In der Planungsphase für einen ausgedehnten USA-Urlaub mit einem (kurzen) Stop in Vegas habe ich mir

The Unofficial Guide to Las Vegas 2012

vorgenommen und ausführlich darin gelesen.

Laut dem Rückeinband bietet dieses Buch

Five Great Features and Benefits offered ONLY by The Unofficial Guide:
* Over 100 hotels and casinos rated and ranked — the most offered by any guidebook — plus proven strategies for getting the best rate
* Complete detailed descriptions of each casino and casino hotel
* In-depth critical reviews of Las Vegas‘ 55 best shows and 30 top nightspots — the most offered by any guidebook
* Detailed reviews of more than 70 restaurants — a complete dining guide within the guide, plus the best buffets rated and ranked
* Fifty pages of gambling tips from how to play, recognize sucker games, and cut the house advantage to the bone

Tatsächlich stellt das Buch – nach den üblichen Standardinfos zu Anreise mit dem Auto, Flugzeug, Mietwagenbuchung – so ziemlich jedes Hotel in Vegas vor, und die eingearbeiteten „comparison charts“ (Listen mit Features und Lage und Preisen) sind auch sehr gut aufbereitet. Dass Vegas eine Kongressstadt ist, macht man sich als Gelegenheitsbesucher vielleicht nicht so klar, aber einige der größten Conventions der USA werden hier abgehalten, und so ist eine Übersicht, von welchen Hotels man wie lang zum Kongresszentrum braucht, für solche Besucher bestimmt eine gute Hilfe bei der Auswahl des Hotels, sofern sie darauf einen Einfluß haben.

Ich fand Tipps wie: „benutze die Monorail nicht wenn du unter 1 Meile zu laufen hast, weil der Weg zur Station hinter den Hotels länger ist als direkt zu laufen“ nützlicher für meine Zwecke.

Ein Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis

Introduction
CONVENTIONS AND SPECIAL EVENTS CALENDAR
PART ONE Accommodations and Casinos
COMMUTING TIMES IN MINUTES
HOTEL INFORMATION CHART
PART TWO Entertainment and Nightlife
PART THREE Gambling
PART FOUR Dining and Restaurants
PART FIVE Shopping and Seeing the Sights
PART SIX Exercise and Recreation

Wie man diesen Reiseführer bewertet, ist wohl von der eigenen Zielsetzung abhängig. Für mich sind Features wie Tipps, wie man die besten Preise beim Hotelzimmer der eignen Wahl herausschlägt, wenig hilfreich, da sie sich fast ausschließlich an Einwohnern der Vereinigten Staaten orientieren (was in Ordnung ist, die sind ja auch die Zielgruppe des Buches). Faszinierend (und evtl. auch hilfreich für die Wahl des eigenen Reisezeitraums) fand ich die Informationen zu großen Conventions ins Las Vegas; man bekommt erstmal ein Gefühl dafür, wie viele Hotelbetten und Besucher die Stadt haben muss, wenn man dort mal eben Konferenzen mit 130.000 oder mehr Teilnehmern aus dem Boden stampft – und das sind Tage, wo man vorzugsweise nicht in McCarran ankommen möchte…

The Unofficial Guide to Las Vegas 2012 richtet sich an einen Typus Tourist, der ich nicht bin. Ich wähle mir Shows, so ich mir eine ansehe, nicht nach der Bewertung in einem gedruckten Reiseführer aus, ebensowenig gehe ich mit einem Taschenbuch los um mir eine Bar zu suchen, oder ein Restaurant. Wie schon beim Lonely Planet Kanada habe ich für solche Informationen andere, und vielfältigere Quellen. Ähnliches gilt für die Hotelbuchung (aber es freut dann doch, zu lesen, dass wir uns ein sowohl als sehr gut als auch sehr günstig gepriesenes Hotel ausgesucht haben).

Auf Strategien beim Pokern oder Roulettespielen oder Baccara hätte ich gut verzichten können. Wer zocken will, findet diese Infos sicher woanders besser. Interessant fand ich – unter praktischen Erwägungen wie auch aus Geek-Neugierde – dafür den Exkurs in die Technik hinter den einarmigen Banditen, die heute komplett auf Computern basieren. Dass Spas und Golfplätze unter Recreation auftauchen verstehe ich noch, innerlich gegrinst habe ich bei Tipps zum Radfahren in der Wüste. Zwar ist das bestimmt eine tolle Sportart, aber ich denke, für solche Zwecke sucht man sich dann doch einen anderen Reiseführer aus – den Rahmen eines Casino/Convention/Show-Trips sprengt das alle Male.

Ich finde den Reiseführer für meine Zwecke eher nicht hilfreich, einfach weil ich mir die Schlüsselinformationen für meinen Trip im Internet besorge. Dennoch ist das Buch ein sehr umfangreicher, vielleicht sogar vollständiger Reiseführer zu Las Vegas, in dem alles Wichtige – einschliesslich seltsamen Öffnungszeiten bei Museen – abgedeckt wird. Ich würde allerdings (insbesondere bei Shows) lieber Visit Las Vegas im Web bemühen, wo man auch terminorientiert nach Shows und Auftritten von Stars suchen kann.

Fazit: wer gern einen gedruckten Reiseführer mit allem ™ mag, wird hier gut bedient. Für mich und meines Erachtens für den europäischen Reisenden aber nur bedingt so nützlich wie für einen US-Bürger.