Im ersten Artikel zur USA-Reise hatte ich schon angekündigt, dass es am Ende einen Artikel geben würde, der unsere Planung kritisch auseinander nimmt. Hier ist er.

Wir stellten unterwegs fest, dass wir unseren Plan doch zu weiträumig gebaut hatten. Wir hatten mehr Zeit als gedacht und sahen dadurch auch mehr als geplant, allerdings hatten wir auch Phasen drin, in denen wir uns Beschäftigung suchen mussten. Doch wie würden wir es jetzt machen, in Nachhinein, wenn wir die gleichen Ziele und die gleiche Zeit zur Verfügung hätten? Hier ist der überarbeitete Plan:

Wir würden wieder Las Vegas als Startpunkt nehmen. Zwei Übernachtungen reichen. Der Flug kommt abends an, am nächsten Morgen kann man sich in Ruhe den Hoover Dam ansehen und nachmittags bzw. abends geht es dann auf den Strip. Einen Tag darauf, also am dritten Tag, kann die Fahrt entspannt weitergehen.

Auf der Interstate 15 nach Norden geht es durch die Virgin River Gorge bis nach Hurricane und von da zum Zion National Park. Wer möchte kann erst noch ein Stück weiter nach Norden fahren und den Kolob Canyon ansehen. Mit dieser Planung sollte man je nach Abfahrtszeit, bei uns früh, mittags bis nachmittags im Zion National Park ankommen. Das genügt für einen Ausflug im Park oder eine Fahrt auf der Kolob Terrace Road, die ich auf jeden Fall empfehlen würde. Zion ist so schön, ich würde einen weiteren Tag einplanen, um da den einen oder anderen Trail zu laufen.

Am fünften Tag geht die Fahrt dann weiter nach Bryce Canyon. Über die östliche Ausfahrt des Zion National Parks gibt es noch einiges zu gucken, doch  die Strecke ist nicht so weit. Auch hier ist man dann mittags bzw. nachmittags da. Und auch hier würde ich den nächsten Tag voll einplanen, um den einen oder anderen Trail zu laufen.

Ab hier gibt es zwei Varianten, die ich beide nehmen würde wenn ich könnte. Es ist der siebte Tag. Die Fahrt führt von Bryce Canyon entweder
– nach Westen und dann nach Süden in Richtung Kanab. Hier liegen die Pink Coral Sand Dunes auf dem Weg, zu denen sich ein Ausflug lohnt. Dann weiter nach Osten über den Highway 89A bis zum North Rim des Grand Canyon. Hier in der Nähe, in Jacob Lake, kann man übernachten oder weiter bis Page fahren, wo es günstiger ist oder
– nach Osten über den Kodachrome State Park und die Cottonwood Road (Achtung, nur bei gutem Wetter) nach Page, von hier dann zum North Rim.

Nach einer Übernachtung in Page lässt sich der Horseshoe Bend gut mitnehmen. Dann geht es weiter in das Monument Valley. Hier würde ich auf jeden Fall die Strasse durch das Valley fahren. Dann eine Übernachtung, entweder teuer hier, oder etwas günstiger in Kayenta. Am nächsten Tag, den neunten, geht die Fahrt weiter über den Canyon de Chelly bis nach Holbrook.

In Holbrook lässt sich gut übernachten, hier gibt es genug Alternativen. Morgens fährt man zum Petrified Forest National Park über den Interstate 40. Die Parkstrasse führt quer durch und endet am Highway 180. Für den Park sollte man gut Zeit einplanen, um sich nicht durch zu hetzen. Es reicht auch, wenn man nachmittags weiterfährt, auf der 180 bis zur Interstate 40 und weiter nach Flagstaff. Wer noch Zeit hat, kann sich den Meteor Crater ansehen, lohnen tut es nicht. Ein Stop in Winslow lohnt nicht wirklich.

Am elften Tag wären wir dann also in Flagstaff. Hier sind drei Übernachtungen gerechtfertigt. Einen vollen Tag, an dem man sich den Sunset Crater und das Wupatki National Monument ansehen kann und noch genug Zeit hat, Flagstaff zu erkunden. Der 13. Tag führt dann zum South Rim des Grand Canyon. Nach dem was wir hier an touristischen Massen erlebt haben, reicht es, früh in Flagstaff los zu fahren, sich den Grand Canyon von der Ostseite anzusehen, und dann nach Süden über Williams wieder zurück nach Flagstaff zu fahren.

Der 14. Tag beginnt, zwei Wochen sind um. Wir würden direkt nach Tucson weiterfahren um uns das Flugzeugmuseum PIMA anzusehen. Wer so etwas nicht mag, kann natürlich auch von Flagstaff mit dem Auto weiter über die Interstates und weitere Parks nach Los Angeles oder San Francisco fahren. Wir würden dann am 15. Tag nach San Francisco fliegen und nach drei Übernachtungen zurück nach Hause.

Mit diesem Plan wäre unsere Reise zwei Tage kürzer mit den gleichen Orten gewesen. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir zwei Übernachtungen sparen können. Allerdings wären wir dann wohl auch um die Erfahrung ärmer. Für viele Orte hätten wir auch nicht im voraus buchen müssen und wären damit flexibler gewesen. Für Zion und wer direkt in Bryce und am Grand Canyon übernachten will, sei es aber angeraten.

Diese Planung soll allerdings keine Anleitung für alle und jeden sein. Nur eine Anregung. Wichtig: Lasst Euch Zeit um das anzusehen, was Euch interessiert. Macht Eure Planung flexibel und nicht all zu dicht. Habt Ihr nur zwei Wochen besucht lieber weniger Orte als durch mehr hindurchzurauschen. Nur dann könnt Ihr den Urlaub auch geniessen.