Gestern abend war ich mit einer Freundin im Theater – genauer im Theater in der Basilika, einer kleinen Bühne in Altona, wo ich schon einige Male war. Gegeben wurde eine Komödie von Katja Bernhard mit dem Titel „Callboys“.

Das Stück laut Programmbeschreibung:

Alex, Rainer und Christian teilen ein Schicksal: Sie sind alle drei völlig pleite. Um dem finanziellen Fiasko zu entgehen, kann nur noch ein großer Befreiungsschlag helfen. Als dann das attraktive Callgirl Manu auf der Bildfläche erscheint, ist die rettende Idee gefunden. Die drei gründen einen Begleitservice für Frauen. Doch plötzlich kommt die bange Frage auf: Was soll man bloß tun, wenn eine Frau auch Sex will? Kann man(n) auf Bestellung? Ist das nicht unmoralisch? Aber auf der anderen Seite: Besser Sex für Geld als kein Sex und kein Geld!

Genauer, Alex ist Klempner und ein Macho wie er im Buche steht und natürlich ist „Rohr verlegen“ einer der Begriffe die er in mehr als nur einer Sprache beherrscht, Christian, der genau wie Alex immer noch darauf wartet dass Rainer ihn für Handwerkerarbeiten bezahlt, lebt mit seiner Mutter zusammen, und Rainer ist mehr oder weniger erfolgreicher Drehbuchautor – derzeit eher weniger, dazu steht seine Ehe – genau wie sein Konto – kurz vor dem Kollaps.

Die drei sehr ungleichen Genossen versuchen nun erst mal auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, was die Dienste eines prospektiven Callboys angeht, was zum Beispiel in aberwitzigen Strip-Einlagen oder dem Versuch zweier tänzerisch unbegabter Männer, einen Walzer zu tanzen, gipfelt – und in sehr viel Wort- und Situationskomik zwischen den drei Herren sowie einer professionellen Prostituierten.

Ich habe den Abend hindurch oft lachen müssen. Natürlich werden so ziemlich alle gängigen Klischees über Machos, Sex und den Kampf zwischen den Geschlechtern bemüht, aber dennoch kauft man Werner Bauer, Steffen Böye und Till Claro ihre Rollen ab.

An Glanzlichter vergangener Spielzeiten (wie „Ladies Night“ und „Misery“) reicht „Callboys“ leider nicht heran, dafür ist der Plot bisweilen zu flach und hat zu viele abrupte Sprünge und abstruse Wendungen. Aber für einen recht vergnüglichen Theaterabend taugt das Stück alle mal.