster Cache. BlackBox Micro Paradeplatz Zuerich. Auch hier werden wir schnell fündig.

Nun geht es auf direktem Wege zu Baywatch Zürich am Zürisee, den Navin nach einiger Suche findet (den Cache, nicht den See). Ähnlich wie die Alster in Hamburg liegt hier ein See „in“ der Stadt, der vielen als Ort zur Entspannung dient. Durch das schöne Wetter ist die Promenade am Mittag fast schon überfüllt. Auch die Ausflugsboote, die Touren anbieten, sind gut besucht. Die Luft am Seeufer ist angenehm frisch, und die hanseatische Atmosphäre hier am Ufer kommt uns sehr entgegen. Ach doch, hier liesse es sich eine Weile aushalten.

Nach einer Pause am See gehen wir weiter. Auf der anderen Seite der Limmat laufen wir in die Richtung zurück aus der wir gekommen sind, durch Ober- und Niederdorf.

Der Weg führt wieder durch enge Straßen und Gäßchen, größtenteils Fussgängerzone. Vor den Cafes und Restaurants stehen – wie irgendwie überall in Zürich – Tische und Stühle vor der Tür, das Leben tobt. Ein unglaublicher Kontrast zum toten Österreich an den Vortagen.

Wir bummeln an den Schaufenstern vorbei, schauen in den einen oder anderen Spezialitätenladen, und entdecken einen kleinen versteckten Eisladen, der damit wirbt, alle Sorten ohne Zusätze und Aromen herzustellen.

Wir erstehen jeder ein Eis, das sich als superlecker herausstellt – absolut empfehlenswert. Petra schwärmt geradezu von dem Maracujaeis.

Langsam machen wir uns per Tram auf den Rückweg zum Domizil unserer Gastgeber – zum späten Mittagessen gibt es Salat und gebratene Würstchen, aus der Migros, eine Mischung aus Salsiccia, Chorizo und einer einfachen (Tessiner) Bratwurst, die alle drei sehr gut schmecken. Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit Kaffeetrinken und Plaudern im Wintergarten.

Abends wagen wir uns noch ein mal in die Innenstadt, wo wir beim angeblich besten Japaner der Stadt speisen. Das Isakaya ist auf den ersten Blick leicht zu übersehen. Im Inneren herrscht japanische Enge – nur wenige Tische und eine Theke. Die Karte ist klassisch, es gibt keine Chi-Chi-japanesken Anwandlungen. Die Crew ist ebenfalls japanisch, was zum Ambiente beiträgt. Das Essen ist lecker und wir sind kurz davor uns zu überfressen. Wir verneigen uns auf diesem Wege tief vor unseren Schweizer Freunden, die uns hier zum Essen eingeladen haben. Danke! – Martin: du hättest die Jakobsmuschel probieren sollen!

Den Abend lassen wir in der Wohnung unserer Freunde ausklingen, wobei wir das Weinregal noch etwas entrümpeln und den einen oder anderen zu Essig gewordenen Tropfen entsorgen. Wir sind sicher, Zürich hat uns nicht zum letzten Mal gesehen – hier gefällt’s uns ausserordentlich gut.

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1 Comment

  1. Vatanen73 HP vo Oute

    Besten Dank für den Besuch von zwei meiner Geocaches (4Nymphen und Paradeplatz) und natürlich dem sehr feinen Bericht darüber.

    Es grüsst de HP vo Oute

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